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Engagement

Initiatoren des Freundeskreises geehrt

Der verstorbene Further Bürgermeister Macho und Jaroslava Wollerová waren Wegbereiter grenzüberschreitender Freundschaft.

Furth im Wald.Der große Sitzungssaal des Rathauses war der passende Rahmen für die Ehrung von zwei Personen, die sich um eine gute Nachbarschaft zwischen den Partnerstädten Furth im Wald und Domažlice in besonderer Weise verdient gemacht haben. Allerdings konnte eine Person nicht mehr teilnehmen, nämlich Bürgermeister Reinhold Macho, der im September 2005 verstorben ist. Er bekam die Ehrung posthum verliehen, die Auszeichnung nahm für ihn seine Gattin Sieglinde entgegen.

Auf einem Tisch stand ein großes Bild von Macho, das ihn gegenwärtig erscheinen ließ, und bei vielen kamen Erinnerungen weckte. Mit ihm wurde durch den Freundeskreis Furth im Wald-Domažlice auch dessen damalige Amtskollegin Jaroslava Wollerová ausgezeichnet. Die Laudatio für Reinhold Macho hielt Jaroslava Wollerová, die für die ehemaliger Tauser Bürgermeisterin deren damaliger leitender Beamter im Rathaus Domažlice, Zdenek Kadlec.

Wegbereiter guter Nachbarschaft

Hermann Plötz freute sich, „dass zwei Persönlichkeiten der ersten Stunde nach der samtenen Revolution in der damaligen Tschechoslowakei ausgezeichnet werden können“. Wegbereiter einer guten Nachbarschaft der verstorbene Further Bürgermeister Reinhold Macho und seine damalige Tauser Kollegin Jaroslava Wollerová gewesen. Beiden sei es zu verdanken, dass bereits 1990 die beiden Städte eine offizielle Partnerschaft eingingen. Nach der 45-jährigen Isolation sei dies wahrlich keine Selbstverständlichkeit gewesen.

Der Vorsitzende meinte, dass sich sicherlich manche fragen würden, warum Macho erst jetzt geehrt werde. Es gebe keinen Grund. Aber heuer Jahr würden zwei interessante Daten anstehen: Macho wäre 75 Jahre geworden und vor 20 Jahren sei die deutsch-tschechische Erklärung unterzeichnet worden, die Grundlage für das inzwischen problemlose Miteinander der beiden Völker.Zunächst folgte die Laudatio von Jaroslava Wollerová über Reinhold Macho. Sie erinnerte sich an den ersten Besuch des damaligen Amtskollegen aus Furth im Wald, der schnell in freundschaftlicher Atmosphäre erfolgte. Macho habe ganz genau gewusst, was er will und seine Argumentation sei überzeugend gewesen. Seine Begeisterung sei ansteckend gewesen.

Auch ihr, Wollerová, sei klar gewesen, „dass wir die Öffnung der Welt vorantreiben sollen“. Ein gutes Potential habe Domažlice auf dem Gebiet der Kultur vorweisen können, mit dem man sich blicken lassen konnte. Sie erinnerte, dass es damals noch die Devisenpflicht gegeben habe. Zum Beispiel Musikinstrumente über die Grenze zu bringen, habe viele Formalitäten vorausgesetzt. Damals habe es noch keine Emails, kein Internet und keine Handys gegeben. Längere Telefonate mit der Stadt Furth im Wald hätten schnell den Etat der Stadt Domazlice zusammenbrechen lassen. Trotzdem sei es stets gelungen, auch durch den Einsatz von Macho sowie der Mitarbeiter Zdenek Kadlec und Franz Thurner, Hürden zu überwinden.

„Visionen für die Zusammenarbeit“

„Reinhold Macho hatte gute Visionen für die Zusammenarbeit“ bemerkte Wollerová. Groß am Herzen gelegen sei ihm auch die Zusammenarbeit von Vereinen und Organisationen beider Seiten. Das sei nicht einfach gewesen, denn die gesellschaftlichen Strukturen seien auf der tschechischen Seite am Ende gewesen. Sie erwähnte unter anderem die Kontakte der Feuerwehren, im Bereich des Sports und auf vielen anderen Gebieten.

Nicht unerwähnt ließ sie, dass es damals auch Vorurteile auf beiden Seiten gab, doch habe man auch dafür Lösungen gefunden. Es sei vereinbart worden, dass sich mit diesem Problem nicht die Bürgermeister befassen sollten. Besonders stellte Wollerová Macho als großen Europäer heraus und erinnerte an die von ihm angeregten Partnerschaften mit Ludres und Furth bei Göttweig. Es sei Macho am Herzen gelegen, dass sich diese Partnerstädte gegenseitig verbinden. Wollerová wörtlich: „Macho war ein Mann, der die Vision eines gemeinsamen Europas gelebt hat“.

Ehrung

  • Wegbereiter:

    Wegbereiter einer guten Nachbarschaft seien der vor über zwölf Jahren verstorbene Further Bürgermeister Reinhold Macho (ein gebürtiger Sudetendeutscher) und seine damalige Tauser Kollegin Jaroslava Wollerová gewesen. Diese sei die erste demokratisch gewählte Bürgermeisterin in Domažlice nach 1990 gewesen.

  • Würdigung:

    Beiden Personen sei es zu verdanken, dass bereits 1990 die beiden Städte eine offizielle Partnerschaft eingingen, damals die zweite Partnerschaft zwischen einer deutschen und tschechischen Stadt.

Zdenek Kadlec war es vorbehalten die Laudatio über Jaroslava Wollerová vorzutragen. Er wies darauf hin, dass Wollerová und Reinhold Macho von Anfang an sehr eng zusammengearbeitet haben. Die ehemalige Bürgermeisterin habe ihre Tätigkeit zu einer Zeit begonnen, wo die Öffnung der Grenzen zu den Staaten in Westeuropa zu einem Symbol der damaligen Zeit wurde. Wollerová habe ihren Einfluss auf das Leben in beiden Städten, aber auch deren umliegenden Gemeinden ausgeübt. Für sie sei am Anfang ihrer Tätigkeit nicht die grenzüberschreitende Arbeit im Vordergrund gestanden. Trotzdem sei es ihr gelungen, dass grenzüberschreitende Kontakte bereits 1990 dazu führten, eine Partnerschaft zu unterzeichnen. Dieser Schritt sei auch wichtig gewesen für die Gestaltung der deutsch-tschechischen Beziehungen.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Überreichung der Kopie eines Grenzsteins an den damaligen tschechischen Außenminister Jirí Dienstbier, bei dem dieser die Zusammenarbeit beider Städte lobend erwähnt habe. Kadlec verwies auf weitere Aktivitäten, wie die Bildung der „Arbeitsgemeinschaft Grenzraum Mitte“. Es seien auch Grenzübergänge für Wanderer und Skilangläufer geöffnet worden. Kadlec vertrat die Ansicht, dass heute vieles selbstverständlich geworden sei. Abschließend bemerkte er zu Jaroslava Wollerová gewandt: „Es war für mich eine große Ehre, mit ihnen zusammenarbeiten zu dürfen“.

Grußworte sprachen die Bürgermeister Mach und Bauer. Mach erinnerte sich, dass jede Begegnung mit Macho angenehm und intensiv verlaufen sei. Für Mach war es der große Wunsch, den gemeinsamen Weg lange fortzusetzen. Sandro Bauer bemerkte, dass erst jetzt klar werde, welcher Weitblick hinter den Konzepten von Reinhold Macho bestanden habe. Die Motivation, für ein gemeinsames Europa zu kämpfen, habe ihn ausgezeichnet, dies habe ihn aber auch viel Kraft gekostet. (fkr)

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