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Literatur

J. F. Kaspar und sein „Grenzweg“

Der gebürtige Further brachte im vergangenen Jahr sein erstes Buch heraus, kürzlich veröffentlichte er sein zweites Werk.
Von Evi Paleczek

J. F. Kaspar ist in Furth geboren, hat die Grenzstadt aber mit 18 Jahren verlassen. Noch immer kommt er gern zurück in die alte Heimat. Foto: Paleczek
J. F. Kaspar ist in Furth geboren, hat die Grenzstadt aber mit 18 Jahren verlassen. Noch immer kommt er gern zurück in die alte Heimat. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Josef Franz Kaspar hat sich sein Leben lang mit Mode beschäftigt. Bis nach seiner Pensionierung einer seiner Freunde zu ihm sagte, jetzt sei er Rentner und könnte eigentlich ein Buch schreiben über alles, was er so erlebt hat. Und er hat das dann einfach gemacht, erzählt der gebürtige Further, der mittlerweile in Bodenmais lebt, im Gespräch mit unserem Medienhaus.

„Die Tuchfühler“ erschien 2016. Foto: Paleczek
„Die Tuchfühler“ erschien 2016. Foto: Paleczek

Im vergangenen Jahr kam das erste Werk des 70-Jährigen heraus, „Die Tuchfühler“. Es handelt von testosterongesteuerten Männern, die gemeinsam so einiges erleben, sagt Kaspar. Die Geschichten darin beruhen auf seinen Erfahrungen, genau wie auch sein zweites Werk „Grenzweg“ ein autobiografischer Roman ist.

Über die Herkunft

Wer „Tuchfühler“ gelesen hat, der kennt ihn als Mann, weiß aber nichts über seine Herkunft, sagt Kaspar. Die Leser sollen in „Grenzweg“ erfahren, wo er herkommt. Geboren ist der 70-Jährige in einer Further Flüchtlingsbaracke; heute befindet sich an dieser Stelle nur noch ein Parkplatz. Das Buch schildert die Nachkriegsjahre in Furth im Wald, es geht um die Flüchtlingsbaracken, Elendsquartiere und Durchgangslager. Und dann um die Zeit in den 50er Jahren, als seine Familie in die Perlinger-Villa umzog, und er das Leben rund um den Stadtplatz mitbekam, sagt Kaspar. In den frühen 60er Jahren folgte der Aufbruch in die Zeit „Wirtschaftswunder Deutschland“. Außerdem geht es – in Furth im Wald – natürlich um den Drachenstich, vor allem um das Festspiel aus Sicht von Kindern, die sich etwa selbst einen Drachen gebaut haben. Und dann um seinen Abschied aus der Heimatstadt.

In 20 Kapiteln erzählt Kaspar auf humorvolle Art und Weise Begebenheiten aus seiner Kindheit, besonders auch über das Leben in seiner Familie. So prägt unter anderem der Humor von Vater und Onkel das Werk.

Um sich die Geschichten wieder richtig in Erinnerung zu rufen, hat er Kontakt aufgenommen zu Leuten, mit denen er schon lange nichts mehr zu tun hatte, erzählt der 70-Jährige. Auch Stadtarchivar Werner Perlinger hat ihn mit Literatur- und Bildmaterial unterstützt. „Grenzweg“ hat also verschiedene Quellen, außerdem enthält das Werk auch Fotos, die dem Autor wichtig sind. Und: Er hat zwei Schwestern, die noch in Furth im Wald leben, erzählt der Autor. Auch sie haben ihm geholfen, seine Erzählungen rund werden zu lassen.

Beim Schreiben sind die Unterschiede der beiden Welten – damals und heute – eklatant zutage getreten, sagt Kaspar. Unendlich viel hat sich verändert. „Damals gab es an Medien nur Radio und Plattenspieler“, nennt er ein Beispiel.

„Grenzweg“ heißt das neue Buch. Foto: Paleczek
„Grenzweg“ heißt das neue Buch. Foto: Paleczek

Er hofft, dass das Buch, das im November erschienen ist, gut ankommen wird. Die Rückmeldungen aus dem Freundeskreis sind sehr positiv, freut sich der 70-Jährige, der die Grenzstadt 1965 als 18-Jähriger verlassen hat, um zusammen mit vier Freunden aus der Mittelschule eine Ausbildung zum Chemie-Laboranten bei BASF in Ludwigshafen zu beginnen. In der Pfalz folgte ein Studium zum Textilingenieur, bevor Kaspar ein Studium für berufliches Lehramt an der Universität in Darmstadt absolvierte. Danach unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung an der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode.

Idee für ein drittes Buch

Und dann zog es den 70-Jährigen zurück in die Heimat. „Back to the roots“, sagt er. Der Autor hat vor zehn Jahren ein Haus in Bodenmais gekauft und lebt damit wieder in der Nähe seiner Geburtsstadt Furth im Wald. „Ich fühle mich einfach noch hingezogen zu Furth“, erklärt er sich diese Entscheidung. Seit dem Tod seiner Eltern habe diese Sehnsucht nach der Heimat zwar ein wenig nachgelassen, aber: „Wer seine Wurzeln abschneidet, ist ein Niemand“, meint der Autor. Auch während seiner Zeit in der Pfalz, die zur zweiten Heimat geworden ist, habe er den Kontakt zur Grenzstadt weiterhin gepflegt. Furth ist immer Bestandteil seines Lebens gewesen, er kenne alle einschlägigen Lokale: die Hawaibar, den Heinz, den Kleber...

Zur Person

  • Herkunft

    Josef Franz Kaspar wurde 1947 als sechstes Kind einer Patchworkfamilie in einer Further Flüchtlingsbaracke geboren. In den 50-er Jahren zog die Familie in die Perlinger-Villa um.

  • Ausbildung

    Im Oktober 1965 ging es dann für den 18-Jährigen und vier seiner Freunde aus der Mittelschule nach Ludwigshafen, wo sie eine Ausbildung zu Chemie-Laboranten bei BASF begannen. Es folgte ein Studium zum Textilingenieur in der Pfalz. Nach vier Jahren Tätigkeit als Textilingenieur begann Kaspar ein Studium für berufliches Lehramt an der Universität in Darmstadt.

  • Beruf

    Anschließend unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung an der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode.

  • Privates

    Mittlerweile lebt Kaspar in Bodenmais.

Zehn alte Rezepte

Übrigens enthält „Grenzweg“ auch zehn Rezepte aus der bayerischen und der böhmischen Küche, verrät der Autor, Mehlspeisen etwa. Einfache Sachen von früher, die seine Mutter gekocht hat, sagt Kaspar. Seine Leibspeise waren Zwetschgenknödel.

Eine Idee für sein drittes Buch hat der Autor auch bereits, will aber noch nichts verraten. Die beiden bisher erschienenen Werke sind zum Beispiel in der Buchhandlung Perlinger erhältlich.

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