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Bauausschuss

Kreuzerhof baut Betriebsstätte mit Laden

Das Gschwander Nudel-Unternehmen erweitert in Furth im Wald. Auf der Fläche der alten Turnhalle entsteht ein Bürogebäude.
Von Evi Paleczek

Die Stelzer GbR hat an der Kreuzung Von-Müller- und Tradtstraße die alte Turnhalle abgerissen und errichtet dort nun ein Bürogebäude mit vier Wohnungen. Foto: Paleczek
Die Stelzer GbR hat an der Kreuzung Von-Müller- und Tradtstraße die alte Turnhalle abgerissen und errichtet dort nun ein Bürogebäude mit vier Wohnungen. Foto: Paleczek

Furth im Wald.Der Gschwander Kreuzerhof erweitert – und zwar in Furth im Wald. Als einen Riesenerfolg bezeichnete Bürgermeister Sandro Bauer bei der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend diese Nachricht. Nach einer langen Standortsuche sei man fündig geworden und freue sich, dass ein Unternehmen aus dem Gemeindegebiet vor Ort erweitert und sich zukunftsfähig aufstellt. Das Gremium erteilte – mit einer Gegenstimme von Oskar Mühlbauer – dem Vorhaben von Franz Kreuzer junior sein Einvernehmen, eine Betriebsstätte mit Laden und Betreiberwohnung zu errichten. Die Stadt könne dankbar sein, wenn es Firmen gibt, die Grundstücke in Furth im Wald erwerben und dort bauen, betonte Michael Engl.

Thema in der Sitzung war neben anderen Bau- und Vorbescheidsanträgen der Bauantrag von Thomas Gruber auf Nutzungsänderung eines Wohnhauses und Dachinstandsetzung am Schlossplatz. Gruber möchte Musikschulräume – ohne aber die eigentlich dafür erforderlichen neuen Stellplätze – schaffen. Das sei dort in Ordnung, war der Vorschlag der Verwaltung, weil die Eltern ihre Kinder ja nur bringen und wieder abholen würden, also keine Parkplätze bräuchten. Zudem sei der Schlossplatz schon traditionell Musikschulstandort.

Bezugsfall oder nicht?

Oskar Mühlbauer hielt ein solches Vorgehen für nicht richtig, weil man einen Bezugsfall für andere Vorhaben schaffe. Das sah der Bürgermeister anders. Da die Eltern keine Parkplätze bräuchten, weil sie ihre Kinder nur aussteigen ließen, schaffe man keinen Präzedenzfall, meinte er. Dieses Argument bestärkte Günter Stelzer: Derzeit gebe Gruber in einem seiner Gebäude im Schießstättenweg Unterricht, und die Eltern würden dort nicht stehenbleiben auf den Parkplätzen, sondern die Kinder nur bringen und holen. Und auch Michael Mühlbauer meinte, eine Musikschule sei ja keine Gastronomie, wo die Leute längere Zeit auf den Parkplätzen stehen würden. Er war zudem der Ansicht, am Schlossplatz sollten gar nicht so viele Parkplätze entstehen. Schließlich erteilte das Gremium dem Antrag mit einer Gegenstimme von Oskar Mühlbauer sein Einvernehmen.

Einvernehmen für Bauanträge

  • Manuela Schuster:

    Vorbescheidsantrag auf Neubau eines Bungalows mit Auto-Garage im Eichertweg

  • Heidi und Karl-Heinz Einweck:

    Vorbescheidsantrag auf Ersatzbau für das vorhandene Wohnhaus in Schafberg; eine Gegenstimme von Oskar Mühlbauer

  • Gabriele Semmelmann:

    Vorbescheidsantrag auf Bau eines Einfamilienhauses ohne Keller mit Doppelgarage in Klöpflesberg; eine Gegenstimme von Oskar Mühlbauer

  • Hermann Heitzer:

    Errichtung eines imkerlichen Lagerraums nähe Eichertweg; eine Gegenstimme von Oskar Mühlbauer

  • Daniel Christoph:

    Nutzungsänderung von Büro in Wohnungen im ersten bis dritten Obergeschoss „Am Lagerplatz“

  • Lili und Mohammad Shafi:

    Grundrissänderung der Wohnung im Obergeschoss und Nutzungsänderung der Fremdenzimmer im Dachgeschoss in eine Wohnung

  • Andreas Ertl:

    Anbau einer Lagerhalle an eine bestehende Lagerhalle nähe Kornhängerweg in Lixenried; eine Gegenstimme von Oskar Mühlbauer

  • Stelzer Wohnbau GbR:

    Neubau eines Bürogebäudes mit vier Wohnungen in der Tradtstraße; eine Gegenstimme von Oskar Mühlbauer

Im weiteren Verlauf der Sitzung war das Fällen von Bäumen Thema. Auf heftige Kritik stieß das laut Siegfried Ehrnböck „radikale“ Zurückschneiden von drei Eichen auf dem Firmengrundstück Bürotechnik Breu in der Grabitzer Straße. Da habe eine komplette Missachtung der Baumschutzverordnung stattgefunden. Nun lag der Antrag auf Fällung der Bäume vor, weil Schäden am Gebäude entstehen könnten, und ständig etwas auf die parkenden Autos falle.

Nach dem Zurückschneiden schauten die drei Bäumen jetzt traurig aus, seien nur noch Ruinen und hätten keine Überlebenschance mehr, sagte Ehrnböck. Eine solche Vorgehensweise sei bedauerlich. Gerade in Zeiten, wo auch Insekten- und Bienenschutz großgeschrieben werden, und die Gartenschau auf Furth zukomme, gehe es doch darum, Grün in der Stadt zu erhalten. Furth habe eine vorbildliche Baumschutzverordnung; die brauche man aber eigentlich nicht, wenn jeder einfach mache, was er wolle. Für den Bereich Wutzmühle seien die Bäume stadtbildgestaltend gewesen.

Künftig konsequent sein

Derzeit werde an einer neuen Stadtbildgestaltungssatzung gearbeitet; wenn eine solche festgesetzt werde, sollte man dann auch konsequent daran festhalten, meinte Ehrnböck im Hinblick auf die Zukunft. In letzter Zeit sei die Baumschutzverordnung nur sehr lasch umgesetzt worden. Auch habe sich der Bauausschuss eigentlich immer vor der Sitzung vor Ort ein Bild von der Lage gemacht, wenn Baumfällungen anstanden. Er würde sich wünschen, dass das in Zukunft wieder passiert. Jetzt müsse man die drei Bäume fällen.

Auf heftige Kritik stieß das nicht abgesprochene, „radikale Zurückschneiden“ von drei Eichen auf dem Firmengelände Bürotechnik Breu. Das sei eine komplette Missachtung der Baumschutzverordnung. Foto: Paleczek
Auf heftige Kritik stieß das nicht abgesprochene, „radikale Zurückschneiden“ von drei Eichen auf dem Firmengelände Bürotechnik Breu. Das sei eine komplette Missachtung der Baumschutzverordnung. Foto: Paleczek

Es sei nichts mehr zu retten, sagte auch der Bürgermeister. Zumindest gebe es eine Ersatzpflanzung von zwei Bäumen. Drei für drei müssten es sein, forderte Michael Mühlbauer. Michael Engl meinte, lieber zwei, die bleiben, als drei, von denen der Besitzer – weil er keine drei wollte – irgendwann wieder einen umschneidet. Mit solchen Diskussionen werde man sich nie auf eine Stadtbildsatzung einigen, meinte Michael Mühlbauer. Oskar Mühlbauer schloss sich Ehrnböcks Worten an. Wozu habe man eine Verordnung, die genau definiere, welche Bäume erhalten bleiben. Und für eine Gartenschau brauche die Stadt mehr Grün, da sei ein solches Vorgehen kontraproduktiv. Es sei eine wunderbare Baumgruppe verschwunden. Mit vier Gegenstimmen erteilte das Gremium sein Einvernehmen zur Fällung der drei Eichen.

Da die Berufsschule um eine Lagerhalle erweitert wird, hat dem Bauausschuss auch der Antrag auf Fällung von vier Buchen und einem Ahorn vorgelegen. Eine Ersatzpflanzung sei aufgrund der dichten Bebauung dort nicht möglich, dafür werde sich der Landkreis an der Umgestaltung des Alfred-Peter-Platzes beteiligen. Die Stadt könne sich freuen, dass die Berufsschule erweitert, sagte dazu Michael Mühlbauer. Wenn gesunde Bäume weichen müssen, sei das natürlich immer schade, aber es sei auch beispielhaft, dass sich der Landkreis dafür anderweitig engagiere. So würden Alfred-Peter-Platz und Schulzentrum gewinnen. Im Hinblick auf die Gartenschau regte der 2. Bürgermeister aber an, für eine schöne Fassadenbegrünung an der Schule zu sorgen. Auch Siegfried Ehrnböck hielt das Einbringen des Landkreises am Alfred-Peter-Platz für eine gute Idee, weil eine Ersatzpflanzung einfach nicht möglich sei. Das Gremium erteilte der Fällung mit einer Gegenstimme von Oskar Mühlbauer sein Einvernehmen.

Das gleiche Ergebnis hatte der Antrag von Matthias Zangl, einen Walnussbaum in der Bergstraße in Lixenried fällen zu dürfen. Stadtgärtner Stefan Ege hatte sich den Baum angesehen, er habe Schäden, Faulstellen und leide unter Pilzbefall. Er stehe direkt im Kreuzungsbereich und verhindere die Sicht auf den Verkehrsspiegel. Dieser sei auch bereits mehrmals gebrochen, weil Äste heruntergefallen seien, berichtete Michael Engl. Dann sei die Situation eindeutig, meinte Michael Mühlbauer, eine Ersatzpflanzung sei aber nötig. Das machte das Gremium zur Auflage, als es der Fällung des Baumes zustimmte.

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