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Tradition

Landsmannschaft trauert um Mitglieder

Die Sudetendeutschen erinnern am Further Friedhof an ihre Verstorbenen, aber auch an die, die bei der Vertreibung starben.

SL-Vorsitzender Anton Bayer, Dekan Meier, Praktikant Ulrich Eigendorfer, Bürgermeister Sandro Bauer und das Bläserduo Schreiner/Körner
SL-Vorsitzender Anton Bayer, Dekan Meier, Praktikant Ulrich Eigendorfer, Bürgermeister Sandro Bauer und das Bläserduo Schreiner/Körner Foto: fsa

Furth im Wald. Innerhalb eines Jahres sind fünf Mitglieder der Sudetendeutschen Landsmannschaft verstorben. Ihnen wurde an Allerheiligen ebenso gedacht wie der 250 000 Sudetendeutschen, die in den Jahren der Flucht und Vertreibung ums Leben kamen und auch derer, denen das Heimweh das Herz brach.

Zu dieser traditionellen Andacht beim Vertriebenenkreuz am Friedhof in Furth im Wald hatten sich die SL-Mitglieder nach dem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ eingefunden um mit Dekan Richard Meier Andacht zu feiern. Im Beisein der Gläubigen und Bürgermeister Sandro Bauer betonte Stadtpfarrer Richard Meier, dass man sich einer guten Tradition folgend beim Vertriebenkreuz eingefunden habe. Die Inschrift auf dem Kreuz lautet: „Gedenket der Toten der Heimat“. Diese seien nicht vergessen, wir gedenken ihrer, wir denken an sie und unser Gedenken bedeutet auch, wir beten für sie, damit sie ganz im Heil, damit sie ganz im Licht des ewigen Lebens sind. So schlage man heute diese Brücke durch das Gebet zu unseren Verstorbenen durch Jesus Christus, mit dem wir alle verbunden sind, zu dem wir alle Schwestern und Brüder sind.

Miteinander seien wir verantwortlich auch für unsere Lebenden auf Erden, für die Verstorbenen und die Heiligen im Himmel. Und wenn wir der Verstorbenen gedenken, die bei der Flucht und Vertreibung ihr Leben lassen mussten, ihre Heimat verlassen mussten und in fremder Erde begraben sind. Wir Gedenken aber auch derer , die daheim begraben sind wo man lange nicht an ihre Gräber konnte. Wir sind mit ihnen verbunden vom Herzen und Jesus Christus her.

Wie aktuell Flucht sei, zeigen die Bilder der letzten Monate. Der Mensch lernt nicht daraus, umso mehr mahnen uns dazu die Toten. Sie mahnen uns zum Frieden und dass jeder Mensch ein Recht auf Heimat habe.

Bürgermeister Sandro Bauer bedankte sich bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft für ihr Wirken in der Stadt. Flucht und Vertreibung und damit eine schwierige Zeit jähre sich zum 70. Mal. . Wenn man der Toten in der Heimat gedenkt, müsse man feststellen, Gott sei Dank sei die Zeit vorbei in der man ihrer aus der Ferne gedenken musste. Allerdings befinde man sich zur Zeit in Europa in einer Zeit schwierigster Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die derzeitige Flucht und Vertreibung vieler Menschen werde vielfach verglichen mit der Zeit vor 70 Jahren.

Doch das Stadtoberhaupt scheute sich vor diesem Vergleich, weil es in der damaligen Zeit ganz andere Umstände waren. In Erinnerung an die damalige Zeit, aber auch im Gedenken an die Toten äußerte Bauer die Hoffnung, dass die politischen Entscheidungsträger die richtigen Entscheidungen treffen werden.

Anton Bayer, Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, erinnerte, dass seit nun über 60 Jahren sich die Sudetendeutsche Landsmannschaft hier am Gedenkkreuz zur Mahnung der Opfer und Verstorbenen treffe. Besonders gedacht wurde der verstorbenen Mitglieder, die seit Allerheiligen 2014 verstorben sind: Mathilde Hastreiter (86 Jahre), Anton Pongratz (82), Alois Bayerl (67), Franziska Engel (91) und Mathilde Hartl (94).

Wie seit vielen Jahren umrahmte das Trompeten-Duo Helmut Schreiner und Blasius Körner das Totengedenken musikalisch. (fsa)

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