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Bergwoche

Marlies Czerny auf dem Gipfel des Glücks

Die Bergsteigerin stand schon auf allen 82 Viertausendern der Alpen. Am 30. März kommen sie und Andreas Lattner ins ATT.
Von Evi Paleczek

Es ist einfach schön am Berg, sagt Marlies Czerny. Schön, mal dem Alltag zu entfliehen. Schön, mal kein Handynetz zu haben. Foto: Hochzwei.media
Es ist einfach schön am Berg, sagt Marlies Czerny. Schön, mal dem Alltag zu entfliehen. Schön, mal kein Handynetz zu haben. Foto: Hochzwei.media

Furth im Wald.Eigentlich sollten die Berge nur ein Ausgleich sein für die Journalistin. Je mehr sie aber unterwegs war dort oben, desto mehr wuchs ihre Sehnsucht nach der Natur. Und vor zwei Jahren hat Marlies Czerny es gewagt. Sie hat ihren Job als Redakteurin bei einer Tageszeitung gekündigt, um sich ganz auf das Bergsteigen konzentrieren zu können. Zusammen mit ihrem Lebens- und Seilpartner Andreas Lattner hält sie Vorträge über ihre Touren, schreibt Beiträge für Magazine und veröffentlicht in Kürze ihr erstes Buch.

Erst mit über 20 Jahren hat sie begonnen, mal auf einen Berg zu gehen, erzählt die 32-Jährige im Gespräch mit unserem Medienhaus. Sie ist in einem Gasthaus aufgewachsen. Da hieß es, viel mithelfen. Für die Berge war keine Zeit. Als sie begann, als Journalistin zu arbeiten, brauchte sie einen Ausgleich zum Job. Und mit den Jahren wuchs die Sehnsucht nach dem Draußensein in der Natur immer mehr.

Marlies Czerny wollte die Einfachheit spüren

Es war einfach schön, außerhalb des Alltags auf dem Berg zu stehen, sagt Marlies Czerny. Schön, die Einfachheit dort oben zu spüren. Schön, mal ein paar Tage kein Netz zu haben. Mit ihrer Erfahrung wuchsen mit der Zeit die Höhen der Gipfel, und die 32-Jährige bestieg in den Alpen ihre ersten Viertausender.

Sie war viel unterwegs und suchte sich immer neue Ziele, erzählt Czerny. Irgendwann hat sie nachgezählt – 60 Alpen-Viertausender hat sie innerhalb von vier Jahren bestiegen. Da entstand spät und spontan, das Ziel, alle 82 Gipfel zu erobern. Dass das in so kurzer Zeit geklappt hat, war schon außergewöhnlich, außerdem haben es bislang nur wenige Frauen gemacht, sagt die 32-Jährige.

Unterwegs war sie unter anderem mit Andreas Lattner. Die beiden kannten sich schon einige Jahre, und es zog sie immer wieder zusammen in die Berge. Vor vier Jahren haben die zwei dann erkannt, dass sie sich auch außerhalb der Gipfel gut verstehen und sie wurden ein Paar.

Die Bergsteigerin am Grand Pilier d’Angle (4243 Meter)Foto: Hochzwei.media
Die Bergsteigerin am Grand Pilier d’Angle (4243 Meter)Foto: Hochzwei.media

Lattner hat schon immer gern fotografiert und sich auf diesem Gebiet professionell weiterentwickelt. Czerny ist Journalistin, hat Ideen und kann spannend Geschichten erzählen. Als Freunde aus dem Ort die beiden Österreicher 2015 fragten, ob sie für ein Filmfest einen Vortrag über ihre Nepalreise zusammenstellen würden, haben sie ja gesagt. Die Präsentation kam gut an, und die beiden Bergsteiger bekamen weitere Anfragen – und entschieden irgendwann, dass sie versuchen, die Kombi aus Fotograf und Journalistin zu nutzen und ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Es hat sich einfach immer mehr die Erkenntnis verfestigt, dass man etwas gut macht, wenn man es gern und von Herzen macht, sagt Czerny. Dann kann aus einem kleinen Funken Großes entstehen. Wenn man Zeit übrig hat, öffnen sich Türen für Neues, meitn sie. Und die beiden wollten ihre ganze Zeit zur Verfügung haben, um Expeditionen und Touren zu planen und ihre Vorträge vorzubereiten.

Mehr als 1000 Arbeitsstunden stecken etwa in dem „4000erLEBEN“-Vortrag , den die Österreicher in Furth im Wald halten werden. Den ganzen Herbst über haben sie viel Zeit und Liebe in das Projekt gesteckt. Und können nun von wunderbaren Momenten, die sie gemeinsam erleben durften, erzählen. Darüber hinaus beschäftigen sich Czerny und Lattner aber auch mit anderen Themen der Berge. Etwa damit, wie lange es die Gletscher in den Alpen noch geben wird. Damit, wie die Hüttenwirte mit dem zunehmenden Tourismus klarkommen und damit, dass heute jeder auf der Hütte nach Dusche und WLAN fragt.

„Welcher ist mein Weg?“, fragen Czerny und Lattner

Das Feedback ihrer Zuhörer ist gut, freuen sich die Österreicher. Sowohl von Bergsteigern als auch von Nicht-Bergsteigern. Letztere geben ihnen ebenfalls die Rückmeldung, sie hätten tolle Eindrücke gewonnen und interessante Details vermittelt bekommen. Für die Momente und das Gefühl ist ja sowieso egal, ob man auf einem 2000er oder einem 4000er steht, meint Czerny. Das empfindet jeder gleich. Und ihr Vortrag soll auch Motivation sein, sagen die beiden. Jeder, der rausgeht, soll für sich etwas aus dem machen, was sie erzählt haben. Die Message für die Zuhörer ist, herauszufinden, „was mein Weg ist, mein 4000er“, sagt die 32-Jährige.

Der Vortrag

  • Termin:

    Am 30. März um 20 Uhr kommen Marlies Czerny und ihr Lebens- und Seilpartner Andreas Lattner ins ATT.

  • Inhalt:

    In einer Live-Reportage erzählen die beiden von ihren Erlebnissen auf den höchsten Alpengipfeln.

  • Karten:

    Der Eintritt kostet 15 Euro; Tickets gibt es unter www.okticket.de, in der Tourist-Information und an der Abendkasse.

  • Informationen:

    Weitere Infos zu Marlies Czerny und Andreas Lattner gibt es unter www.hochzwei.media.

Für sie und Lattner führt der Weg im kommenden Sommer auf einem Road-Trip durch die Schönheit der Alpen. Sie wollen klettern, Hochtouren machen und Gleitschirmfliegen. In Kombination. Keinen Bereich als Extremsport. Und wenn’s geht, einen Monat lang durchgehend unterwegs sein.

Die Ideen gehen ihnen ganz sicher nicht aus, sagt Czerny. Im vergangenen Jahr waren die Österreicher zwei Monate in Pakistan, wollten einen 8000er probieren und hatten aber Pech mit dem Wetter. Da ist ihnen bewusst geworden, wie viel man daheim in den Alpen jederzeit machen kann. Und dass man dort in zwei/ drei Stunden da ist, wo es schön ist.

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