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Tradition

Wallfahrt nach Dobrá Voda

50-köpfige Gruppe machte sich auf den Weg. Marienlieder wurden in deutscher und tschechischer Sprache gesungen.
Von Karl Reitmeier

  • Die Gruppe der Wallfahrer aus Furth im Wald und Umgebung vor der Kirche in Dobrá Voda, wo gemeinsam zum 31. Male eine beeindruckende Andacht gefeiert wurde. Foto: Karl Reitmeier
  • Der „Rittsteiger Dreigesang“ erfreute mit Gesang. Fotos: Karl Reitmeier
  • Marta Jerábková, Jirina Perniklová und Dudelsackspieler Daniel Drímal

Furth im Wald.Bereits zum 31. Mal begab sich am vergangenen Freitagabend eine rund 50-köpfige Wallfahrergruppe aus Furth im Wald und Umgebung in das schöne Kirchlein in Dobrá Voda bei Draženov zu einer Marien-Wallfahrt, die auch heuer wieder mit einer beeindruckenden chodisch-bayerischen Andacht verbunden war.

Besondere Freude herrschte darüber, dass Erwin Hornig nach seiner Unterschenkel-Amputation wieder dabei sein konnte. Hornig war es nämlich gewesen, der diese kleine Kirche bereits vor dem Fall des Eisernen Vorgangs im Nachbarland entdeckt hatte. Für die gesangliche Umrahmung sorgten in diesem Jahr Marta Jerábková und Jirina Perniklová, begleitet vom Dudelsackspieler Daniel Drímal aus Mrákov, die in chodischer Tracht auftraten und der „Rittsteiger Dreigesang“, die vor dem Altar Platz bezogen hatten. Von der Empore sangen Martina Pincová, Lenka Ledvinová und Blanka Mužíková, wobei Letztgenannte auch noch für die Orgelbegleitung sorgte. Der Höhepunkt war einmal mehr zum Ausklang das „Stella Maria“. Da hätte man eine Stecknadel in der kleinen Kirche fallen hören können.

Schöne Kapelle im Wald

Die Idee zu dieser Wallfahrt ging von Erwin Hornig bereits zu einer Zeit aus, als er noch Hüttenwirt der Naturfreundhütte war und der Eiserne Vorhang noch die beiden Länder trennte. Er erzählte damals seinen Gästen von einer schönen Kapelle mitten im Wald, die er bei seinen Ausflugsfahrten ins Böhmische entdeckt hatte. In dieser, so sein damaliger Gedanke, könnte man eine böhmisch-bayerische Andacht feiern. Schnell hatte er Gleichgesinnte gefunden, die dann zunächst in kleinen Gruppen aufbrachen und eine Veranstaltung erlebten, die alle begeisterte – bis zum heutigen Tage. Seit 1989 wurde diese Marien-Wallfahrt dann offiziell, wovon auch eine Kerze in der Kirche zeugt.

Ein großer Bus hatte die Pilger am Freitag zunächst nach Draženov gebracht und von dort aus führte eine enge Straße nach Dobrá Voda, in der sich die schmucke kleine Kirche am Waldrand befindet. Hier war die gute Fahrkunst des Chauffeurs gefragt, der aber alle Hürden bestens meisterte. In der Nähe der Kirche befindet sich eine Quelle, der heilende Wirkung bei Augenleiden nachgesagt wird. Aus diesem Grunde entstand aus Dankbarkeit um 1800 zunächst eine Kapelle und, nachdem diese abgebrannt war, schließlich die kleine Kirche. Die Kirche ist der Jungfrau Maria gewidmet und das Altarbild mit der Muttergottes hat der bekannte chodische Maler Jaroslav Špillar gefertigt.

Kirchweih am 25. Mai

Erwin Hornig hieß in der mit frischen Blumen geschmückten Kirche die Fahrtteilnehmer herzlich willkommen und gab danach per Fingerzeig den drei Gruppen ihre Starteinsätze. Obwohl die Andacht nahezu eineinhalb Stunden dauerte, verging diese wie im Flug. Es wechselten sich Marienlieder in deutscher und tschechischer Sprache ab, dargeboten von den eingangs erwähnten Gruppen. Am Sonntag, 25. Mai, wird übrigens die Kirchweih in Dobrá Voda gefeiert und dazu findet um 16 Uhr eine Heilige Messe in der Kirche statt.

Nach der Maiandacht wurde traditionell das Hotel Bohmann in Babylon angesteuert, wo alle vom Chef Tomáš Hrubý persönlich freudig begrüßt wurden. Dort genossen alle die gute Küche des Hauses.

Hier bewies der „Rittsteiger Dreigesang“, dass er auch für eine sehr angenehme musikalische Unterhaltung sorgen kann und dabei wurde auch eifrig das Tanzbein geschwungen.

(fkr)

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