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Kunst

Mit dem Container nach Hinterstoder

Nach Patagonien und Island geht es für den Gleißenberger Maler Peter Lang in den Sommermonaten in die Berge von Österreich.
Von Evi Paleczek

Peter Lang (rechts) und Klaus Zeitler vor dem Mal-Container, der bald in den Bergen von Österreich seinen Platz haben wird. Foto: Paleczek
Peter Lang (rechts) und Klaus Zeitler vor dem Mal-Container, der bald in den Bergen von Österreich seinen Platz haben wird. Foto: Paleczek

Gleißenberg.Der Lebensmittelpunkt von Peter Lang ist in Gleißenberg. Dort hat der Maler sein Atelier – und seine Familie. Weil er wilde, unverstellbare und weite Landstriche liebt, zieht es ihn aber auch immer wieder in die Ferne, wo er dann seine Landschaften malt. Um die unmittelbare Begegnung mit der Natur zu erfahren, hat sich Lang ein Containeratelier geschaffen. Es stand bereits ein knappes Jahr in Patagonien an der Südspitze Chiles und ein Jahr in Island. Und sobald dort der letzte Schnee geschmolzen ist, geht es heuer die Sommermonate über nach Hinterstoder in Österreich.

Auf die kleine Gemeinde im Bezirk Kirchdorf – 926 Einwohner hat sie aktuell – ist der Gleißenberger über seinen Freund Klaus Zeitler gekommen. Der Projekt- und Regionalentwickler ist unter anderem im österreichischen Netzwerk Landluft aktiv, das sich mit einem Konzept für Künstler beschäftigt.

Zur Person

  • Herkunft

    Peter Lang wurde 1965 im oberbayerischen Holzkirchen geboren.

  • Ausbildung

    Er studierte freie Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München (Prof. Rudolf Tröger, Prof. Jerry Zeniuk).

  • Privates

    Seit 1993 lebt und arbeitet er in Gleißenberg, er ist verheiratet und hat fünf Kinder.

  • Kunst

    Landschaften sind seine Leidenschaft als Maler. Und er sucht die unmittelbare Begegnung mit ihr.

  • Atelier-Container

    Je wilder, unverstellter und weiter die Landstriche sind, umso mehr inspirieren sie den Gleißenberger Maler. Dafür hat er seinen Atelier-Container entwickelt, der in Patagonien 2010/11 seine Feuertaufe hatte.

  • Heimat

    Die Heimat von Maler Peter Lang bleibt aber Gleißenberg. Dort hat er ein großes Atelier gebaut. Am Ortsende Richtung Ried entstanden drei Hallen (Lager/Archiv, Druckhalle und Malhalle) mit insgesamt 700 Quadratmetern Fläche.

Zwei Ausstellungen

Die Gemeinde Hinterstoder, bekannt als Wintersportort, möchte Einheimischen und Touristen auch im Sommer etwas bieten und wird in ihrer Hösshalle im Lauf des Sommers zwei Ausstellungen von Lang mit Bildern zeigen, die in der unmittelbaren Umgebung entstanden sind. Hinterstoder war nach Patagonien und Island zunächst natürlich nicht sein Traumziel, sagt Peter Lang im Gespräch mit unserem Medienhaus. Er hat dann aber nach den Gesprächen mit Zeitler zusammen mit seiner Frau Gabi Lang-Kröll die Gemeinde in Österreich besucht – und war begeistert. Von den Leuten dort und der schönen Lage am Ende eines Tals. Die Größe des Orts ist Gleißenberg ähnlich, und das gefällt dem Maler: Seine Idee bleibt, im Dorf zu leben und zu arbeiten. Außerdem hat es ihn schwer beeindruckt, was die Einwohner in Hinterstoder alles bewegt haben – weil sie es wollten, erzählt der 51-Jährige.

Vor ein paar Jahren stand Peter Langs Malcontainer in Island. Foto: Paleczek
Vor ein paar Jahren stand Peter Langs Malcontainer in Island. Foto: Paleczek

So wird er also sobald kein Schnee mehr liegt mit seinem Container bis etwa November auf die Berge von Hinterstoder ziehen, von wo aus er auf viele Gipfel blicken kann. Denn ein Maler muss zu den schönen Plätzen hinschauen können, erklärt Lang. In Österreich ist man gerade dabei, die entsprechenden Genehmigungen einzuholen, den Transport des Containers nach oben zu organisieren und logistische Dinge wie Waschmaschine, Duschgelegenheit und Übernachtungsplatz abzuklären.

Begleitet wird das Projekt zudem vom BR, der immer wieder in der Abendschau darüber berichtet. Einmal, wenn der Container nach oben transportiert wird, während des Malbetriebs und eventuell noch in einem dritten Beitrag. Auch das ORF will Zeitler noch ins Boot holen, auf BR5 kommt Ende April ein 20-minütiger Beitrag über das Projekt.

Die ersten Bilder vom Berg

Peter Lang bringt schon einige seiner Werke mit, die in der Hösshalle in Hinterstoder zu sehen sein werden. Ab 15. Juli werden dort voraussichtlich die ersten Bilder vom Berg hängen, meint er. Sie werden zunächst im Rahmen der Kreativen Woche des Landinger Sommers gezeigt. Bis der Gleißenberger zum Winteranfang wieder abreist aus Österreich, werden in der Hösshalle ständig wechselnde Werke von ihm zu besichtigen sein, die auf dem Berg vor Ort entstanden sind. Die Rahmen dafür bekommt er von der Schreinerei Breu aus Neukirchen b. Hl. Blut auf den Berg geliefert, erzählt Peter Lang.

Abgesehen von den Ausstellungen in Hinterstoder werden die Bilder der Öffentlichkeit erst gezeigt, wenn das Projekt beendet, und er wieder zurück ist in Gleißenberg. Die Werke werden in den Galerien Fenna Wehlau in München, ArtAffair Regensburg und Heissingsart Lübeck zu sehen sein, frühestens ab Januar. Interesse hat zudem das Buchheim Museum der Phantasie in Bernried signalisiert. Außerdem wird es einen Katalog zu den in Hinterstoder entstandenen Werken geben sowie eine Film-Dokumentation.

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