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Präsentation

Mit Streichhölzern ins Weltall

Das Zündholzmuseum in Grafenwiesen zeigt in den Weihnachtsferien eine Sonderausstellung.
Heinz Pletl

Das Zündholzmuseum erinnert an den Gebrauchsgegenstand Zündholz und an seine Herstellung in der Region.  Foto: Maria-Luise Segl, Landratsamt Cham
Das Zündholzmuseum erinnert an den Gebrauchsgegenstand Zündholz und an seine Herstellung in der Region. Foto: Maria-Luise Segl, Landratsamt Cham

Grafenwiesen.In der kalten Jahreszeit greift man gerne zur Streichholzschachtel. Zum Anzünden einer Kerze oder zum Entfachen des Feuers im Kamin- oder Kachelofen werden Zündhölzer immer noch verwendet. Was heutzutage aber eher eine Frage des guten Stils ist, war früher gang und gäbe. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren Zündhölzer unverzichtbare Alltagsgegenstände. Sie wurden industriell hergestellt und fanden massenhafte Verbreitung – bis sie schließlich von Feuerzeugen aus dem alltäglichen Gebrauch verdrängt wurden.

Das Zündholzmuseum in Grafenwiesen erinnert an diesen einst bedeutenden Gebrauchsgegenstand und an seine Herstellung in der Region. Mehr als 100 Jahre lang wurden in Grafenwiesen Zündhölzer produziert. Der Messerschmied Johann Ellmann hatte in seinem kleinen Sägewerksbetrieb am Weißen Regen im Jahr 1878 mit der Herstellung des damals innovativen Produkts begonnen. Etwa 50 Jahre später entstand an selber Stelle die Zündholzfabrik Allemann, die sich zu einem der bedeutendsten industriellen Arbeitgeber der Region aufschwang. Das Zündholzmuseum Grafenwiesen zeichnet auf etwa einhundert Quadratmetern diesen Weg vom Kleingewerbe zur Industrie nach und stellt historische Verknüpfungen zum nahen Böhmen her. Ein Kurzfilm veranschaulicht die Geschichte der Zündholzproduktion in Grafenwiesen und im böhmischen Sušice (Schüttenhofen). Der Blick wird auch auf Verbraucher und Sammler gelenkt: Zündholz-Behältnisse für Wand, Tisch oder Tasche sind in vielfältigen Formen und Materialien in der Dauerausstellung ebenso zu sehen wie Zündholzetiketten als „kleinste Werbeplakate der Welt“.

An den Öffnungstagen in den Weihnachtsferien besteht letztmals Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellung „Mit Feuer ins All – Zündholzetiketten aus aller Welt zum Thema Raumfahrt und Luftverkehr.“ Auch Streichholzschachteln mit weihnachtlichen und winterlichen Motiven sind zu sehen.

Nach den Weihnachtsferien macht das Museum Winterpause. An Ostern 2020 beginnt die neue Saison mit der Ausstellung „Solo Girl und Walfischzünder – Historische Gebrauchsgrafik in Miniaturformat“. (khp)

Zündholzmuseum

  • Anschrift:

    Zündholzmuseum Grafenwiesen, Schönbuchener Str. 31, 93479 Grafenwiesen; Telefon: (0 9941) 94 03 17, tourist-grafenwiesen@t-online.de, www.grafenwiesen.de

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