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Grafenwiesen

Was ist eigentlich ein „Solo Girl“?

Diese Frage beschäftigte die „Freunde des Zündholzmuseums Grafenwiesen“ bei einer Zusammenkunft in Elviras Kaffeestüberl
Heinz Pletl

Ein Solo-Girl, ein seltenes Etikett auf Zündholzschachteln Foto: Heinz Pletl
Ein Solo-Girl, ein seltenes Etikett auf Zündholzschachteln Foto: Heinz Pletl

Grafenwiesen.Was ist eigentlich ein „Solo Girl“? Diese Frage beschäftigte die „Freunde des Zündholzmuseums Grafenwiesen“bei einer Zusammenkunft in Elviras Kaffeestüberl in Thürnhofen. Die Gemeinde Grafenwiesen hatte zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Im Laufe des Nachmittags konnte die Frage geklärt werden.

Bürgermeister Josef Dachs dankte den Damen und Herren, die seit vielen Jahren im Ehrenamt während der Museumssaison an den Wochenenden Kassendienste und Führungen übernahmen sowie den fleißigen Helferinnen und Helfer im Hintergrund, die im Museumsdepot in vielen Stunden das ganze Jahr über wertvolle Sortierarbeiten leisteten. Im Zündholzmuseum funktioniere das Zusammenwirken von Ehrenamtlichen und Fachkräften ausgezeichnet. Nur durch akribische Vorarbeit könnten jährlich wechselnd im Rahmen von Sonderausstellungen interessante Ausschnitte aus der großen Sammlung von Zündholzschachteln, Zündholzetiketten und weiteren Objekten der Zündwarenindustrie präsentiert werden.

Maria-Luise Segl, Museumsfachkraft beim Landkreis Cham, lüftete schließlich das Geheimnis des „Solo Girls“. Es handle sich um ein weit verbreitetes Motiv auf Zündholzschachteln aus der Frühzeit der Zündholzetikettierung um 1900 und stamme von dem österreichisch-tschechischen Zündwaren-Unternehmen SOLO, das letztendlich auch mit der Grafenwiesener Zündholzfabrik in Verbindung stehe. In der neuen Sonderausstellung ab Ostern 2020 wird das Zündholzmuseum Grafenwiesen unter dem Motto „Solo Girl und Walfischzünder“ Ausschnitte aus einer pittoresken Privatsammlung präsentieren, die als großzügige Schenkung vor einigen Jahren in den Sammlungsbestand einfloss. Diese Sammelbögen zählten zu den ältesten Objekten des Museums und sollen nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Maria-Luise Segl berichtete auch über überregionale Aktivitäten des Zündholzmuseums im vergangenen Jahr, so etwa die Beteiligung an der Ausstellung „Holz macht Sachen“, die derzeit durch ganz Bayern wandert und durch moderne digitale Elemente ergänzt wird. Im Rahmen der „Zweckvereinbarung zur fachlichen Betreuung kommunaler Museen“, eines Modells, in dem der Landkreis und neun kommunale Museumsträger seit Jahrzehnten gut zusammenwirken, sei dies möglich.

Man tauschte sich noch über vielerlei Themen aus, bevor sich die gemütliche Runde auflöste. Wer sich für freiwillige Kulturarbeit interessiert und ehrenamtlich im Zündholzmuseum Grafenwiesen mitwirken möchte, sollte sich an die Museumsbeauftragte der Gemeinde, Marianne Amesberger wenden (Tel. 09941/9403-15). (khp)

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