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Aktion

Der SV Hohenwarth – ein Leben lang!

Wie die Fußballer des SV Hohenwarth zu einer Vereinshymne gekommen sind. Mit der könnten sie jetzt sogar steinreich werden.
Von Sigrid Gollek-Riedl

Andreas Miefanger (li.), Philipp Kastenholz (Schlagzeug), Pauli Fischaleck (hinten Mitte) und Johannes Eiser (r.) sind die Band Ultrasäpp, die eigens für die Hohenwarther Hymne gegründet wurde. Im Bäckerzipfel-Stadion drehten sie zusammen mit Spielern und Fans das Video für den Wettbewerb. Screenshots/ Fotos: Fischaleck
Andreas Miefanger (li.), Philipp Kastenholz (Schlagzeug), Pauli Fischaleck (hinten Mitte) und Johannes Eiser (r.) sind die Band Ultrasäpp, die eigens für die Hohenwarther Hymne gegründet wurde. Im Bäckerzipfel-Stadion drehten sie zusammen mit Spielern und Fans das Video für den Wettbewerb. Screenshots/ Fotos: Fischaleck

Hohenwarth.Geboren wurde die Idee schon vor ein paar Jahren am Stammtisch – der SV Hohenwarth soll eine Vereinshymne bekommen. Pauli Fischaleck, Musiker und selber einmal Kicker beim SVH – O-Ton: „Jetzt darf ich ab und zu noch in der Zweiten mithaun“ – hat sich der Sache angenommen.

„Mein Herz schlägt rot und blau“ heißt sie und kommt in bestem Bayern-Rock daher. Den Tag der Premiere hatten die Hohenwarther auch schon im Kopf. Zum Start der neuen Saison hätte das Liadl gespielt werden sollen. Doch die Sache hat in den vergangenen Wochen eine nie geglaubte Dynamik entwickelt. Drei Jahre hatte Fischaleck den Text in der Schublade, und wer weiß, was daraus geworden wäre, hätte nicht der Hohenwarther Vorstand den Stein ins Rollen gebracht und auf den Wettbewerb der Firma Godelmann hingewiesen, den das Unternehmen unter dem Titel „Steine für Vereine“ zusammen mit dem 1. FC Nürnberg initiiert hat.

Ihr schönstes Trikot in den Vereinsfarben Rot und Blau haben die Hohenwarther um Kapitän Christian Mühlbauer angezogen für den Video-Dreh. Für die „Stunts“ war Christoph Weiß (r.) zuständig. Screenshots/ Fotos: Fischaleck
Ihr schönstes Trikot in den Vereinsfarben Rot und Blau haben die Hohenwarther um Kapitän Christian Mühlbauer angezogen für den Video-Dreh. Für die „Stunts“ war Christoph Weiß (r.) zuständig. Screenshots/ Fotos: Fischaleck

Auf dieser Homepage können Vereine ein Video hochladen, die User stimmen ab und am Ende bekommt der Sieger 5000 Euro für Steinplatten, Mauersteine oder Terrassenelemente zur Renovierung des Fußballplatz-Geländes. Und 500 Euro für eine Sieger-Grillparty. Nun hat es plötzlich pressiert, denn die Hohenwarther, die mit dem Bäckerzipfelstadion wohl den kleinsten Fußballplatz im Landkreis haben, wollten mitmachen. Das Vereinsheim mit einer legendär winzigen Schiri-Kabine könnte ebenfalls eine Schönheitskur brauchen.

Idee in der Schublade

Pauli Fischaleck (vorne) hat für seinen Herzensverein ein Lied geschrieben. Screenshots/ Fotos: Fischaleck
Pauli Fischaleck (vorne) hat für seinen Herzensverein ein Lied geschrieben. Screenshots/ Fotos: Fischaleck

Die Idee, womit sich der SV an der Abstimmung beteiligen könnte, lag ja quasi in Fischalecks Schublade und war inzwischen bereits öffentlichkeitstauglich. Fischaleck war nicht untätig geblieben. Eigens für den Song hat sich eine neue Gruppe zusammengefunden und lässt als „Ultrasäpp“ für die SVH-Hymne die E-Gitarren wummern. Die vier Musiker der Band sind nicht irgendwer – Schlagzeuger Philipp Kastenholz und Bassist Andreas Miefanger sind eine Hälfte von „Gentle“. Johannes Eiser und Pauli Fischaleck spielten bei „The Bändhouse“. Das neue Quartett traf sich im Probenraum, und Fischaleck hat seinen Kollegen seine SVH-Hymne vorgespielt. „Es war eher so eine Akustik-Nummer“, erzählt Pauli. Die Jungs waren sich einig – „da muss mehr Gas rein“ – knieten sich in die Arbeit und bastelten eine rockige Nummer daraus im E-Gitarren-Sound mit satten Schlagzeug-Beats. Damit wäre die Mission eigentlich erfüllt gewesen. Vier schöne Strophen – in denen es Vereinshymnen-geeignet etwa heißt: „Mir ham an Wadlbeißer, des is koa Scherz, mit ham den kleinsten Platz, aber ein großes Herz...“, singt Fischaleck zu den wummernden Gitarren. Als letzte Motivation beim Einlaufen perfekt geeignet. Und den Refrain hat Fischaleck mit der Erfahrung etlicher Feiern nach Spielen so gehalten, dass ihn jeder Spieler mitsingen kann: Ohh, ohh, ohh, ohh – Es Vau Ha- ein Leben lang!

Hohenwarther Hymne im Wettbewerb

  • Die Hymne:

    Der frühere SVH-Spieler und Musiker Pauli Fischaleck hatte schon seit längerem vor, für seinen Verein eine Hymne zu machen und hatte Text und Musik schon lange in der Schublade.

  • Der Wettbewerb:

    SV-Vorsitzender Johannes Köberl hat seine Fußballer auf den Wettbewerb „Steine für Vereine“ aufmerksam gemacht. Das Oberpfälzer Unternehmen Godelmann, Premium-Partner des Club, hat die Aktion für Vereine zusammen mit dem 1. FC Nürnberg initiiert.

  • Die Idee:

    Vereine, deren Anlagen wie Parkplätze sowie Wege und Plätze rund um das Spielfeld und das Vereinsheim eine Sanierung nötig haben, können sich bewerben.

  • Der Preis:

    Der Siegerverein bekommt einen Warengutschein in Höhe von 5000 Euro für Pflaster- oder Mauersteine sowie eine Grillparty in Höhe von 500 Euro. Das Video, das am 4. Mai bis 23.59 Uhr die meisten Stimmen hat, gewinnt.

  • Abstimmung:

    Abgestimmt werden kann unter www.steinefuervereine.de/videos/

Final abgemischt im Tonstudio wustrack in Deggendorf reichte der Song alleine für die Bewerbung nicht, ein Video musste her! Und die Produktion des Filmchens machte die Sache noch einmal hochspannend. Denn die Mitwirkenden, sprich Mannschaft, Fans und die Ultrasäppn fanden für den gemeinsamen Termin nur einen Tag – ausgerechnet den Karfreitag!

Schlagzeug-Beats am Karfreitag

Bäckerzipfel-Stadion in Hohenwarth Screenshots/ Fotos: Fischaleck
Bäckerzipfel-Stadion in Hohenwarth Screenshots/ Fotos: Fischaleck

Dass es dem Tag im Bäckerzipfel-Stadion unpassend laut wurde, erzählen die Musiker und Kapitän Christian Mühlbauer im Gespräch mit unserem Medienhaus mit gesenkter Stimme, aus der das schlechte Gewissen herauszuhören ist. Alle Versuche, den Dreh in einem akustisch verträglichen Rahmen zu halten, scheiterten. Kastenholz musste in die Trommeln hauen und auch das dumpfe Ploppen des Balls, der immer und immer wieder ins Netz gedroschen wurde, war unüberhörbar.

Für die Action-Szenen war in erster Linie Christoph Weiß zuständig. „Das ist unser bester Mann“, sagt Kapitän Christian Mühlbauer. Aber selbst Hohenwarths Edeltechniker brauchte etliche Versuche, bis der Fallrückzieher den Kameramännern Dominic Moser und Andreas Babl passte. Wenn dann noch elf Stollenschuh-Paare über das Pflaster vorm Vereinsheim tippeln, die Mannschaft – natürlich im schönsten Trikot in den Vereinsfarben Rot und Blau – aufläuft und den Refrain mitsingt... Am Ende war alles gut! Die Hohenwarther liefern sich bei der Abstimmung im Moment ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins mit dem SV Kelheimwinzer. Ein paar Klicks aus dem Fußballkreis Cham wären also kein Schaden.

Übrigens: Ultrasäpp soll keine Eintagsfliege sein. Die vier Musiker haben schon zwei weitere Songs produziert. Doch für ihren Bayern-Rock bräuchte es unbedingt noch einen, der Quetschn kann, wie Pauli Fischaleck mit einem Augenzwinkern sagt.

Hier können Sie für den SV Hohenwarth abstimmen!

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