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Kirche

Jubelprofess in Strahlfeld

Die sieben Schwestern waren viele lange Jahre in Afrika im Einsatz. Beim Jubiläumsgottesdienst wurde zurückgeblickt.
Von Jakob Moro

  • Die Schwestern feierten Jubelprofess mit Pater Peter Renju von den Redemptoristen aus Cham. Fotos: Jakob Moro
  • Junge Schwestern aus Afrika bei der Gabenbereitung: Sie sind eine große Hilfe für die betagten Schwestern Strahlfelds

Roding.Sie waren 21, 22 und 29 Jahre jung, als sie 1954 beziehungsweise 1959 Missionsdominikanerinnen wurden und ihre Profess ablegten. Viele von ihnen waren in Afrika – in Simbabwe, dem damaligen Rhodesien – in der Mission oder im Kranken- und Pflegedienst tätig. Am vergangenen Samstag feierten sie Profess-Jubiläum im Kreise ihrer Mitschwestern und der weit angereisten Verwandten und Freunde.

Mit Pater Peter Renju von den Redemptoristen in Cham und zum Klang afrikanischer Trommeln und zum Tanz der jungen Schwestern aus Sambia, Simbabwe und Kenia zogen die Jubilarinnen in die Klosterkapelle ein und feierten einen beeindruckenden Festgottesdienst. Sr. Dr. Astrid Hermes, Regionalpriorin der Deutschen Region des Ordens der Dominikanerinnen, hieß alle herzlich willkommen. Ihr besonderer Gruß galt den sieben Jubilarinnen. Sr. Astrid: „Ihr habt Gott und den Menschen in vielfältiger Weise gedient. Ihr könnt auch heute noch auf ein erfülltes Leben zurückblieben. Dafür wollen wir Gott danken!“

Auf die beste Karte gesetzt

Pater Renju ging auf das Evangelium nach Johannes ein und sagte unter anderem: „Unsere Jubilarinnen haben den Auftrag Jesu – „Bleibt in meiner Liebe“ – zu ihrem persönlichen Auftrag gemacht. Das Versprechen der ersten Profess, Eure Liebe zu Jesus, ist nicht erloschen. Ihr habt vor 60 beziehungsweise 65 Jahren die Profess abgelegt. Daraus wurde ein Berufungsweg, ein Lebensweg. Ihr habt alles auf eine gute Karte gesetzt. Auf die beste Karte.“ Musikalisch mitgestaltet wurde der Dankgottesdienst von den Missionsdominikanerinnen aus Afrika und Anna Maria Knoll an der Orgel.

Vor 60 Jahren Profess feierte Schwester Trinitate Düllmann, geboren am 7. Oktober 1938. Die erste Profess legte sie am 6. Januar 1959 in Greenwich ab. Von 1960 bis 1970 war sie in Rhodesien/Simbabwe tätig und studierte in England. Anschließend übernahm sie von 1980 bis 1987 in London die Studentenseelsorge; ab 1990 begleitete sie Exerzitien und Kunsttherapien im Konvent Greenwich, seit 1996 im Spiritual Centre der Jesuiten in St. Buenos in Wales. Seit 2018 ist sie in Strahlfeld – auch hier in der Exerzitien-Begleitung.

Schwester Felicity Keggenhoff ist am 5. Mai 1930 geboren. Die erste Profess legte sie am 10. Februar 1959 in Salisbury/Harare ab. Von 1959 bis 1975 war sie als Lehrerin in Rhodesien/Simbabwe, mit einigen längeren Unterbrechungen in Deutschland zur Werbung von Ordensnachwuchs und Start des Kinderdorfes „Die gute Hand“ in Biesfeld tätig. Seit 1975 ist sie aus gesundheitlichen Gründen in Deutschland. Hier tat sie viele Jahre Dienst an der Klosterpforte. Jetzt ist sie im Ruhestand in der Pflegeabteilung.

Schwester Daniela Meier wurde geboren am 12. November 1937 in der Schweiz. Die erste Profess legte sie am 16. Juni 1959 in Salisbury/Harare ab. Von 1960 bis 1979 und von 1982 bis 1988 war sie Lehrerin in Rhodesien/ Simbabwe. Von 1979 bis 1981 in Grafenwöhr, anschließend, bis 1994, an der Fachschule für Hauswirtschaft in Strahlfeld. Nach Schließung der Hauswirtschaftsschule engagierte sie sich bei einem pastoralen Projekt in Osterode/Harz in der Gemeindeseelsorge. Jetzt ist sie im Caritas-Altenheim mit unterschiedlichen Aufgaben eingebunden, besonders in der religiösen Betreuung der Heimbewohner.

Schwester Reingard Berger, geboren am 9. September 1937: Die erste Profess legte sie am 9. April 1959 in Strahlfeld ab. Im gleichen Jahr reiste sie nach Simbabwe. Nach Schulausbildung und Studium Lehramt an Sekundarschulen war sie bis 1985 an ordenseigenen Schulen tätig, anschließend acht Jahre Regionalpriorin für Simbabwe. Zunächst war sie Stellvertreterin der Generalpriorin, von 2002 bis 2008 Generalpriorin der Kongregation mit Sitz des Generalats in England. 2011 Rückkehr nach Deutschland zur ärztlichen Behandlung; nach ihrer Gesundung bis heute Pforten- und Telefondienst im Kloster Strahlfeld.

Schwester Vianney Linkw wurde geboren am 5. März 1937. Erste Profess war am 9. April 1959 in Strahlfeld; anschließend Ausreise nach Rhodesien. Von 1960 bis 1972 war sie Lehrerin im Grundschulbereich des Mutterhauses und in der im Aufbau befindlichen Schule. Nach einem Sprachkurs in Spanien folgte dieAusreise mit einer kleinen Pioniergruppe nach Kolumbien und die Neugründung einer Niederlassung im Slumgebiet von Bogota; danach Errichtung mehrerer Sozial-pastoraler Zentren mit Kindertagesstätte, Schulbibliothek, medizinischen Zentrum, Katechese, Erwachsenenbildung und Seniorenbetreuung. Nach 45 Jahren kehrte sie 2018 aus gesundheitlichen Gründen Rückkehr nach Strahlfeld zur intensiven medizinischen Betreuung auf der Pflegestation des Klosters zurück. Derzeit ist sie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Sie konnte an der Feier nicht teilnehmen.

In Afrika lange unterrichtet

Vor 65 Jahre Profess: Sr. Berngara Spagl wurde geboren am 18. März 1931. Erste Profess am 20. April 1954 in Strahlfeld. Noch 1954 reiste sie nach Afrika aus. Einsatz im hauswirtschaftlichen Bereich in Häusern der Jesuiten im damaligen Salisbury. Aus gesundheitlichen Gründen Rückkehr nach Deutschland. Von 1969 bis 1977 wiederum hauswirtliche Tätigkeiten in den Filialen des Klosters in Neukirchen-Balbini und Furth bei Landshut. Mittlerweile ist Sr. Berngara in Strahlfeld auf der Pflegeabteilung des Klosters.

Sr. Prudentissima Jobst wurde geboren am 11. August 1933; erste Profess war am 20. April 1954 in Strahlfeld. Noch im Jahr 1954 reiste sie ins heutige Simbabwe aus, machte eine schulische Weiterbildung zur Lehrerin und unterrichtete bis 1989. Im gleichen Zeitraum war sie im pastoralen Dienst tätig. Sie kehrte aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurück und versah von 1994 bis 2013 pastorale Dienste in Osterode im Harz. Jetzt lebt sie im Ruhestand in Strahlfeld, ist aber noch vielseitig tätig.

„Großer Gott, wir loben dich, Herr wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke“, sangen alle in der Klosterkirche zum Schluss des feierlichen Festgottesdienstes. Anschließend waren alle Gäste zu guten Gesprächen mit den Schwestern bei einem gemeinsamen Mittagessen, Kaffee und Kuchen ins Kloster eingeladen.

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