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Wirtschaft

Aldi zieht um, dm kommt nach Kötzting

Stahlbau Aschenbrenner verlagert Produktion und Verwaltung. Für neue Firmen und Bauprojekte werden 23 000 Quadratmeter frei.
Von Stefan Weber

Auf diesem Areal soll etwas völlig Neues entstehen. Foto: S. Weber
Auf diesem Areal soll etwas völlig Neues entstehen. Foto: S. Weber

Bad Kötzting.Seit Monaten wurde in der Stadt bereits darüber spekuliert, nun ist es offiziell: Die Stahlbaufirma Aschenbrenner verlässt nach 74 Jahren den Standort Bad Kötzting und trennt sich von der Fertigung, die künftig in Weiding geschehen soll. Dadurch wird ein mehrere Tausend Quadratmeter großes Areal frei, das sich zur Zeit der Firmengründung zwar außerhalb des damaligen Marktes Kötzting befunden hatte, heute aber sehr nahe an der Innenstadt liegt.

Die Lage ist also prominent genug, um sinnvoll und gewinnbringend für die Entwicklung der Stadt eingesetzt zu werden – so lautet die Überzeugung, der Bürgermeister Markus Hofmann bei einer Pressekonferenz am Dienstag Ausdruck verleiht. Hier erklären die Aschenbrenner-Geschäftsführer Alois Baumgartner und Stephan Rotter, was sie zu diesem Schritt bewogen hatte.

Fast 4000 Quadratmeter Fläche

„Als die Firma 1945 nach Kötzting kam, wurden vor allem kleinere Konstruktionen aus Stahl wie etwa Stallbauten hergestellt“, sagt Baumgartner. Seit 1994 habe sich das Unternehmen aber vor allem auf den Bau großer Hallen spezialisiert, und das sei auf dem bisherigen Gelände nicht mehr optimal möglich. Drei Jahre lang habe das Unternehmen einen Käufer gesucht.

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Erfolgs-Deal für Weidinger Firma STEA

Der Betrieb baut die Produktionsfläche aus – auch weil er für die Bad Kötztinger Firma Aschenbrenner die Fertigung übernimmt.

Den fanden sie schließlich in Investor Matthias Altmann aus Cham. Er hatte zuletzt ähnliche Großprojekte wie etwa das Wohn- und Geschäftsgebäude Brunnenhof umgesetzt und erklärt, was auf der Fläche entstehen soll. Im oberen Teil im Norden werden zwei Gebäude entstehen. In einem größeren wird Aldi Süd einziehen. Direkt daneben wird sich die Drogerie-Kette dm mit einer Filiale einmieten. Darüber hinaus bekommt die Stadt einen dritten Edeka-Markt. Im unteren Teil entsteht ein Markt mit einer großen Verkaufs-Fläche.

So sieht die erste Planung aus. Plan: Büro Altmann
So sieht die erste Planung aus. Plan: Büro Altmann

Investor Altmann plant darüber hinaus noch ein weiteres Wohn- und Geschäftsgebäude an der Ecke Bahnhofstraße/Westumgehung. Die Firma Aschenbrenner trennt sich im Zuge der Neuausrichtung von 18 Mitarbeitern, von denen einer in Rente geht; zwei Auszubildende haben einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden, und auch die übrigen Mitarbeiter hätten entweder eine Anstellung im neuen Betrieb oder woanders gefunden, wie Geschäftsführer Alois Baumgartner erklärt. Die übrigen gut 40 Mitarbeiter, die in der Planung, Montage und Vertrieb beschäftigt sind, ziehen in ein 600 Quadratmeter großes Büro in der Stadt um. Hierfür wurden leerstehende Räume oberhalb des ehemaligen Cafés Hitchcock an der Lamerstraße angemietet. Für Rotter und Baumgartner ist dieser Schritt der einzig richtige, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

Die Planung

  • Fläche:

    Das bisherige Aschenbrenner-Areal umfasst insgesamt 23 000 Quadratmeter.

  • Märkte:

    Wenn die alten Gebäude abgerissen sind, sollen hier eine Aldi-Filiale (1200 Quadratmeter), ein dm (700 Quadratmeter) und ein Edeka (1900 Quadratmeter) Platz finden.

  • Parkplätze:

    Zwischen 170 und 180 Parkplätze sind für die drei Geschäfte eingeplant. Hinzu werden rund 100 weitere Parkplätze kommen, die in dem weiterhin geplanten Wohn- und Geschäftsgebäude im Süden des Geländes entstehen sollen. Investor Matthias Altmann könnte sich hier bis zu 30 Wohnungen vorstellen.

„Dem Stadtrat und mir war es besonders wichtig, dass wir ein so traditionsreiches Unternehmen in der Stadt halten können“, erklärt Bürgermeister Markus Hofmann. Darum sei er mit eingebunden gewesen, als die Firma Aschenbrenner ihre Pläne bekanntgegeben habe. Mit der nun gefundenen Lösung sei er hoch zufrieden, mache sie Fehlentwicklungen der Vergangenheit – so etwa, dass Aldi an den Stadtrand gezogen sei – rückgängig. Denn der Discounter gibt seinen Standort an der Arnbruckerstraße im Gegenzug auf. Wie Mathias Gertig für Edeka erklärt, werde die Ansiedlung eines dritten Marktes keine Auswirkungen auf die beiden bereits bestehenden haben. „Die wird es noch auf Jahre hinaus geben“, erklärt er.

„Die Lage ist einfach genial“

Investor Altmann musste nicht lange überlegen, um zuzugreifen, wie er bei dem Treffen im Rathaus erklärt. „Wir haben vor einem Jahr das erste Mal darüber gesprochen“, sagt er. „Die Lage ist einfach genial – ein so großes Grundstück so nahe an der Innenstadt, das gibt es normalerweise gar nicht zu kaufen.“

Stephan Rotter und Alois Baumgartner erklärten die Veränderungen der Firma Aschenbrenner, Mathias Gertig (Edeka) und Stefan Schmidl (Aldi) (v.l.) sowie Marco Stieg (dm, r.) legten dar, warum sie mit Investor Matthias Altmann (3.v.r.) schnell handelseinig geworden sind.  Foto: S. Weber
Stephan Rotter und Alois Baumgartner erklärten die Veränderungen der Firma Aschenbrenner, Mathias Gertig (Edeka) und Stefan Schmidl (Aldi) (v.l.) sowie Marco Stieg (dm, r.) legten dar, warum sie mit Investor Matthias Altmann (3.v.r.) schnell handelseinig geworden sind. Foto: S. Weber

Für Stadtbauamts-Leiter Christian Kopf ist diese Entwicklung deshalb ein Glücksfall, weil auch eine weitere Fehlentwicklung behoben werden kann: „Die Stahlbaufirma lag mitten zwischen zwei Wohngebieten“, legt er dar. Das sei schlecht für die Firma und für die Anwohner gewesen und der Entwicklung der Stadt geschuldet. In der Verwaltung liefen die ersten Überlegungen, wie der Schinderbuckel an das Nahversorgungs-Gebiet angebunden werden könnte. Die Siedlung Auf der Platte, das sieht die erste Planung bereits vor, soll über eine Treppe zu Aldi, dm und Edeka gelangen können.

Bis dahin heißt es aber noch etwas Geduld haben. Denn dieses Jahr wird wohl erst einmal nur abgerissen, wie Altmann erklärt. Gebaut wird wohl nicht vor 2020 werden – dafür muss die Stadt etwa erst einmal den Bebauungsplan ändern, wohl schon in einer der nächsten Sitzungen.

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