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Bayerwald-Trailrunner startet bei WM

Markus Mingo aus Bad Kötzting startet mit deutscher Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Trailrunning in Spanien.

Auf der Zugspitze löste Mingo als deutscher Meister das Ticket zu WM. Foto: Felgenhauer
Auf der Zugspitze löste Mingo als deutscher Meister das Ticket zu WM. Foto: Felgenhauer

Bad Kötzting.Am Samstag erfüllt sich für Markus Mingo einer seiner Kindheitsträume: Als Mitglied der Nationalmannschaft vertritt der Bayerwäldler die deutschen Farben bei der offiziellen Weltmeisterschaft im Trailrunning. Die Trailrun World Championship 2018 findet im Rahmen des Penyagolosa Trails in der Provinz Castellón (Spanien) statt und erstreckt sich auf einer harten, technischen Strecke über 85 Kilometer und 5000 Höhenmeter.

Jede Nation darf für die WM höchstens sechs Männer und sechs Frauen nominieren, die ihr Land vertreten und die um die Weltmeistertitel der Männer, Frauen und des besten Teams (die schnellsten drei Zeiten werden addiert) kämpfen.

Eva Sperger ist in der Region als „Königin vom Bayerwald“ bekannt.  Foto: B. Seidl
Eva Sperger ist in der Region als „Königin vom Bayerwald“ bekannt. Foto: B. Seidl

Deutschland stellt ein sehr homogenes Team. Vom Bundestrainer Jens Lukas wurden für die bevorstehende WM sechs Männer und drei Frauen nominiert. Mit dabei die beiden Sieger des Transalpine Runs 2017, Benjamin Bublak und Christoph Lauterbach, der Sieger des U.TLW 2016, Matthias Dippacher, sowie Johannes Klein und Janosch Kowalzcyk, zwei Ausnahmeläufer aus dem Allgäu. Bei den Frauen startet Eva Sperger, in der Region als Siegerin des U.TLW 2016 und des Arberland Ultratrails bekannt. Das Damenteam komplettieren mit Brigitte Schiebel und Simone Philipp zwei Läuferinnen aus dem Allgäu, die bereits zahlreiche WM Teilnahmen vorzuweisen haben.

Von 0 auf 5000 Höhenmeter

Mingos „Reisegepäck“ ist fein säuerlich vorbereitet. Foto: Mingo
Mingos „Reisegepäck“ ist fein säuerlich vorbereitet. Foto: Mingo

Die Weltmeisterschaftsstrecke beginnt in der spanischen Stadt Castellón auf Meereshöhe und endet nach rund 85 Kilometern und 5000 Höhenmetern am Berg Sant Joan de Penyagolosa. Alle Athleten müssen die 85 km in einer maximalen Zeit von 15 Stunden absolvieren. Das Rennen führt durch die Städte Castellón, Borriol, Villlafamés, Les Useres, Atzeneta, Benafigos, Xodos, Villahermosa und Vistabella bis zum Ziel in Sant Joan de Penyagolosa, 1.280 Meter über dem Meeresspiegel.

Laut Aussagen einiger spanischer Läufer ist der Kurs sehr selektiv und technisch anspruchsvoll. Was im Höhenprofil auf den ersten 40 Kilometern wie ein lockeres Einlaufen aussieht beinhaltet bereits 2000 Höhenmeter – das entspricht in etwa viermal vom Jahnplatz in Bad Kötzting auf den Kaitersberg. Die spärlich verteilten Verpflegungsstationen (nur drei verteilt auf 85 Kilometer) werden den Läufern einiges an logistischem Geschick abverlangen.

Zwischen den Weltklasseläufern bin ich ein sehr kleines Lichtlein.“

Markus Mingo, Mitglied der Nationalmannschaft

Favoriten auf den WM-Titel sind Spanien, Frankreich, Italien und die USA. In diesen Ländern ist Trailrunning Profisport und die Besten ihres Faches sind dort ähnlich berühmt wie bei uns die Fußballer. Für alle deutschen Starter wäre in diesem Weltklassefeld ein Platz unter den Top 20 ein Riesenerfolg. Berechtigte Hoffnungen macht sich das Team jedoch auf eine Medaille in der Mannschaftswertung. Hier werden die besten drei Zeiten jeder Nation (Männer und Frauen getrennt) addiert. Gerade die deutschen Männer bilden ein sehr homogenes Team: Wenn drei der sechs Starter gut durchkommen, ist hier durchaus eine kleine Sensation möglich.

Es kribbelt gewaltig

Bei der Berglauf-WM in Slowenien trug Markus Mingo das erste Mal das Nationalmannschafts-Trikot. Nun vertritt er Deutschland in Spanien bei der Weltmeisterschaft im Trailrunning. Foto: Felgenhauer
Bei der Berglauf-WM in Slowenien trug Markus Mingo das erste Mal das Nationalmannschafts-Trikot. Nun vertritt er Deutschland in Spanien bei der Weltmeisterschaft im Trailrunning. Foto: Felgenhauer

Bei Markus Mingo steigt die Spannung: „Pünktlich zum Vatertag geht es nun also endlich los nach Spanien. Während andere Väter mit dem prall gefüllten Leiterwagen durch die Republik ziehen, laufe ich 85 Kilometer und 5000 Höhenmeter durch Katalonien. Was nun verrückter und ungesünder ist, liegt wohl im Auge des Betrachters. Nach meiner Premiere im Jahr 2016 bei der Berglaufweltmeisterschaft in Slowenien, darf ich auch 2018 Deutschland im Nationaldress vertreten. Eine Woche vor dem Rennen kribbelt es gewaltig und die Spannung steigt von Tag zu Tag. Während ich 2016 mit gemischten Gefühlen zur WM fuhr, überwiegt dieses Mal die Vorfreude. Ich bin stolz, ein Teil dieses deutschen Teams zu sein. Zudem findet der Wettkampf im Rahmen eines Rennens der Ultra Trail World Tour – einer der renommiertesten Rennserien unserer Sportart – im „trailrunning-verrückten“ Spanien statt, was eine Bombenstrecke und gute Stimmung garantiert. Das Event wäre also bereits ohne WM eine Reise wert. Während ich im Normalfall acht bis zwölf Stunden die Woche trainiere, habe ich mein Pensum die letzten fünf Vorbereitungswochen auf etwa 15 Stunden die Woche hochgeschraubt, was mich körperlich und mental an die absolute Belastungsgrenze führte.

Lesen Sie hier: Das Trailfieber im Bayerischen Wald – Vor ein paar Jahren galten die „Bergläufer“ noch als Exoten der Sportszene, mittlerweile erlebt Trailrunning einen Boom.

Als Familienvater mit Vollzeitjob ist für mich einfach nicht mehr drin. Würde ich noch mehr sporteln, müsste zwangsläufig jemand darunter leiden. Seien es meine Frau Veronika und die Kinder, die Qualität meiner Arbeit oder der eigene Körper. 15 Stunden bedeutet in meinem Fall etwa 150 Kilometer und 5000 Höhenmeter Laufen die Woche – mehr, als ich je zuvor trainiert habe. Und das Training wirkt: Die Waage zeigt Wettkampfgewicht, die Uhr Bestwerte und auch die Vorbereitungswettkämpfe liefen gut. Marathonbestzeit mitten im Winter beim Thermenmarathon in Bad Füssing, ein zweiter Platz beim Silberhüttentrail und ein recht souveräner Sieg beim Chiemgau Trail vergangenes Wochenende in Marquartstein. Die Eckdaten der WM-Strecke entsprechen in etwa denen des Zugspitz Supertrail XL (80 km, 4500 hm) auf dem ich 2017 immerhin Deutscher Meister wurde. Sie könnte mir also liegen.

Trotzdem wären zu hohe Erwartungen vermessen und ein Platz unter den Top 20 utopisch. Zwischen den Weltklasseläufern bin ich ein sehr kleines Lichtlein und insgeheim rechne ich damit, dass mir die Stars aus Spanien, Frankreich oder den USA ordentlich eins drüberziehen. Mein Wunsch für das Rennen ist es gesund die Ziellinie zu erreichen, mit dem guten Gefühl mein bestmögliches gegeben zu haben.“

Eine pdf-Datei mit dem Höhenprofil der Strecke finden Sie hier.

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