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Sammlerstück

Briefmarke ist Botschafter für Region

Auf dem Großen Arber wurde am Freitag die eben erschienene Sonderbriefmarke „Bayerischer Wald“ vorgestellt.
Von Fred Wutz

Die neue Briefmarke zeigt die sogenannten „Arbermandl“ in einer sehr selten anzutreffenden und beeindruckenden Licht-Situation.
Die neue Briefmarke zeigt die sogenannten „Arbermandl“ in einer sehr selten anzutreffenden und beeindruckenden Licht-Situation. Repro: wu

Bad Kötzting.Es herrschte traumhaftes Winterwetter – strahlend blauer Himmel und Sonnenschein – als am Freitag auf dem Großen Arber die neue Briefmarke „Großer Arber“ präsentiert wurde. Das Sonderpostwertzeichen gehört zur Serie „Wildes Deutschland“ und ist seit 2. Januar im Handel.

Was Rang und Namen in Politik und Tourismus in den Landkreisen Cham, Regen, Freyung-Grafenau und Deggendorf hat, war durch die Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier und Alois Rainer sowie durch Dr. Michael Braun (Tourismusverband Ostbayern) und Thomas Liebl (Arber Bergbahn) „auf den Berg“ eingeladen worden. MdB Helga Weinberger und der frühere Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken führten die Liste der Gäste zusammen mit Niederbayerns Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich sowie den Landratsstellvertretern Sandro Bauer (Cham) und Helmut Plenk (Regen) an. Dazu kamen Repräsentanten von Philatelisten-Verbänden und zahlreiche Bürgermeister aus beiden Regierungsbezirken.

Werbung in der ganzen Welt

Lutz-Hermann Richter l (l.) überreichte an MdB Karl Holmeier (r.) ein „Rotes Album“
Lutz-Hermann Richter l (l.) überreichte an MdB Karl Holmeier (r.) ein „Rotes Album“ Foto: wu

Holmeier verwies auf seine Initiative, über den Programmbeirat des Bundestages die Herausgabe eine Briefmarke für die Region zu erreichen. Das neue Postwertzeichen sei nun ein „Botschafter des Bayerischen Waldes“, mache nun Werbung in Deutschland und in der ganzen Welt. Der Abgeordnete dankte der Deutschen Post für die Herausgabe.

MdB Alois Rainer freute sich, „dass Karl Holmeier in meinem Wahlkreis mit mir zusammen die Präsentation der Briefmarke vornimmt“. Die Marke sei etwas ganz Besonderes“, zeige sie doch den Arber „ein bisserl geheimnisvoll und mystisch“, was ja irgendwie auch für Menschen im Wald gelte und daher übertragbar sei. MdB Rainer machte dem Fotografen Norbert Rosing ein Kompliment, dessen Aufnahme die Vorlage für die neu herausgegebene Briefmarke war.

Die Kräfte bündeln

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich lobte die Bedeutung der Marke, sie werde von vielen Leuten sicher lange Zeit angesehen, lenke wieder einmal zurecht den Blick auf den Bayerischen Wald. Georg „Charly“ Braun, der Bürgermeister der Gemeinde Bayerisch Eisenstein, dankte, „dass diese Briefmarke ein Bild ist“, es handle sich um keine verfälschte Abbildung.

Dr. Michael Braun betonte die Werbewirksamkeit der Briefmarke: „Es ist wichtig, dass Bayericher Wald drauf steht, das hat Bedeutung und Außenwirkung für die Region!“ Er appellierte, auch künftig in Sachen Tourismus die Kräfte zu bündeln.

Der Grenzberg, der verbindet

Auf dem „fünffachen Grenzberg Arber“ begrüßte Thomas Liebl namens der Arber Bergbahn die Gäste und betonte dabei die verbindende Stellung: Hier träfen nämlich die Gemeinden Lohberg und Bayerisch Eisenstein, die Regierungsbezirke Oberpfalz und Niederbayern, die Landkreise Cham und Regen, Bayern und Böhmen sowie Deutschland und Tschechien zusammen. Der Große Arber sei damit auch ein Berg ohne Grenzen, ein Gipfel der Freundschaft.

Norbert Rosing, ein renommierter Naturfotograf, zeigte seine Bilder, von denen eines als Motiv für die neue Briefmarke diente.
Norbert Rosing, ein renommierter Naturfotograf, zeigte seine Bilder, von denen eines als Motiv für die neue Briefmarke diente. Foto: wu

Für die Deutsche Post erläuterte Lutz-Hermann Richter, dass die neue Marke in der Serie „Wildes Deutschland“ der Abschluss und der Höhepunkt sei. Abgebildet werde eine außergewöhnliche Stimmung auf dem Großen Arber. Das zugrundeliegende Foto habe Norbert Rosing (Grafrath) gemacht, die Gestaltung der Briefmarke habe die Deutsche Post mit Professor Dieter Ziegenfeuter (Dortmund) übertragen. Zehn Millionen Stück seien gedruckt worden, der Reservebestand betrage 570 000. Hergestellt sei die Marke „in bestmöglicher Qualität“ durch die Bundesdruckerei Berlin worden.

Der Wert der Marke von 85 Cent sei zur Frankierung des Kompaktbriefes (Normformat bis zu 50 Gramm) gedacht, aber auch das besondere Bildmotiv sei geeignet, „dass wir guten Grund haben, zuversichtlich zu sein, dass diese Briefmarke gut angenommen wird“.

Lutz-Hermann Richter überreichte dann die sogenannten „Alben“ an besonders benannte Gäste: Je ein „Rotes Album“ erhielten die Abgeordneten Karl Holmeier und Alois Rainer. Je ein „Grünes Album“ bekamen Dr. Olaf Heinrich, Dr. Michael Braun, Norbert Rosing und MdB a. D. Ernst Hinsken. Jeweils ein „Weißes Album“ wurde an Bürgermeister und Landräte der Nachbarschaft des Großen Arber übergeben. Ernst Hinsken verwies darauf, dass die neue Marke „die erste mit Winter-Motiv“ ist. Sie stelle zwar einen unschätzbar große Werbung für die Region dar, doch solle man damit nicht prahlen, sondern darauf sehr stolz sein.

Besondere Lichtsituation

Es folgte eine Präsentation von Bildern verschiedener Jahreszeiten und Situationen im Bayerischen Wald, die der Fotograf Norbert Rosing gefertigt hatte. Eine dieser Aufnahmen war als Motiv für die Briefmarke ausgesucht worden. Sie entstand, so berichtete Rosing, vor drei Jahren an einem Winterabend während eines Sonnenunterganges, wobei die besondere Lichtsituation nur wenige Minuten anhielt. Um die speziellen Farben und damit die Stimmung festzuhalten zu können, habe er „auf Film“ fotografiert, also nicht digital. Ihn freue, dass der Bayerische Wald zum Zuge komme, denn er zähle zu seinen Lieblingsplätzen.

Briefmarken und der Bayerische Wald

1997 erschien diese Briefmarke, die den Bayerischen Wald zeigt.
1997 erschien diese Briefmarke, die den Bayerischen Wald zeigt. Repro: wu

Briefmarken über den Bayerischen Wald oder Besonderheiten der Region wurden zwar mehrfach herausgegeben, allerdings auch nicht sehr oft. Die letzten Postwertzeichen zu diesem Thema stammen aus den Jahren 2005 und 1997. Zu erwähnen ist hier auch die Briefmarke „Further Drachenstich“ aus dem Jahr 2001. Das neue Postwertzeichen ist bereits seit 2. Januar 2016 zu haben. Gedruckt wurden 10 Millionen Stück; die Verkaufsreserve beträgt 570 000. Die Marke „Bayerischer Wald“ gehört zur Sonderpostwerkzeichen-Serie „Wildes Deutschland“ und steht in einer prominenten Reihe mit den Titeln Berchtesgadener Alpen, Niedersächsisches Wattenmer, Unteres Odertal oder Ostsee-Boddenlandschaft. Der Wert der Marke beträgt 85 Cent – eine Größe, welche zur Frankierung für den sogenannten „Kompaktbrief“ (Normgröße, maximal 50 Gramm Gewicht) gedacht ist. Als Motiv für die Marke „Bayerischer Wald“ wurde eine Fotografie des renommierten Naturfotografen Norbert Rosing ausgewählt.

Im Jahr 2005 erschien eine Marke „Nationalpark Bayerischer Wald“ – eine von wenigen über diesen Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Im Jahr 2005 erschien eine Marke „Nationalpark Bayerischer Wald“ – eine von wenigen über diesen Teil der Bundesrepublik Deutschland. Repro: wu

Im Begleittext zu der Marke wird auf die besondere Stellung und Bedeutung des Bayerischen Waldes (zusammen mit dem Böhmerwald) als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Mitteleuropas verwiesen Bei der Vorstellung wurden das „Rote Album“, das „Grüne Album“ und das „Weiße Album“ in mehrfacher Stückzahl an verdiente Personen vergeben; es handelt sich dabei um eigens gefertigte und gewidmete Zusammenstellungen von postfrischen und gestempelten Marken. Sondermarken wird begreiflicherweise ein hoher Werbe- und Aufmerksamkeitswert – nicht nur in Sammlerkreisen – zugestanden, werden sie doch millionenfach auf Briefe geklebt und verschickt. Allein im Jahr 2015 verkaufte die Deutsche Post 2,8 Milliarden Briefmarken, von denen ein Großteil sogenannte Sondermarken waren. (wu)

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