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Natur

Den Wald für die Zukunft pflanzen

Hans Geiger und Florian Weigl informierten die Waldbesitzervereinigung Bad Kötzting über Standortwahl und Pflanztechniken.
Von Alois Dachs

Das Einschlagen der Pflanzen bis zum Einsetzen im Wald verhindert das Austrocknen der Wurzeln.
Das Einschlagen der Pflanzen bis zum Einsetzen im Wald verhindert das Austrocknen der Wurzeln. Fotos: Dachs

Bad Kötzting.Auf großes Interesse stieß das Angebot der Waldbesitzervereinigung Bad Kötzting, bei einem Pflanzlehrgang Hilfestellung für die Gestaltung eines zukunftsträchtigen Mischwaldes zu geben. Am Ludwigsberg, oberhalb der Firma Küppers, wo zum Schutz des neuen Fabrikgebäudes vor Jahren einige Fichten gefällt worden waren, lernten die Teilnehmer – unter ihnen auch drei Frauen, wie die richtige Baumart für eine Nachpflanzung gewählt, der passende Standort gesucht und das wertvolle Pflanzgut optimal in den Boden gebracht wird.

„Borkenkäferlücken“ schnell füllen

Das große Interesse an dem Lehrgang rührt nach Ansicht der Förster auch daher, weil in jüngerer Zeit durch Borkenkäferbefall stellenweise wieder größere Lücken in Fichtenbeständen entstanden sind, die durch passende Laub- oder Nadelbäume gefüllt werden sollten. Wo die passenden Samenbäume nicht vorhanden sind, macht eine Ergänzungspflanzung durchaus Sinn, erläuterte Revierförster Hans Geiger. Die Pflanzung sollte erledigt werden, ehe Himbeere, Brombeere oder Faulbaum die Freiflächen überwuchern. Besonders wichtig ist dabei, anhand der vor Jahren erstellten Standortkartierung zu ermitteln, welche Baumart für welchen Boden passt.

Wichtigstes Kriterium für eine erfolgreiche Arbeit sei, dass die Wurzeln der Waldpflanzen nach der Lieferung durch die Baumschule auf keinen Fall austrocknen dürfen. Wenn das passiert, sei die ganze Arbeit umsonst, gaben Florian Weigl und Hans Geiger zu bedenken. Sie zeigten, wie die Pflanzen bis zur Ausbringung in feuchte Tücher eingeschlagen, oder vorübergehend in einen Pflanzgraben gesetzt werden sollten, ehe sie an ihren endgültigen Standort kommen.

Verschiedene Pflanztechniken

Der Hohlspaten sei das optimale Instrument, um kleine Bäume so in den Boden zu setzen, dass die Feinwurzeln nicht geknickt, oder gar abgebrochen werden, erklärte Hans Geiger. Er sei auf jeden Fall der lange Zeit gebräuchlichen Wiedehopfhaue, oder anderen Pflanzgeräten vorzuziehen, weil die Wurzeln sauber im Boden untergebracht werden können. Die Teilnehmer an der Pflanzschulung konnten die Theorie dann schnell in die Praxis umsetzen, wobei sie schnell merkten, dass Steine und Äste am Boden das Setzen der kleinen Bäume durchaus erschweren können.

Revierförster Hans Geiger und Förster Florian Weigl erklärten, wie die Pflanzen richtig vorbereitet werden.
Revierförster Hans Geiger und Förster Florian Weigl erklärten, wie die Pflanzen richtig vorbereitet werden.

Revierförster Hans Geiger und sein Kollege Florian Weigl zeigten auch, wie vor allem frisch gesetzte Tannen durch Umwickeln der Leittriebe mit ungewaschener Schafwolle gegen Verbiss durch Rehwild geschützt werden. Auch Kunststoffklammern, die am Leittrieb befestigt werden, erfüllen diesen Zweck und vor allem Douglasien, die gerne vom Rehbock verfegt werden, können durch spezielle Blechklammern, die um den Stamm gelegt werden, vor Schäden bewahrt werden. Neben der Pflanzung kann auch das fachgerechte Aussäen von Baumsamen für eine Verjüngung des Bestandes, bzw. die Begründung eines stabilen Mischwaldes sorgen, der eigentlich die käferanfälligen Fichten-Monokulturen ablösen sollte.

In den Mineralboden setzen

Die früher übliche Methode, Feinwurzeln mit einem Axthieb „passend“ zu kappen, sollte auf keinen Fall praktiziert werden, warnte Hans Geiger. Überlange Feinwurzeln sollten höchstens gezielt mit einer kleinen Garten- oder Astschere angepasst werden. Am besten sei aber, die Pflanze mit möglichst allen Feinwurzeln komplett in den Mineralboden zu bringen. Eine seichte Pflanzung in der Humusschicht bringe gar nichts, weil dort zu wenig Nährstoffe für den Aufwuchs des jungen Baumes vorhanden sind.

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