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Gastronomie

Der Kobold zieht von 1 nach 2

Als das Goggolori vor 16 Jahren in Bad Kötzting öffnete, war es gar nicht wirklich geplant. Heute ist es eine Institution.
Von Stefan Weber

  • Seit 1998 betreibt Franz Bauer das Goggolori in Bad Kötzting. Bis Ende der Woche soll es in die neuen Räume umgezogen sein. Fotos: S. Weber
  • Das „neue Goggolori“ ist Wand an Wand an seinen Vorgänger gebaut – doch die Unterschiede sind sehr gut sichtbar. Fotos: S. Weber
  • Das „alte Goggolori“ wird derzeit leer geräumt – was daraus werden soll, darüber ist sich der Betreiber noch nicht klar. Fotos: S. Weber
  • So sieht der Goggolori aus, wie er im Lokal zu finden ist. Fotos: S. Weber

Bad Kötzting.Wenn Franz Bauer heute so an die Anfänge des Goggolori zurückdenkt, dann muss er schmunzeln. Eigentlich war das Lokal am Spitalplatz gar nicht geplant. Das Gebäude, in dem seit 1998 die bekannte Gaststätte mit der Adresse „Am Regen 1“ untergebracht ist, sollte ursprünglich etwas ganz anderes werden – und doch hat es sich so gut entwickelt, dass neu gebaut werden musste, um den Ansprüchen der Gäste besser gerecht zu werden. Das Goggolori zieht um und hat darum noch bis Freitag geschlossen.

Angefangen hatte alles 1992. Bauers Baufirma hatte damals den Auftrag, die Ferienresidenz am Regen zu bauen. „Die Auftraggeber wollten ein Lokal für die Gäste“, erinnert sich Bauer. Das bekamen sie auch. „Chawwarusch“ hieß es, wurde in den Komplex mit eingebaut und nach zwei Jahren wieder geschlossen.

„Alle glücklich, bloß ich nicht“

Das war ungefähr die Zeit, als Franz Bauer das Grundstück kaufte, auf dem das Goggolori heute steht. „Das war die Bauboom-Zeit“, sagt Bauer: „Grundstücke kaufte man damals quasi auf Vorrat.“ Geplant war allerdings ein Wohn- und Geschäftshaus. Aber als die Wohnungs-Eigentümer immer mehr drängten – und die Räume des Chawwarusch auch bereits weitervermietet worden waren – entschied sich Bauer, selbst dieses Café anzubieten. „Damit waren alle glücklich, bloß ich nicht“, sagt Bauer. Alleine ein Dreivierteljahr lang dauerte die Suche nach einem Pächter, der schließlich doch nicht gefunden wurde. Am Ende betrieb er es selbst, mit Ernst Martin und Susi Pongratz als Geschäftsführer.

„Ich selbst wollte es auch gar nicht machen“, erinnert sich Franz Bauer, während er im Neubau des Goggolori an einem der ersten Tische sitzt. Stühle fehlen noch und auch Gläser, Tassen und Teller sucht man vergebens. Das alles zieht in diesen Tagen gerade noch um in das „neue Goggolori“. Wie es dazu kam? Als Bauer sich schließlich Anfang des Jahrtausends entschloss, das Geschäft doch selbst führen zu wollen – die Geschäfte liefen gut, doch die Geschäftsführer hatten sich andere Betätigungen gesucht – war der erste Schritt getan. „Um es nur mit Angestellten zu betreiben, ist es schließlich auch zu klein“, sagt er. Da traf es sich gerade recht, dass sein Sohn Wolfgang nach einer Lehre als Bürokaufmann auch seine Liebe zum Kochen entdeckte. Franz Bauer ist heute 63.

„Vor drei Jahren, als wir uns für den Neubau entschieden haben, hätte ich für mich alleine eine solche Investition nicht mehr getätigt“, sagt er. Aber mit der Perspektive, dass sein Sohn das Goggolori weiter betreiben werde, begannen die Planungen. Erst wurde ein Haus nebenan zugekauft, dann das zweite. Schließlich begann vergangenes Jahr der Neubau. Doch auch damals hatte Franz Bauer noch nicht unbedingt einen Neubau im Sinn: „Ich hätte mir auch nur eine Erweiterung vorstellen können“, sagt er. Aber sein Sohn habe ihn letztlich davon überzeugt, dass eine Erweiterung „nix g’scheit’s is“. Wenn er sich heute im lichtdurchfluteten Neubau umsieht, muss er eingestehen: „Er hatte recht.“

Das Konzept soll sich nicht ändern

Denn ein weiterer und sehr wichtiger Grund für den Neubau sei der Aufbau des Altbaues gewesen. Im neuen Goggolori sind die Vorratsräume nicht mehr von der Küche (die auch größer sein wird) getrennt, die Toiletten auch nicht mehr im Keller untergebracht, sondern ebenerdig – und natürlich ist das „neue“ auch etwas größer als das „alte“. Aber nicht viel: „Zehn bis 15 Plätze werden es mehr sein“, rechnet Bauer.

Ein paar mehr Plätze auf der Terrasse wird es auch geben, aber sonst soll sich nichts ändern. „Jetzt hätten wir mal Platz, um auch was mit Buffet zu machen“, meint Bauer. Aber das werde sich zeigen. Am Konzept, was die Speisekarte betrifft, soll nämlich ebenfalls festgehalten werden. Auch optisch wurde versucht, das „alte“ mit in das „neue“ Goggolori zu nehmen. Neben großen elektronischen Geräten wie etwa Kühlaggregaten werden ein paar Tische und Stühle mit umziehen. Eines wird aber doch ganz anders werden als vorher, sagt Bauer: Denn das neue Goggolori ist weitestgehend vor Hochwasser geschützt. Das hatte in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2002 dem Lokal stark zugesetzt und auch zur längsten Schließung bis zum aktuellen Umzug geführt.

Im Neubau sind die Kanäle absperrbar und auch architektonisch wurde das Hochwasser berücksichtigt: Bauer hätte gerne eine komplette Glasfront gehabt – aber das hätte bedeutet, eventuellen Wassermassen mehr Fläche zu bieten. Auch wenn er bislang wenige Kompromisse mit seinem Goggolori eingegangen ist – den einen nahmen Franz und Wolfgang Bauer gerne in Kauf.

Wie das Lokal zum Namen kam

  • Erster Kontakt

    Als Mitglied des Lichtenegger Theaterbundes kam Franz Bauer Anfang der 90er Jahre mit dem „Goggolori“ in Kontakt – allerdings eher indirekt. Der LiBu besuchte eine Aufführung des Stückes zusammen mit Regisseur Johannes Reitmeier – ohne Franz Bauer.

  • Interesse geweckt

    „Danach haben alle wochenlang nur darüber gesprochen“, erinnert sich Franz Bauer, und sein Interesse war geweckt. Auch im Bayerischen Wald gebe es den Begriff, wenn er hier auch weniger bekannt sei, als beispielsweise in Oberbayern.

  • „Es heißt Goggolori“

    Der Legende nach handle es sich um einen Kobold, „und der lasst Di nimmer aus“, sagt Bauer. „Bei mir hat sich der Name auch gleich im Kopf festgesetzt.“ Als der Tag der Namensfindung für sein Lokal immer näherrückte, sei plötzlich eine Entscheidung gefallen: „Es heißt Goggolori“.

  • Viele Details

    Damit hatte der Kobold das „Haus besetzt“, wie es in der Legende heißt – nun muss er es zwar verlassen, allerdings eben nur von einem Haus in das angrenzende. Der Kobold findet sich in vielen Details im Lokal wieder – im einzigen dieses Namens weit und breit. (wf)

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