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Transalpine-Run

Drei Länder, zwei Läufer – ein Traum

Am Sonntag beginnt für Markus Mingo aus Bad Kötzting die „Tour de France“ der Trailrunner. Er ist einer der Favoriten.

Markus Mingo will beim Transalpine Run ein Wörtchen mitreden um die Vergabe der Podiumsplätze.
Markus Mingo will beim Transalpine Run ein Wörtchen mitreden um die Vergabe der Podiumsplätze. Foto: Felgenhauer

Bad Kötzting.Der Gore-Tex Transalpine Run (TAR) ist eines der härtesten und spektakulärsten Trailrun-Events der Welt. Mehr als 300 Teams starten jedes Jahr im September zu einem der letzten großen Abenteuer, der Alpenüberquerung zu Fuß. Dabei bezwingen sie jeden Tag aufs Neue Marathon-Distanzen und verlangen ihrem Körper alles ab, um nach sieben Etappen als Finisher das Ziel zu erreichen. Am Start ist auch Markus Mingo aus Bad Kötzting. Mit Tina Fischl aus Fürstenstein wird er als einer der Favoriten auf den Sieg in der Kategorie Mixed gehandelt.

Höchstleistung in sieben Etappen

Der TAR 2016 überquert vom 4. bis 10. September die Alpen in sieben Etappen über Trails in drei Ländern, bietet Höhentrails der Superlative, gewagte Downhills und eine Gletscherüberquerung. Die hochalpine Streckenführung wurde komplett neu konzipiert und führt von Garmisch-Partenkirchen über Gipfel, Grate und Gletscher bis nach Brixen in Südtirol.

Insgesamt bietet der Transalpine Run 2016 gleich mehrere Premieren: die erste Etappe über einen Gletscher, die höchste Zielankunft, den höchsten Startpunkt einer Etappe. Insgesamt sind 247,2 Kilometer mit 14 862 Höhenmetern im Aufstieg und 14 998 Höhenmetern im Abstieg zu bewältigen. 300 Zweier-Teams aus 30 Nationen werden an ihr Limit gehen.

Die beiden Bayerwäldler und Scott-Athleten Tina Fischl (Fürstenstein) und Markus Mingo (Bad Kötzting) gehen als Team Leki an den Start. Markus Mingo war bereits in den Jahren 2013 und 2014 mit Wolfgang Hochholzer am Start dieses einzigartigen Sportwettkampfes. In einem persönlichen Tagebuch wird er auch heuer wieder Einblicke in den TAR 2016 gewähren und täglich von der „Tour de France der Trailrunner“ berichten.

Sein Ausblick vor der ersten Etappe am Sonntag: „Die Laufsaison fühlte sich für mich im Herbst 2015 irgendwie unvollständig an: Trotz Top-Platzierungen und toller Rennen bei der Zugspitz-Trailrun-Challenge, dem Zugspitz-Basetrail, dem U.TLW oder dem Matterhorn Ultraks in Zermatt merkte ich, dass meinem Läuferherz in diesem Sommer 2015 irgendetwas gefehlt hatte.

Sehen Sie hier Eindrücke vom Transalpine-Run 2015:

Als dann die erste Septemberwoche anbrach und ich etwas wehmütig die unzähligen Posts und Medienberichte verfolgte, war klar: Es fehlte das ganz große läuferische Saisonhighlight – der Transalpine Run. Hier machen 700 Gleichgesinnte eine Woche lang das, was sie am liebsten tun: Sie laufen zusammen über wundervolle, spektakuläre Strecken – sieben Tage am Stück – über die Alpen. Eine Woche lang werden alle Probleme dieser Welt zur Nebensache und man hat nur eines im Kopf: Laufen, laufen, laufen.

„Eine Woche lang werden alle Probleme dieser Welt zur Nebensache und man hat nur eines im Kopf: Laufen, laufen, laufen.“

Markus Mingo

Wieder ein Teil des Mythos werden

Als der Veranstalter PlanB dann auch noch eine neue, hochalpine Streckenführung von Garmisch-Partenkirchen über Gipfel, Grate und Gletscher bis nach Brixen in Südtirol präsentierte, wusste ich: 2016 will ich zum dritten Mal Teil des Mythos Transalpine Run werden. Doch mit wem sollte ich die Alpenüberquerung wagen? Diese Wahl ist essenziell für den Ausgang des Rennens und entscheidet darüber, ob die Woche zum Erlebnis oder zur Tortur wird. Man muss sich immer vor Augen führen, dass man in sieben Tagen auf 250 Kilometern und 15000 Höhenmetern gemeinsam durch unzählige Höhen und Tiefen geht und man fast 24 Stunden am Tag zusammen verbringt. Man sollte sich also im besten Falle schon ein klein wenig leiden können…

„Man sollte sich also im besten Falle schon ein klein wenig leiden können…“

Markus Mingo zur Wahl des Teampartners

Für mich erübrigte sich diese Entscheidung bei den ersten beiden Teilnahmen. Wolfgang Hochholzer kannte ich seit vielen Jahren, wir waren am Anfang unserer Ausdauersportkarriere zusammen Mountainbike-Rennen gefahren, trainierten zusammen, waren gleich stark und zudem gegenseitige Trauzeugen.

Markus Mingo gehört beim Transalpine-Run mit Tina Fischl in der Kategorie Mixed zu den Favoriten.
Markus Mingo gehört beim Transalpine-Run mit Tina Fischl in der Kategorie Mixed zu den Favoriten. Foto: Seidl

Die Frage nach einem Teampartner stellte sich folglich nie – es war einfach klar, dass wir einen Wettkampf im Zweierteam gemeinsam bestreiten würden. Leider war Wolfgang die erste Saisonhälfte von diversen Verletzungen geplagt und wollte seinem Körper die Belastung eines siebentägigen Etappenrennens ersparen.

Transalpine Run 2016

  • Der Transalpine-Run 2016

    Er überquert die Alpen in sieben Etappen über einzigartige Trails in drei Ländern. Die hochalpine Streckenführung wurde komplett neu konzipiert und führt von Garmisch-Partenkirchen über Gipfel, Grate und Gletscher bis nach Brixen in Südtirol. Insgesamt sind 247,2 Kilometer mit 14 862 Höhenmetern im Aufstieg und 14 998 Hm im Abstieg zu bewältigen.

  • 1. Etappe

    Garmisch-Partenkirchen-Lermoos (Entfernung km 36,5 km, Höhenmeter im Aufstieg 2088 , im Abstieg 1791): Die Trails führen unter der Zugspitze in stetem Auf und Ab über die Landesgrenze nach Ehrwald und weiter bis ins Ziel nach Lermoos. Kurz nach dem Start geht es ins Herz des Wettersteingebirges, bleibt aber mit einer Maximalhöhe von 1619 Metern noch im „Akklimatisations-Bereich“.

  • 2. Etappe

    Lermoos-Imst (Entfernung 33,80 km, Höhenmeter im Aufstieg 2023, im Abstieg 2237): Zum ersten Mal überwindet der Transalpine-Run die 2000er Marke. Die Trails führen zunächst auf eine Höhe von 1742 m, bevor in einem flowigen Downhill der 1 212 m hohe Fernpass überquert wird. Bald danach biegt die Route nach Westen ins Tegestal ab und erreicht auf Pfaden und Steigen übers Grubigjöchl und das Salvesental das Ziel in Imst.

  • 3. Etappe

    Imst-Mandarfen (Entfernung 47,90 km, Höhenmeter im Aufstieg 3037, im Abstieg 2144): Sie ist die längste, die härteste und die mit den meisten Höhenmetern. In einem ständigen Auf- und Ab geht’s über die besten Pitztaler Trails nach 47,9 Kilometern und über 3000 Aufstiegs-Höhenmetern ins Ziel nach Mandarfen am Ende des Pitztals.

  • 4. Etappe

    Mandarfen-Sölden (Entfernung 27,7 km, Höhenmeter im Aufstieg 1453, im Abstieg 2214): Die erste Gletscheretappe aller zwölf Austragungen des Transalpine-Run führt vom Pitztal ins Ötztal. Zwar ist sie „nur“ 27,7 km lang, dafür liegt die Gipfelhöhe auf knapp 3000 Meter Höhe. Die Trails berühren das ewige Eis des Rettenbachferners. Davor gilt es aber noch den Rifflsee zu umrunden. Der lange Downhill nach Sölden darf nicht unterschätzt werden.

  • 5. Etappe

    Sölden-St. Leonhard in Passeier (Entfernung 33,3 km, Höhenmeter im Aufstieg 1453, im Abstieg 2111): Das 2474 m hohe Timmelsjoch ist der Schlüssel und der einzige ohne Alpinausrüstung zu begehende Übergang vom Ötztal nach Südtirol. Bis zum höchsten Punkt folgen die Trails stetig ansteigend dem Timmelstal bis zur Verpflegung am höchsten Punkt. Eine Freude für Downhiller sind die Trails ins Passeiertal und die Zielankunft in St. Leonhard in Passeier.

  • 6. Etappe

    St. Leonhard in Passeier-Sarnthein (Entfernung 33,60 km, Höhenmeter im Aufstieg 2440, im Abstieg 2153): Der Transalpine-Run ist auf der Alpensüdseite angekommen. Mit dem höchsten Punkt von 2683 m und insgesamt 2440 Höhenmetern im Aufstieg ist die Etappe nicht zu unterschätzen.

  • 7. Etappe

    Sarnthein-Brixen (Entfernung 36,40 km, Höhenmeter im Aufstieg 1934, im Abstieg 2348): Nach einem 15 km langen Anstieg von Sarntheim wird eine Höhe von 2000 m erreicht und für die folgenden 15 km nicht mehr unterschritten. Vis a vis zu den Dolomiten-Gipfeln der Langkofel- und Sellagruppe folgt der letzte Downhill ins Ziel nach Brixen.

Fischl und Mingo – das passt

Mittlerweile habe ich mit Tina Fischl aus Fürstenstein bei Passau eine tolle Laufpartnerin gefunden. Sie ist die wohl stärkste deutsche Trailrunnerin, deutsche Meisterin im Berglauf (2015) und in unserer Region vor allem durch unangefochtene Siege beim U.TLW 2015 und 2016, sowie als Seriensiegerin beim Kine vom Kaitersberg bekannt. Beim DLV-Trainingslager in Bodenmais zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Slowenien erkannten wir, dass wir als Team harmonieren und uns ganz gut verstehen. Wir freuen uns auf die Alpen und wollen ein Wörtchen bei der Vergabe der Podiumsplätze in der Kategorie Mixed mitreden, die erfahrungsgemäß international sehr stark besetzt ist.“

„Wir wollen ein Wörtchen bei der Vergabe der Podiumsplätze in der Kategorie Mixed mitreden.“

Markus Mingo

Auch beim Support überlassen die beiden Sportler nichts dem Zufall. Marco Felgenhauer wird das Team als Betreuer und Fotograf begleiten. Das Ganze soll in einer dreiseitigen Story für das Trail-Magazin gipfeln. Zudem ist mit Michael Franz aus Bad Kötzting ein Physiotherapeut mit an Bord, der sich eine Woche lang um das körperliche Wohlbefinden der Athleten kümmern wird. Die beiden müssen also nur noch das tun was sie am liebsten machen – laufen, laufen, laufen. (cgm)

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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