MyMz
Anzeige

Serie

Fasten und Kneippen ergänzen sich gut

Ein Selbstversuch zum Entschlacken mit Obst und Gemüse: Unsere Autorin bleibt „eisern“ gegen Grillfleisch und Bratwürstl.
Von Isabell Dachs

Kneippen entspannt beim Fasten. Die Regel: „Drei Mal herum im Storchengang reicht völlig aus.“
Kneippen entspannt beim Fasten. Die Regel: „Drei Mal herum im Storchengang reicht völlig aus.“ Foto: kid

Bad Kötzting.. Die Säurebildner sind raus aus dem Kühlschrank, und mein Mann zieht die Nase kraus, als er fast nur noch Gemüse darin findet. Aber da muss er durch – und ich auch.

Als Einstieg für eine nachhaltige Ernährungs- und Verhaltensänderung nehme ich zusammen mit 17 Teilnehmerinnen am Basenfastenkurs des Kneippvereins Bad Kötzting teil. Auch die Leiterinnen des Kurses, die Apothekerin und Heilpraktikerin Corinna Stoiber, sowie die zweite Vorsitzende des Vereins, Bettina Pritzl, stellen zusammen mit uns ihre Ernährung für eine Woche komplett um.

Nur soviel essen, bis man satt ist

Wichtig dabei ist, dass wir ausschließlich Nahrung zu uns nehmen, die basisch verstoffwechselt wird; und das ist eben hauptsächlich Obst und Gemüse. Den Entlastungstag haben wir bereits hinter uns, an dem wir einfach weniger und vor allem keine „Genussgifte“, wie Süßigkeiten essen sollten. Immer nur so viel essen, bis man satt ist, lautet das Credo.

Der folgende Tag sollte außerdem eine Darmreinigung beinhalten, die trotz massiver Befürchtungen meiner Mitstreiterinnen unspektakulär vonstattengeht. Ich hatte mich für die Methode „Glaubersalz“, in Form von FX Passage entschieden. Die Einnahme desselben war ähnlich einer Multivitamin-Brausetablette, nur dass nach einigen Grummel- und Blubbergeräuschen aus meiner Körpermitte der Gang zur Toilette dann erwartungsgemäß unabdingbar war.

Ein viel größeres Problem war für mich der Vorschlag meiner besseren Hälfte, doch am Sonntagmittag ein Grillfest zu besuchen, dann bräuchte ich auch nicht zu kochen. Es standen mehrere zur Debatte, meine Wahl fiel dann auf das des Obst-und Gartenbauvereins. Logisch, wenn ich mich nur von Obst und Gemüse ernähren soll, was wäre wohl besser geeignet?

Da saß ich nun und knabberte an den Beilagen, nämlich Gurken-, Kartoffel- und Krautsalat, während sich meine Familie an Grillfleisch und Bratwürsten labte. Absolut gemein war allerdings das Riesenstück Schwarzwälder-Kirsch-Torte, das mir mein Mann mit der Frage: „Magst probier’n?“ fürsorglich unter die Nase hielt. Da heißt es eisern bleiben und sich lieber auf das entspannende Basenbad am Abend zu freuen.

Eine Bürstenmassage am Morgen

Als schlimm empfinde ich diese Art des Fastens nicht. Dadurch dass wir uns satt essen sollen, bekommen wir auch keine „Entzugserscheinungen“. Kopfschmerzen und schlechte Laune bleiben auch aus.

Was ich in den paar Tagen des Fastens schon gelernt habe, und das wurde mir auch von den anderen Teilnehmerinnen bestätigt: Wir lassen uns durch Gelüste zum Essen verleiten, ohne oft wirklich Hunger zu haben. Hungern sollen wir in dieser Woche auf keinen Fall, schärft uns Corinna Stoiber am zweiten Kurstag nochmals ein. Als Zwischenmahlzeit seien beispielsweise Nüsse oder Mandeln erlaubt. Und immer wieder predigt sie, dass wir das Trinken nicht vergessen sollen.

Um morgens in Schwung zu kommen, soll uns auch eine Bürstenmassage am ganzen Körper helfen. Während ich die ersten beiden Tage noch etwas lustlos bürstete, bin ich mittlerweile zum absoluten Trockenbürstenfan mutiert. Es erspart mir den morgendlichen Kaffee und sorgt außerdem für Energieeinsparung bei der Warmwasseraufbereitung. Nach dem Bürsten bin ich frisch und warm und brauche nun keine endlos lange und warme Dusche mehr.

Um die Säuren besser loszuwerden, sollen wir außerdem einen Leberwickel mit warmem Wasser machen. Die Damen sind sich einig, dass sie diesen in aller Ruhe nur während eines Deutschlandspieles auflegen können. Außerdem stellt Bettina Pritzl eine Leibauflage und Leibwaschungen vor, die allerdings mit kaltem Wasser durchgeführt werden sollen.

Sie beruhen auf dem Wirkprinzip einer „Reizreaktion“, wodurch die angesprochenen Körperteile besser durchblutet werden. Zum Beispiel soll es bei Blähungen hervorragend helfen, sich den Bauch mit einem kalten Lappen im Uhrzeigersinn zu reiben.

Am dritten Kurstag tun wir unserem Körper zusätzlich etwas Gutes und gehen zum Kneippen in den Kurpark. Hier erklärt uns Bettina Pritzl unter anderem, was beim Kneipptreten wichtig ist. Vor allem bei Kopfschmerzen seien Anwendungen unterhalb der Körpermitte sehr zu empfehlen.

Qigong für den Fluss im Körper

Dabei sollte der Reiz durch das kalte Wasser aber immer nur kurz sein: „Drei Mal herum im Storchengang reicht völlig aus.“ Außerdem sollten nie Fuß- und Armanwendungen zeitgleich passieren, immer nur eine Anwendung.

Um die Fußreflexzonen zu aktivieren, wandern wir anschließend barfuß durch den Kurpark und beschließen den Tag mit neun Übungen aus dem Qigong. Die Übungen sollen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper dienen, wobei mit Qi die Energie und der Atem gemeint sind.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht