MyMz
Anzeige

Köszeg: Das „Schmuckkästchen Ungarns“

Die Magyaren-Partnerstadt Bad Kötztings in der Douzelage schützte einst Wien vor Angriffen der Türken.

Die Stadt besitzt einen mehr als sehenswerten historischen Kern und hat auch sonst viel zu bieten.
Die Stadt besitzt einen mehr als sehenswerten historischen Kern und hat auch sonst viel zu bieten. Foto: Gyula Kappel

Bad Kötzting.Es ist schon eine ganz große Sache im kommenden Mai, auf die sich die Stadt Bad Kötzting heute schon vorbereitet: Denn vom 11. bis 14. Mai werden rund 200 Gäste aus allen 27 Douzelage-Partnerstädten Bad Kötztings zum „Jahrestreffen“ (General Meeting) erwartet. In einer Serie stellen wir Ihnen die Partnerstädte Bad Kötztings vor — heute Köszeg. Es ist eine Kleinstadt mit 12 000 Einwohnern im Nordwesten Ungarns an der Grenze zum Burgenland in Österreich, eingebettet in ein Tal zwischen Weinbergen und direkt an den Ausläufern der Alpen.

Köszeg wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts durch die Familie Köszegi aus Németújvár (heute Wiener Neustadt) gegründet. Die adelige Familie gab deutschen Siedlern Privilegien und so entwickelte sich die Gegend allmählich zur Stadt. Die Köszegi-Familie erweiterte ihre Besitzungen ständig, wurden militärisch bedeutsam und regierte über Köszeg und Umgebung bis 1327. Im Jahre 1328 bekam Köszeg durch Charles d’Anjou den Rang einer königlichen Stadt, was seine Rolle Jahrhunderte hindurch prägte. (Später, im Jahre 1648, verlieh FerdinandIII. Köszeg den Titel „Königliche Stadt“.)

Der deutsche Herrscher Friedrich III. besetzte Köszeg 1445, bestätigte die früheren Privilegien und zeichnete die Stadt mit dem Wappen aus, das noch heute verwendet wird und am Rathaus zu sehen ist (oder im heutigen Logo zu unserer Serie). Die Familie Köszegi regierte über die Stadt mit strenger Hand, bis Charles von Anjou im Jahr 1328 deren Macht brach und die Stadt die Stadt ein Jahr später in den Rang einer königlichen Stadt erhob.

Die Türken vor den Stadtmauern

Im 16. Jahrhundert, zur Zeit der großen Türkenkriege unter Sultan Suleiman II., wurde Köszeg zu einem der größten Kriegsschauplätze in Europa. Im August 1532 gelang es unter der Führung des Stadt- und Burgkommandanten Miklós Jurisics, ein 80000 Mann zählendes osmanisches Heer zurückzuschlagen. Sultan Suleiman, in seinem Zelt auf einem Berg in der Nähe, verlangte immer ungeduldiger, die Festung zu nehmen, was selbst nach mehreren Versuchen erfolglos blieb. Schließlich beschlossen die Türken, nicht länger zu bleiben.

Ungarische Fischsuppe (Halászlé)
Ungarische Fischsuppe (Halászlé) Foto: Gyula Kappel

Die letzten türkischen Einheiten verließen Köszeg am 30. August 1532 um 11 Uhr vormittags. Seit 1777 erschallen die Kirchenglocken jeden Tag um 11 Uhr, um an die heldenhaften Verteidiger der Stadt zu erinnern. Heute ist Közseg eine der charmantesten Kleinstädte im nordwestlichen Zipfel Ungarns, auch „Schmuckkästchen Ungarns“ genannt – und wie Bad Kötzting ein Urlaubsort. Zahlreiche historische und kulturelle Schätze liegen hier verborgen und es lohnt sich, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden.Ein kurzer Spaziergang führt vom Marktplatz zum Wahrzeichen der Stadt, der Burg Jurisics.

Ungarische Fischsuppe

  • Zutaten

    1 kg Fischfilet; 500 g Fischklein (z.B. Köpfe) für den Fond; 1 große Zwiebel dünne Ringe geschnitten; 1-2 Teel. Paprikapulver; Salz; 1 bis 2 grüne Paprikaschoten gewürfelt; 1 Tomate gewürfelt

  • Zubereitung

    Die Fischfilets salzen. Das geputzte Fischklein und die Zwiebelringe in einen Topf geben und mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und Paprika hinzufügen. Wenn alles weichgekocht ist abseihen und die Zwiebeln durch ein Sieb streichen, zum Fond geben und einkochen. Dann Paprikaschoten und Tomate hinzufügen. Die Fischfilets in die Suppe geben und für etwa 20 bis 30 Minuten köcheln lassen.

  • Servieren

    Zum Servieren die Filets vorsichtig aus dem Topf nehmen und in einem tiefen Teller mit Suppe übergießen, mit grünem oder rotem Pfeffer würzen. Dazu schmeckt Weißbrot.

  • Tipp

    In Ungarn werden Karpfen, Wels, Huchen, Zander und Brachse verwendet. Es gibt viele regional unterschiedliche Arten der Fischsuppe.

Diese Festung beeinflusste die Geschichte der Städte Köszeg und Wien sehr, da die Verteidiger der Burg von Köszeg 1532 die gegen Wien vordringenden türkischen Heere aufhielten, wodurch eine Belagerung von Wien verhindert wurde. In diesem historischen Rahmen sind heute das Jurisics-Burg-Kulturzentrum und Burgtheater beziehungsweise dass stadthistorische Museum untergebracht.

Von Kultur bis Natur viel geboten

Dem Kunstinteressierten bietet das Städtchen zahlreiche Sakral- und Profanbauten, Gassen mit historischen Bürgerhäusern sowie Plätzen mit herausgeputzten Bauten und Denkmälern. . In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich außerdem der Naturpark „Irottkö“ (Geschriebenstein), der für Spaziergänge, Wanderungen oder Fahrradtouren ideal geeignet ist. (wf)

Weitere Meldungen aus Bad Kötzting finden Sie hier.

Lesen Sie hier: Judenburg: Aus Industrie wurde Kultur

Lesen Sie hier: Die Stadt in der Lettischen Schweiz

Lesen Sie hier: Im Bann der Cäsaren und dem Hades nahe

Lesen Sie hier: Meerssen — Stadt mit historischem Erbe

Lesen Sie hier: Diese Stadt entstand aus dem Wasser

Lesen Sie hier: Die Partnerstadt in Polen mit Höhen-Rekorden

Lesen Sie hier: Diese Stadt ist der „Big Apple“ Estlands

Lesen Sie hier: Bellagio – ein Städtchen zum Staunen

Lesen Sie hier: Der Partner mit Goldgräber-Stimmung

Lesen sie hier: Die finnische Partnerstadt Asikkala hat eine Fläche, die zehn Mal so groß ist wie die Bad Kötzting – und 581 Kilometer Ufer.

Lesen Sie hier: Die dänische Partnerstadt Bad Kötztings hat kulturell und was das Nachtleben angeht einiges zu bieten.

Lesen Sie hier: Sherborne am „klaren Quellfluss“ gehört zu den Mitbegründern der Douzelage und beherbergt in seiner Abtei sogar Könige.

Lesen Sie hier: Agros, das „Dorf der Rosen“ auf Zypern

Lesen Sie hier: Prienai — die Partnerstadt an den Flüssen

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht