MyMz
Anzeige

Meerssen — Stadt mit historischem Erbe

In der niederländischen Partnerstadt residierte bereits Karl der Große — und hier stritten sich die Geistlichen.

Die Basilika in der Stadt gilt als eines der schönsten gotischen Bauwerke des Landes.
Die Basilika in der Stadt gilt als eines der schönsten gotischen Bauwerke des Landes. Foto: Douzelage Niederlande

Bad Kötzting.Es ist schon eine ganz große Sache im kommenden Mai, auf die sich die Stadt Bad Kötzting heute schon vorbereitet: Denn vom 11. bis 14. Mai werden rund 200 Gäste aus allen 27 Douzelage-Partnerstädten Bad Kötztings zum „Jahrestreffen“ (General Meeting) erwartet. In einer Serie stellen wir Ihnen die Partnerstädte Bad Kötztings vor — heute Meerssen. Die Stadt befindet sich im Süden der Niederlande, nördlich der sechs Kilometer entfernten Nachbarstadt Maastricht. Valkenburg liegt ebenso weit entfernt. Meerssen ist über die Autobahn und auch mit dem Zug sehr gut erreichbar.

Auf dem Wasserweg kommt man auf der Maas und dem Juliana-Kanal an, und per Flugzeug bietet sich der Flughafen Maastricht-Aachen an. Dank der zentralen Lage im „Land der offenen Grenzen“ sind Tagesausflüge nach Lüttich, Aachen, Köln, Vianden, Clervaux, Echternach und Givet leicht möglich. Für einen sportlichen Radfahrer bilden die belgischen Ardennen oder die deutsche Eifel die ideale Herausforderung.

Eine Stadt mit Geschichte

Meerssen war bereits lange vor unserer Zeitrechnung bewohnt. Doch erst viel später tauchte die Stadt in den Annalen auf. Im Jahr 751 gründeten die Karolinger eine Pfalz und ließen eine Kapelle in Meerssen erbauen, und zwar eine genaue Nachbildung der Pfalz in Aachen. Beide Pfalzen hatten im damaligen Westeuropa eine große Bedeutung. Die Karolingerkönige, die auf den berühmten Karl den Großen folgten, residierten in der Pfalz von Meerssen.

Später wurden zwei wichtige Verträge in Meerssen geschlossen: Ein erster Vertrag im Jahre 847, in dem sich die drei Könige, die das Reich Karls des Großen geerbt hatten, im Kampf gegen die anrückenden Wikinger gegenseitig Hilfe zusicherten. Im Vertrag von Meerssen im Jahre 870 wurde die Aufteilung Lothringens zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen festgelegt.

Rezept Kaninchenschenkel

  • Zutaten für 4 Personen

    4 Kaninchenschenkel; 2 große Zwiebeln in 3 mm dicken Scheiben geschnitten; 2 Lorbeerblätter; 6 Gewürznelken; 1 dl Essig; ½ TL Salz; 50 g Butter; 2 Schnitten Lebkuchen; 2 EL Apfelsirup; 5 EL Zucker; 1/8 Liter trockener Rotwein; Stärkemehl (nach Bedarf)

  • Zubereitung

    Die Kaninchenschenkel in eine Marinade aus Zwiebeln, Essig, Lorbeerblättern, Nelken, Salz und Pfeffer legen und zwölf Stunden in den Kühlschrank stellen. Mehrmals wenden. Danach mit Küchenkrepp gründlich trocken tupfen. Die Butter in einer tiefen Pfanne erhitzen, die Kaninchenschenkel knusperig braun anbraten, mit der ganzen Marinade ablöschen und kochen lassen. Dann Lebkuchen, Apfelsirup und Zucker hinzufügen und bei geschlossenem Deckel bei schwacher Hitze 1 Stunde köcheln lassen. Die letzten 15 Minuten den Deckel entfernen, damit die Sauce eindickt. Die Kaninchenschenkel aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Die Sauce durch ein Sieb geben, den Wein hinzufügen und bei starker Hitze einreduzieren lassen. Eventuell die Sauce mit Stärkemehl andicken. Zum Schluss die Kaninchenschenel in die fertige Sauce legen. Als Beilagen serviert man Kartoffeln und Rotkohl.

Im Jahre 928 schenkte der deutsche König Heinrich der Vogler die Pfalz von Meerssen als Mitgift für seine Tochter Gerberga, als sie Gislebert von Lothringen heiratete. Als Gislebert starb, heiratete Gerberga im Jahre 939 den französischen König Louis IV d’Outremer. 954 wurde sie nochmals Witwe und so vermachte sie 968 die Pfalz an die Benediktinerabtei von Reims.

Ein Muss für die Besucher

Die Kaninchenschenkel sind eine Spezialität aus Meerssen.
Die Kaninchenschenkel sind eine Spezialität aus Meerssen. Foto: Douzelage Niederlande

Von da an war Meerssen ein Dekanat und erfreute sich einer gewissen Unabhängigkeit. Die Domherren des weltlichen Kapitels führten das Dekanat bis 1134, als das weltliche Kapitel durch ein geistliches ersetzt wurde, das aus Mönchen aus Reims bestand. Zu diesem Zeitpunkt war aus der Pfalzkapelle eine romanische Kirche geworden, die groß genug war, um sowohl Mönche als auch die Pfarrgemeinde aufzunehmen. Im Jahre 1320 führten Differenzen zwischen den Mönchen und der Pfarrgemeinde zum Bau eines gotischen Chores, der den Mönchen vorbehalten war.

Das gesamte Gebäude wurde später im gotischen Stil neu erbaut. Nach der Französischen Revolution wurde das Dekanat aufgehoben. Die Basilika von Meerssen, wie sie heute genannt wird, gilt als eines der schönsten Beispiele der gotischen Architektur in den Niederlanden. Ein Juwel, das man gesehen haben muss.

Lesen Sie hier: Diese Stadt entstand aus dem Wasser

Lesen Sie hier: Die Partnerstadt in Polen mit Höhen-Rekorden

Lesen Sie hier: Diese Stadt ist der „Big Apple“ Estlands

Lesen Sie hier: Bellagio – ein Städtchen zum Staunen

Lesen Sie hier: Der Partner mit Goldgräber-Stimmung

Lesen sie hier: Die finnische Partnerstadt Asikkala hat eine Fläche, die zehn Mal so groß ist wie die Bad Kötzting – und 581 Kilometer Ufer.

Lesen Sie hier: Die dänische Partnerstadt Bad Kötztings hat kulturell und was das Nachtleben angeht einiges zu bieten.

Lesen Sie hier: Sherborne am „klaren Quellfluss“ gehört zu den Mitbegründern der Douzelage und beherbergt in seiner Abtei sogar Könige.

Lesen Sie hier: Agros, das „Dorf der Rosen“ auf Zypern

Lesen Sie hier: Prienai — die Partnerstadt an den Flüssen

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht