MyMz
Anzeige

Vorfall

Prügelei: Schreiben beschuldigt Polizei

In Bad Kötzting eskalierte ein Polizeieinsatz. Den Beamten wird nun vorgeworfen, Urheber der Gewalt gewesen zu sein.
Von Stefan Weber

Bei dem Vorfall in Bad Kötzting in der Nacht zum Samstag wurden mehrere Personen teils schwerer verletzt.
Bei dem Vorfall in Bad Kötzting in der Nacht zum Samstag wurden mehrere Personen teils schwerer verletzt. Foto: Symbolbild/dpa

Bad Kötzting. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag wurde – wie berichtet – die Polizei gegen 2.25 Uhr zu einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten auf dem Platz vor der Kirche St. Veit gerufen. Als die Beamten eintrafen, kam es, so die Polizei in ihrer nachfolgenden Pressemitteilung, zum Widerstand gegen die Polizisten. „Dabei kam es zu Körperverletzungen und einer versuchten Gefangenenbefreiung gegen die ersteinschreitenden Beamten“, schrieb die Polizeiinspektion Bad Kötzting in ihrer anschließenden Pressebenachrichtigung. Die Folge seien Körperverletzungen gewesen, sowohl aufseiten der Gruppe auf dem Platz als auch bei den Beamten. „Einer der Beamten ist heute noch nicht dienstfähig“, erklärt Bernhard Hager, stellvertretender Leiter der PI Bad Kötzting am Montag auf Nachfrage. Der zweite verletzte Kollege können seinen nächsten Dienst aber wieder antreten.

Befragungen gehen weiter

Anonym wandte sich parallel ein mutmaßlicher Augenzeuge der Ereignisse per Mail an die Redaktion. Der Autor behauptet darin, dass nicht die Passanten auf dem Platz vor St. Veit die Polizisten, sondern die Beamten die Gruppe angegriffen hätten. „Die vermeintlichen Schläger wollten nur nach Hause gehen, als sie von zwei Zivil-Polizisten mit Pfefferspray angegriffen wurden“, heißt es in dem Schreiben.

Schwere Vorwürfe, zu denen Hager Stellung bezieht. „Wir müssen erst noch klären, was die Ursache für die Auseinandersetzung vor Ort war“, verweist er auf die laufenden Ermittlungen. Ein Problem dabei sei der Kollege, der noch nicht dienstfähig sei, denn er könne darum auch noch nicht befragt werden. Befragt wurden allerdings auch am Montag noch weitere Zeugen und Beteiligte der Schlägerei. „Da sind wir immer noch dabei“, sagt Hager.

Er könne aber bestätigen, dass es sich bei den verletzten Beamten um Zivilpolizisten gehandelt habe. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ könne er aber keine Angaben dazu machen, ob es sich um Beamte der PI Bad Kötzting gehandelt habe. Aufgrund der Pfingstfeierlichkeiten hielten sich zu dieser Zeit immer auch einige Beamte von umliegenden Inspektionen in der Stadt auf, um die Kollegen zu unterstützen.

Vorwürfe überraschen nicht

Dass nun – zumal anonym – Vorwürfe gegen die Beamten erhoben würden, überrascht den stellvertretenden PI-Leiter nicht. „Damit sind wir fast immer konfrontiert, wenn unmittelbarer Zwang angewendet werden muss“, sagt er und meint damit Einsätze etwa mit Pfefferspray oder Schlagstöcken.

Das Verfahren sei dabei aber immer dasselbe: „Es wird in alle Richtungen ermittelt und es gilt, die Angelegenheit ordentlich und sauber zu klären“, sagt er. Die Ermittlungsergebnisse gingen abschließend zur Staatsanwaltschaft nach Regensburg, wo entschieden werde, wie weiter verfahren werde. Das werde aber noch einige Tage dauern.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht