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Essen

Von wegen sauer macht lustig

Beim Basenfasten des Kneippvereins Bad Kötzting ist nachhaltige Ernährung das Ziel. Unsere Mitabreiterin hungert mit.
Von Isabell Dachs

Corinna Stoiber erklärt den Teilnehmerinnen die Vorgehensweise beim Basenfasten.
Corinna Stoiber erklärt den Teilnehmerinnen die Vorgehensweise beim Basenfasten. Foto: kid

Bad Kötzting.Fasten setzen viele mit einer Diät und mit Abnehmen gleich. Dabei ist die Gewichtsabnahme beim Fasten meist nur ein angenehmer Nebeneffekt. Fasten sollte eher als Einstieg für eine nachhaltige Ernährungs- und Verhaltensänderung gesehen werden. Das ist auch das Ziel des Basenfastens, das der Kneippverein Bad Kötzting in einem derzeit laufenden Kurs anbietet. 18 Teilnehmerinnen lassen sich dabei von Apothekerin und Heilpraktikerin Corinna Stoiber anleiten und stellen ihre Ernährung für eine Woche komplett um.

Selbstversuch gestartet

Da diese Art des Fastens auch für voll Berufstätige hervorragend geeignet sein soll, werde ich einen Selbstversuch starten und mit den Damen hungern. Hier unterliegen einige von uns aber schon dem ersten Irrtum, denn Corinna Stoiber bekräftigt, dass wir uns jeden Tag satt essen könnten. Wichtig sei dabei nur, dass wir ausschließlich Nahrung zu uns nehmen, die basisch verstoffwechselt wird.

Verzicht aufs tägliche Brot

Mit dieser Aussage können die meisten im Moment noch wenig anfangen. Stoiber bringt es jedoch vereinfacht auf den Punkt: „Alles was der Bäcker und der Metzger herstellen, ist säurebildend!“ Unsere Einkäufe sollen sich demnach in der kommenden Woche auf den Obst- und Gemüsehandel beschränken. Nachdem wir diese Aussage verarbeitet haben, wird uns bewusst, dass wir nicht nur Süßwaren vom Bäcker meiden sollen, sondern auch auf unser tägliches Brot verzichten müssen.

Es taucht die berechtigte Frage auf, was es denn zum Frühstück geben solle, nachdem auch Kaffee, grüner Tee und Müsli nicht dem basischen Gedanken entsprechen. Überhaupt sei zudem jegliches tierische Eiweiß in der Fastenwoche verboten, also auch Eier und Milchprodukte. Ebenso Getreide, beispielsweise in Form von Haferflocken ist tabu. Wir sind ratlos. Die Gesundheitsexpertin empfiehlt Obstsalat als gesunden Start in den Tag, eventuell garniert mit frischen Nüssen, Leinsamen oder Kokosraspeln. Honig sei ebenfalls erlaubt. Was nimmt man nicht alles auf sich, um die Basendepots im Körper wieder aufzufüllen!

Was ist erlaubt?

Stoiber erklärt, dass überschüssige Säuren mit Hilfe des körpereigenen Basenspeichers abgepuffert werden. Übersäuert unser Körper durch falsche Ernährung und Stress (übrigens auch ein massiver Säurebildner) zu stark, werden die Basendepots geleert. Vor allem wenn die in den Knochen eingelagerten Depots angegriffen werden, könne es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Im Durchschnitt bestünden nur etwa 20 Prozent unserer Ernährung aus Basenbildnern, viel zu wenig, um die Speicher zu füllen und so ein natürliches Säure-Basen-Gleichgewicht wiederherzustellen.

Der Kurs soll nun das Bewusstsein schaffen, die Säurebildner dauerhaft auf 20 Prozent zu reduzieren, was unser Wohlfühlgefühl erheblich steigern soll. Pro Tag sollten mindestens zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden. Nur so würden unerwünschte Stoffe aus dem Körper geschwemmt. Erlaubt ist stilles Wasser, eventuell mit einem Spritzer Apfel- oder Zitronensaft, Apfelessig und Kräutertees. Selbstredend darf auch kein Alkohol ins Glas.

Entsetzen in der Gruppe

Apropos Ausschwemmen: Während die Nahrungsumstellung von den meisten noch gut aufgenommen wird, sorgt die Ansage der notwendigen Darmentleerung zu Beginn des Fastens teilweise für Entsetzen in der Gruppe. Vor allem die Erwähnung eines Einlaufes ruft bei vielen Damen schmerzhafte Erinnerung an eine Entbindung wach.

Wer aber schon Stunden und sogar Tage im Kreissaal zugebracht hat, den schreckt auch das bisschen Glaubersalz nicht. Unterstützt durch Atemübungen, die die stellvertretende Vorsitzende des Kneippvereins mit uns noch durchführt, starten wir motiviert in die Vorfastenwoche, in der erst einmal der Kühlschrank einer Kur unterzogen werden soll. Raus mit den Säurebildnern, damit wir gar nicht erst in Versuchung geführt werden.

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