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Trauer

Wichtiger Weichensteller für die Stadt ist tot

Mit Hans Bradl starb eine der prägendsten Persönlichkeiten für die Entwicklung Kötztings zum Kurort.

Hans Bradl † Foto:
Hans Bradl † Foto: MZ-Archiv

Bad Kötzting.Mit dem Tod des ehemaligen Bezirkstags-Präsidenten Hans Bradl am Donnerstag hat nicht nur die Oberpfalz einen äußerst verdienten und hoch geschätzten Politiker verloren, sondern auch die Stadt Bad Kötzting trauert um einen der wohl wichtigsten Weichensteller für ihre Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten.

Hohe Auszeichnung 1998

„Kommunalpolitisches Urgestein mit Idealismus und Verantwortungsgefühl“ nannte Innenminister Joachim Herrmann Bradl anlässlich seines 70. Geburtstages vor vier Jahren, der „Weichen für eine positive Entwicklung in der ganzen Region gestellt“ habe. Als Bezirkstagspräsident setzte Hans Bradl auch Zeichen im damaligen Luftkurort Kötzting, und prägte dessen Weg zum Kneipp-Heilbad entscheidend mit. Die Stadt würdigte sein Engagement mit der Verleihung der Bürgermedaille im Dezember 1998. Seit 1983 war Hans Bradl als Bezirksrat in den Zweckverband „zur Entwicklung der Stadt Kötzting zum Luft- und Kneippkurort“ berufen worden. Von Anfang an setzte er sich an der Seite von Bezirksrat Wolfgang Spießl aus Stamsried dafür ein, die Stadt Kötzting zum ersten Kneippkurort in Ostbayern zu entwickeln.

Als Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bezirkstag hatte Hans Bradl schon damals großen Einfluss auf diese Entwicklung und nach dem Tod seines Vorgängers im Amt des Bezirkstagspräsidenten, Alfred Spitzner im Jahr 1992, lag es an Hans Bradl, bei der Eröffnung des Kurparks Auwiesen am 29. Mai 1992 Regie zu führen. „Die Anerkennung als Kneippkurort am 14.Dezember 1995 bestätigte eindrucksvoll die erfolgreiche Arbeit des Dreigestirns“ (Bezirkstagspräsident Hans Bradl, Landrat Ernst Girmindl und Bürgermeister Theo Zellner), hieß es sechseinhalb Jahre später in der Laudatio zur Verleihung der Bürgermedaille an Bradl.

Der Zweckverband habe unter Leitung von Hans Bradl durch seine Vorgaben stets versucht, den Kötztinger Bemühungen ein eigenständiges Profil zu verleihen. Große Verdienste erwarb sich Hans Bradl auch bei der Zusammenführung der beiden „Bezirkskinder“ Kötzting und Neualbenreuth. Das Sibyllenbad und der Kneippkurort gingen eine enge Verbindung ein, die bis heute gehalten hat.

„Du bist ein kommunalpolitisches Urgestein. Über viele Jahrzehnte hinweg hast Du zahlreiche herausragende Ämter und Funktionen bekleidet und dabei die Weichen für eine positive Entwicklung Deiner Heimatgemeinde und für die ganze Region gestellt“, bescheinigte Joachim Herrmann Bradl zu seinem 70. vor vier Jahren.

Stadt nimmt an Beisetzung teil

Um das große Engagement Bradls zu ehren, wird am Montag auch stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Pilz, der den in Urlaub befindlichen ersten Bürgermeister Markus Hofmann derzeit im Amt vertritt, an den Trauerfeierlichkeiten in Postbauer-Heng, wo Bradl Jahrzehnte lang Bürgermeister gewesen war, teilnehmen. Zuletzt hatte Bradl die Stadt am 27. Februar besucht, als das neue Präventions-Zentrum Sinocur – quasi die Weiterentwicklung des Kurgedanktens der 90er-Jahre – durch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml eingeweiht worden war. (wf/al)

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