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Leben

Der Traumwinter auf den Bayerwald-Bergen

Vier Monate Schnee pur – von fast zu viel bis traumhaft schön. Eine Rückschau auf viele Touren und kleine Besonderheiten.
Von Stefan Weber

Mitte Februar, Zeit für die ersten schönen Sonnenuntergänge. Fotos: S. Weber
Mitte Februar, Zeit für die ersten schönen Sonnenuntergänge. Fotos: S. Weber

Lam.Am 15. Dezember ist es vorbei mit der Zurückhaltung. Um 14 Uhr liegen die Tourenskier zum ersten (aber weit nicht zum letzten Mal) in den Schneemassen am Brennes, die sich in den vergangenen Tagen hier bereits angesammelt haben. Eine leichte Runde zum Einstieg – wobei es noch nicht bis ganz auf den Gipfel reicht, das Wetter ist einfach zu schlecht. Macht aber nichts, am Tag darauf geht es gleich mal auf den Hohenbogen, weil es über Nacht weiter geschneit hat.

Der Blick vom Osser noch Tschechien zeigt: Der Bayerische Wald hatte besonders viel Glück mit Schnee dieses Jahr, die Nachbarn lagen im Grünen.
Der Blick vom Osser noch Tschechien zeigt: Der Bayerische Wald hatte besonders viel Glück mit Schnee dieses Jahr, die Nachbarn lagen im Grünen.

Der Winter 2018/19 darf wohl als besonders gelten. Denn während in den Hochgebirgen zwischen den Jahren so viel Schnee runterkommt, dass Skifahren zu gefährlich ist, präsentieren sich die Berge im Bayerischen Wald mit besten Wintersportbedingungen. Klar, auch hier hab ich ein paar Mal morgens um 7 Uhr am Arber wieder umkehren müssen, weil für die Tour bei Sonnenaufgang einfach zu viel Schnee auf der Fahrbahn lag oder gleich ganze Bäume quer über der Straße lagen. Aber es geht ja auch anders. Wenn in Kötzting schon einmal so viel Schnee liegt, dass man am Lidl-Parkplatz nur auf die Skier steigen muss, auf den Kreuzfelsen gehen kann und wieder hinunterfährt, dann ist das doch eine gute Alternative, oder?

Wenn der Schnee im Tal zu viel wird

Aber selbst im Tal kann der Schnee zu viel werden, wie eine Tour von der Jahnhalle zur Kötztinger Hütte mit einer Dauer von viereinhalb Stunden gezeigt hat – bei 50 Zentimeter Neuschnee und Schneebruch. Die Tour bis zum Eck ist an dem Tag einfach nicht drin – dafür gibt es eine Abfahrt auf der Straße von Hudlach bis zur Kapelle in Hohenwarth, auch nicht schlecht, wenn es jemand ziemlich anstrengend mag.

Winter

Auf Skiern zur Arbeit auf den Berg

Claudia Ammon bedient auf der Kötztinger Hütte. Zur Schicht erscheint sie ganz entspannt auf ihren Tourenskiern.

Spannende Optik am Arber-Gipfel: unten Nebel, oben Sonne
Spannende Optik am Arber-Gipfel: unten Nebel, oben Sonne

Zu den schönsten Routen im Bayerischen Wald gehört – Sommer wie auch im Winter – aber unbestreitbar die Route von der Scheiben über das Zwercheck zum Osser: Während die Arber-Mandl – jene Schnee-Skulpturen die entstehen, wenn die Bäume komplett eingeschneit sind – sehr bekannt sind, gibt es in diesem Jahr auch weniger bekannte „Osser-Mandl“ zu sehen. Auch das ein Phänomen, das es nicht alle Jahre zu sehen gibt.

So schön war der Winter

Am Kleinen Arbersee spurten sich die Langläufer Loipen auf dem See.
Am Kleinen Arbersee spurten sich die Langläufer Loipen auf dem See.

Alternativen braucht es aber auch, wenn der Schnee einfach zu viel wird, so wie am 3. Februar. Ein Sonntag, an dem es nicht mehr auf den Berg geht, weil die Heimfahrt von Cham nach Bad Kötzting in Lederdorn vorbei ist und die Ausweichroute nur noch über Furth im Wald führt. Dass so mancher den Winter auf den Bergen unterschätzt, haben mir Dienstagnacht Ende März übrigens zwei junge Männer aus Franken bewiesen: Vom Großen Arbersee hinauf auf den Gipfel in Jeans und Turnschuhen, das ging gerade noch – aber nicht mehr hinunter. So endet eine Skitour um 22.30 Uhr unerwartet als geführte Wanderung zur Gondelstation hinab.

Die Saison ist noch nicht vorbei ...

Ende Januar sah es am Kleinen Arbersee so aus ...
Ende Januar sah es am Kleinen Arbersee so aus ...

Aber die Saison ist noch immer nicht zu Ende! Auch wenn im Tal kein Schnee mehr liegt, rund um den Arber, da geht noch immer was. Dafür müssen die Tourer zwar schon hoch hinaus, aber zwischen Großem Arber und Enzian sind sie dann auch wirklich unter sich. Vor allem, weil viele ihre Skier schon weggepackt haben und sich auf den Frühling freuen. Aber wer an schönen Tagen den Sonnenuntergang auf dem König des Bayerischen Waldes erleben will, der trifft noch immer etliche Tourer auf dem Gipfel. Im Abendrot will sich dann auch ein wenig Wehmut einstellen, wenn die Saison dann doch bald ganz vorbei sein wird, denn es dauert sicher mindestens gut sieben Monate, bis es wieder losgeht – und das ist schon eine verdammt lange Zeit, nach diesem Rekordwinter ...

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