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Vision

Eine Idee mit Leben gefüllt

Der vierte Aktionstag von Sport-ohne-Grenzen war zu Gast in der Lamer Schule. Beim nächsten Mal könnte es künstlerisch werden.
von Maria Frisch

Alle beteiligten Schulen erhielten ein Floorball-Set geschenkt. Fotos: Maria Frisch
Alle beteiligten Schulen erhielten ein Floorball-Set geschenkt. Fotos: Maria Frisch

Lam.Keiner hat geglaubt, dass es einfach wird. Gemeint ist die Annäherung der Schüler auf beiden Seiten der Grenze, bei der die Sprachbarriere wohl die größte Hürde ist. Dennoch macht es Sinn, daran zu arbeiten. „Die Kinder haben die Idee mit Leben erfüllt“, zog Bürgermeister Paul Roßberger bei der Begrüßung zum vierten Aktionstag von Sport-ohne-Grenzen Fazit über das Ergebnis der Bemühungen.

Positiv zu werten sei auch, dass viele Kinder mehrmals mitgewirkt hätten. Das bedeute, dass sie gerne dabei seien und ihnen die Kontakte Spaß machten. „Wir müssen anerkennen, dass die Teenager probieren, sich mit Hand und Fuß zu verständigen“, sagte die Regionalmanagerin des Aktionsbündnisses Künisches Gebirge, Jana Dirriglová, die maßgeblich die Strippenzieherin war und sich damit jede Menge Arbeit aufhalste. „Ich habe wirklich nicht geahnt, dass allein die Terminfindung so schwierig sein könnte“, blickt sie auf die Anstrengungen zurück. Hinzu kam der gesamte logistische Aufwand, der sie viele Stunden Zeit kostete. Aber sie hat es gern getan, wie ihre strahlende Miene am Donnerstag verriet.

Eine Fortsetzung ist unklar

Über die Fortsetzung ist noch nichts entschieden. Auch die Richtung könnte man eventuell zu Kunst oder Geschichte wechseln. „Alle sind dafür, dass wir weitermachen“, sagte Dirriglová. Im Lamer Schulhof wurden die unvergesslichen drei vorausgegangenen Aktionstage mit einer Fotoausstellung festgehalten.

Die Schwimmer gingen dieses Mal auch auf Tauchgang. Fotos: Maria Frisch
Die Schwimmer gingen dieses Mal auch auf Tauchgang. Fotos: Maria Frisch

Im Rückblick war es beeindruckend, was in dem vergangenen Schuljahr alles auf die Beine gestellt wurde. „Damit in der Sprachverständigung etwas vorwärtsgeht, braucht man Motivation“, ist die Regionalmanagerin überzeugt. Wichtig sei nicht nur der Lernprozess, sondern auch die Anwendung. „Der Anfang ist getan. Die Beziehungen sind eingefädelt. Wir müssen zusehen, dass wir die Kontakte weiter pflegen“, machte die Drahtzieherin am Rande klar.

Keiner der Verantwortlichen denke ernsthaft ans Aufhören. Der Ideenpool müsse auch nicht immer neu gefüllt werden. „Wir können Unternehmungen ruhig wiederholen, weil immer wieder andere Kinder in die Teams aufrücken“, gibt Dirriglová zu bedenken. Heuer war man auf die Jahrgänge 2006 bis 2010 fixiert. Jede Schule erhielt ein Floorball-Set.

„Beim Sport kann man sich am einfachsten anfreunden“, machte die Regionalmanagerin bewusst. Es sei für die Zukunft sehr wichtig, dass einmal entstandene Partnerschaften weiter gefestigt werden und dass der Austausch über die Grenze bereits im Kindesalter beginnt und wächst. „Im Rahmen des Projektes kommt es zu einer solchen Kooperation zwischen den Schulen auf dem Gebiet des Künischen Gebirges“, führte die Fachfrau aus. Die Auswahl für die Initiative erfolgt auf der Basis der freiwilligen Anmeldung des interessierten Nachwuchses.

Das Projekt wurde kommunal bei den Arbeitssitzungen des Aktionsbündnisses Künisches Gebirge gemeinsam diskutiert und abgestimmt. Außerdem berieten darüber die Rektoren und Rektorinnen, die weitere Denkansätze zum Projekt beisteuerten. Bei der Vertiefung von Kontakten ließen sich am ehesten Vorurteile und Unsicherheit abbauen. Die Initiatoren zielen darauf ab, einen attraktiven und grenzüberschreitenden Sport- und Freizeitraum zu gestalten.

Die Sprecherinnen des tschechischen Spiegelprojekts mit Jana Dirriglová (r.) Fotos: Maria Frisch
Die Sprecherinnen des tschechischen Spiegelprojekts mit Jana Dirriglová (r.) Fotos: Maria Frisch

Froh waren die Verantwortlichen stets über die Anwesenheit der Rektoren und Lehrer. „Die Pädagogen haben uns sehr geholfen. Sie waren sehr engagiert, entgegenkommend und motivierend“, lobte Jana Dirriglová. Erfreut beobachtete die Initiatorin, dass einige bereits Kontakte knüpften und Handynummern austauschten. Insgesamt waren es gelungene Veranstaltungen, sind sich alle Verantwortlichen einig. Die Kinder wurden mit Brotzeit und Mittagessen gut verpflegt. Die Zusammengehörigkeit der Mannschaften war an der T-Shirt-Farbe absehbar.

Internationale Teams gebildet

In Lam wurde ein Floorballturnier ausgetragen, wobei man jeweils drei tschechische und drei deutsche Spieler zusammen loste. Den Beteiligten wurden sowohl die Floorballregeln als auch die wichtigsten Redewendungen in einem Crashkurs vermittelt.

Weitere Disziplinen waren im Osserbad aufgebaut. Die Freiwilligen waren alle gute Schwimmer, die drei Spaßwettbewerbe durchliefen: die Gegenstandsbeförderung im Wasser, das Rutschen und das Hochtauchen von Gegenständen.

Auch hier klammerte sich jeder zur Verständigung an jeden Strohhalm. Die Zweisprachigkeit war bei diesem Wettbewerb natürlich ein entscheidender Vorteil. Lehrer Bernhard Vogl nahm beispielsweise seine Tschechischkenntnisse aus der Bundeswehrzeit zu Hilfe. Unterstützend war ebenso das Landratsamt mit dem Amt für Jugend und Familie in Person von Andreas Pregler tätig. Froh war Jana Dirriglová, dass die beiden Sprecherinnen des tschechischen Partners, dem Gemeindebündnis Úhlava, nämlich Sona Hladíková, in Personalunion zweite Bürgermeisterin von Nýrsko, sowie Martina Bastlová nach Lam gekommen waren.

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