MyMz
Anzeige

Osser

Energiekosten sind zu hoch

Studenten stellten für das Schutzhaus ein Konzept vor, um die Ausgaben zu reduzieren. Die Realisierung ist nur in Schritten möglich.
Maria Frisch

Das Osserschutzhaus soll energetisch saniert werden. Foto: Maria Frisch
Das Osserschutzhaus soll energetisch saniert werden. Foto: Maria Frisch

Lam.Im Zuge des Einstands der neuen Osserwirtsleute brachte Landrat Franz Löffler die Erstellung eines Energieversorgungskonzepts durch die Technikerschule in Waldmünchen in Gang, um die Waldvereinssektion Lam in ihrem Bemühen zu unterstützen, das Osserschutzhaus energetisch zu optimieren. Die drei angehenden Energieberater Stephan Gebhard, Steffen Reise und Matthias Sorge erstellten im Rahmen einer Projektarbeit ein Energieversorgungskonzept für das Osserschutzhaus, das sie im Gasthof Stöberl der Öffentlichkeit präsentierten. Da es an ausreichenden Finanzmitteln fehlt, werden die Lösungsansätze nur in einzelnen Abschnitten realisierbar sein.

Klaus Butz freute sich über die Besucherrunde, die bezeuge, dass an dem Gebäude auf dem Osser großes Interesse bestehe. Die Waldvereinssektion Lam lege großen Wert darauf, das Osserschutzhaus in eine gute Zukunft zu führen. Man habe bereits eine Menge Geld in die Bohrung für eine Wasserquelle und den Lastenaufzug gesteckt.

Die drei Studenten schilderten den Ist-Zustand und die Lösungsansätze. Das Osserschutzhaus besitzt keine Anbindung an das öffentliche Strom- oder Wärmenetz, die Energieversorgung ist vom Blockheizkraftwerk abhängig. Da dieses nur sehr ineffizient genutzt wird, resultiert daraus ein hoher Gasverbrauch. Durch den jahrelangen Betrieb entstand zunehmender Verschleiß, was sich in erhöhten Wartungskosten widerspiegelt.

Dach ist undicht

„Die mangelhafte Dämmung der Außenwände, sowie veraltete Fenster, die meist nur einfach verglast sind, sind für einen schlechten U-Wert mitverantwortlich“, schilderten die drei Redner. Teilweise veraltete Geräte sind ebenfalls Faktoren, die den Gasverbrauch weiter in die Höhe treiben.

Zudem gibt es in den Gästebädern im zweiten Stock derzeit kein Warmwasser, die Anschlüsse dafür sind jedoch vorhanden. Die vorliegenden Bestandspläne des Gebäudes waren nicht mehr auf dem neuesten Stand. Im Moment werde der Strom in 24 Bleibatterien gespeichert, die jedoch aufgrund ihres hohen Alters das Ende ihrer Zyklenfestigkeit erreicht haben, sagten die Redner.

Zu den Maßnahmen am Gebäude zählen die Dämmung der obersten Geschossdecke, der Austausch der Fenster, ein Austausch des Blockheizkraftwerkes samt Generator, ein Ersatz des Batteriespeichers und Wechselrichters, sowie eine Photovoltaikanlage.

Bei der Wärmeversorgung stünde ein Heizungswasser-Pufferspeicher mit Frischwassermodul, die Optimierung der Wärmeverteilung und der Wärmeübergabe, sowie eine Wärmerückgewinnung bei der Kühlzelle mit Kombination einer Solarthermieanlage an. Diverse Undichtigkeiten in der Dachhülle sind vor allem in den Gästezimmern im oberen Stockwerk ersichtlich. Hier dringt Feuchtigkeit ein, was ein Faulen aller hölzernen Bauteile zur Folge hat. Die Gesamtsumme der Anlagenkosten beläuft sich auf 105 900 Euro. Abzüglich Zuschüsse ergibt sich eine Endsumme von 83 800 Euro. Zu erwarten ist, dass bei einer Realisierung aller Maßnahmen die Energiekosten erheblich gesenkt werden können sowie eine umweltgerechte wie klimaneutrale Unterhaltung des Gebäudes erbracht werden kann.

Suche nach Fördergelder

In der Diskussion gab Hubert Sperl von der Technikerschule zu bedenken, dass man auch in die Werterhaltung des Gebäudes investiere. „Es empfiehlt sich, schrittweise vorzugehen und vielleicht zuerst die Umwälzpumpen auszutauschen“, riet er. Auf der Grundlage des Konzeptes müsse man sehen, was mit den vorhandenen Mitteln alles machbar sei. „Gerd Paulus erkundigte sich, ob man eine Förderung vom Hauptverein erwarten könne. „Es gibt nichts“, wusste der Sektions-Chef.

Jana Dirriglova bezeichnete den Osser im wahrsten Sinne des Wortes als einen grenzüberschreitenden Berg. Sie prüft die EU-Förderung. Auch der Vorsitzende der Euregio bestätigte, dass ein Energiekonzept als alleinige Maßnahme nicht förderfähig sei. Man müsste das Projekt zu einem Begegnungszentrum erweitern, um größere Chancen zu haben.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht