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Feuerwehr-„Legende“ wurde verabschiedet

Der KBM für den Bereich Lam, Josef Pritzl, geht nach knapp 15 Dienstjahren. Sein Amt übernimmt Konrad Kellner.
Von Maria Frisch

  • Der Ausscheider mit Frau im Kreise der Führungskräfte und Bürgermeister Fotos: Maria Frisch
  • Die neun Feuerwehren beschenkten den Ausscheider mit einer Erinnerungstafel.

Lam.Der Schweinebraten war am Dienstagabend auf dem Waldeck eine passende Einstimmung auf den Abschied von Kreisbrandmeister Josef Pritzl. KBI Andreas Bergbauer erinnerte an den Stabwechsel 2017 im KBM-Bereich Miltach sowie 2019 in Bad Kötzting. Nun war auch noch der Bereich Lam neu zu besetzen gewesen.

Am Dienstag traf sich die Feuerwehrfamilie des gesamten KBI-Bereiches, die Vorstandschaft des Fördervereins, die derzeitigen und ehemaligen Führungskräfte sowie die Vertreter aller neun Feuerwehren aus dem KBM-Bereich Lam zusammen mit den Bürgermeistern.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe Sepp Pritzl den Kreisbrandrat und Kreisbrandinspektor darüber informiert, dass er auf eigenen Wunsch die Tätigkeit als Kreisbrandmeister im KBM-Bereich Lam beenden möchte. Angestrebt wurde der Jahreswechsel 2019/2020, sofern bis dahin ein geeigneter Nachfolger gefunden sei, der alle erforderlichen Lehrgänge absolviert habe, informierte KBI Bergbauer. Josef Pritzl war wichtig, dass es nahtlos weitergeht. Am 31. Dezember 2019 ist die Amtszeit des Kreisbrandmeisters offiziell zu Ende gegangen. Bergbauer wusste sehr wohl, dass Josef Pritzl kein Aufheben um seinen Rückzug machen wolle. Doch er musste sich der Meinung der Führungskräfte beugen, die dies absolut für notwendig hielten.

Damals der jüngste Vorstand

Josef Pritzl war mit 15 Jahren am 2. Weihnachtsfeiertag 1973 bei der FFW Hohenwarth eingetreten. Es dauerte nicht lange, bis sein Helfergen und sein Engagement entdeckt wurden. Bereits mit 23 Jahren wählten ihn die Kameraden 1981 zum Vorsitzenden der FFW Hohenwarth – als damals jüngsten Feuerwehrvorstand im Landkreis Cham. Nach neun Jahren tauschte er das Amt mit dem des 1. Kommandanten, das ihm bis 2006 anvertraut wurde. „In Summe waren dies fast 24 Jahre in der Führungsverantwortung bei der Heimat-Feuerwehr“, rechnete Bergbauer vor.

Josef Pritzl hätte sicher zu diesem Zeitpunkt nicht als Aktivenchef aufgehört, wenn nicht im August 2005 der heutige Ehren-Kreisbrandmeister Reinhard Kollmer mit Erreichen des 60. Lebensjahres ausscheiden hätte müssen. Es ging darum, einen erfahrenen und kompetenten Nachrücker zu finden. Der damalige KBR Johann Weber ernannte Josef Pritzl zusammen mit Landrat Theo Zellner mit Wirkung zum 1. September 2005 zum Kreisbrandmeister für den KBM-Bereich Lam.

Als am 1. Juli 1991 der heutige Ehren-KBI Michael Wensauer einen loyalen Feuerwehrkameraden für die Führung der Inspektionskasse suchte, erfüllte Sepp Pritzl alle Voraussetzungen und übernahm als 32-Jähriger auch noch die Kassengeschäfte der Inspektion und später des Fördervereins. „Bis zum März 2017 war er fast 26 Jahre Chefkassier im Inspektionsbereich – in meinen Augen ist dies einmalig und einzigartig“, lobte Bergbauer.

Nur wer schon so ein Amt bekleidet hat, kann nachvollziehen, welcher Aufwand sich dahinter verbirgt. „Ich bin mir sicher, dass dir das Feuerwehrgen in die Wiege gelegt wurde“, so Bergbauer. Es wäre abendfüllend, alle Lehrgänge und Fortbildungen aufzuzählen. Bereits im März 2015 wurde der Ausscheider für seine geschätzte Arbeit mit der höchsten Auszeichnung, die die FFW in Bayern zu vergeben haben, mit dem Steckkreuz des FW-Ehrenzeichens, belohnt. Bereits im Jahr 2003 ging die Verleihung der Ehrennadel der Jugend-FFW Bayern in Silber voraus. Ein weiteres Steckenpferd war für den 61-jährigen immer schon die UGÖEL am Standort Arrach, wo er 2017 die Leitung von Michael Stahl übernommen habe und weiterhin ausüben wird. „KBM Josef Pritzl ist eine Feuerwehr-Legende. Vergelt’s Gott für dein Wirken“, sagte Bergbauer unter großem Applaus.

Mehr getan als der Normalbürger

KBR Michael Stahl attestierte Josef Pritzl, dass er seinen Abgang zur richtigen Zeit und aus freier Überzeugung geplant habe. Stahl ist sich sicher, dass mit dem Wunschkandidaten Konrad Kellner ein guter Nachfolger gefunden wurde. Pritzl habe immer schon mehr getan als der Normalbürger. Stahl habe sich immer blind auf ihn verlassen können.

Bürgermeister Xaver Gmach bestätigte, dass der Ausscheider alle Einsatzszenarien gemeistert und immer auf die Sicherheit seiner Kameraden geachtet habe. Gmach wünschte ihm und seiner Familie Gelassenheit, Freude und viel Zeit für Reisen.

Das Schlusswort hatte Josef Pritzl selber, der noch über seine Feuerwehrgene aus dem Nähkästchen plauderte. Er habe im gesamten KBM-Bereich Freunde gefunden, die er nicht missen möchte. „Macht so weiter, wie wir die letzten 15 Jahre gearbeitet haben, und unterstützt Konrad Kellner – ein Fachmann par excellance.“ (kli)

Geschenke zum Abschied

  • Tafel:

    Josef Pritzls Nachfolger Konrad Kellner überreichte eine Erinnerungstafel mit den Wappen der neun Feuerwehren, verbunden mit dem Dank der Kommandanten.

  • Fotobuch:

    Als weiteres Geschenk gab es ein Fotobuch mit Fotos, die hauptsächlich Fabian Fischer geschossen hatte. Dieses Andenken trägt die Überschrift „Schön war’s“.

  • Blumen:

    Konrad Kellner ließ bei Olga Pritzl Blumen sprechen. Josef Pritzl hätte nicht so aktiv sein können, wenn nicht stets eine starke Frau hinter ihm geständen hätte.

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