MyMz
Anzeige

Gesellschaft

Frauenbund Lam blickt auf 65 Jahre

Seit der Vereinsgründung hat sich viel verändert. Doch für die Frauen gibt es noch viel zu tun, waren sich die Redner einig.
Von Maria Frisch

Langjährige Mitglieder wurden geehrt und erhielten kleine Aufmerksamkeiten. Foto: Frisch
Langjährige Mitglieder wurden geehrt und erhielten kleine Aufmerksamkeiten. Foto: Frisch

Lam. Das 65-jährige Jubiläum des Frauenbunds Lam wurde am Sonntag mit einer Winterwanderung eingeläutet, der sich eine Einkehr mit Jubiläumsfeier im Hotel Bayerwald anschloss. Sängerin Petra Seitz, die von Hermann Seitz am Klavier begleitet wurde, gab wunderbare Gesangseinlagen. „Der Frauenbund Lam besteht seit 1954“, blickte Vorsitzende Marietta Hutter zurück. Damit sei er um ein Vielfaches älter als umliegende Zweigvereine. Die Gründung sei auch der Verdienst von Pfarrer Eindorfer gewesen.

Festredner Pater Dr. Jakob Seitz betonte, dass jede Zeit mit Veränderungen einhergehe. 65 Jahre dürften ruhig auch solche mit sich bringen. „Manches blieb jedoch, wie es war“, so der Geistliche, der damit die Herzlichkeit, die Aufmerksamkeit und das Miteinander meinte. Das einzige noch lebende Gründungsmitglied, Cilly Stahl, war entschuldigt. „Die Mitglieder blicken zurück auf gute und schwierige Jahre. Man erlebt 65 Jahre nicht im Höhenflug“, sagte der Pater und wünschte dem Verein, Mut und Offenheit zu zeigen, damit die Jüngeren ihre Vorstellungen verwirklichen können. Als der Zweigverein gegründet wurde, durften Frauen ohne die Erlaubnis ihres Mannes nicht arbeiten und bestand das Wahlrecht für Frauen gerade einmal 35 Jahre. „65 Jahre später haben sich die Frauen viel erkämpft“, sagte Seitz.

Altersarmut ein großes Thema

Seine große Sorge war, dass sich die Frauen die Butter vom Brot nehmen lassen, weil sie nicht mehr dafür kämpfen müssen. Es gebe durchaus politische Kräfte, die das Rad gerne zurückdrehen würden. Hätte man keine Frauen in den Parlamenten, würde es schwierig für das weibliche Geschlecht, etwas durchzusetzen. Es sei auch ein Anliegen des Frauenbundes, Frauen in der Politik zu fördern.

„Danke, dass Sie dem Frauenbund die Treue halten“, so der Redner, der nicht glaubt, dass für die Frauen schon alles getan ist. Die Altersarmut der Frau sei ein großes Thema. Die Arbeit höre auch in den nächsten 25 Jahren nicht auf. „Wir brauchen einen Verband, der die christliche Sichtweise in der Gesellschaft vertritt“, sagte Seitz und dankte den Frauen für ihr Engagement und ihre Wohltätigkeit. Nicht verändern werde sich die Aufgabe, die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes unter die Menschen zu bringen. In den Dank eingeschlossen war der Diözesanvorstand unter der Leitung von Karin Schlecht, der ihm einen Scheck mitgegeben hatte. Pfarrer Ambros Trummer dankte ebenfalls für 65 Jahre Frauenbundarbeit, die er bereits 18 Jahre lang begleiten durfte. Obwohl die jetzigen Mitglieder nichts dafür könne, fand er es schade, dass es nicht geschafft wurde, selbst aus dem Glauben zu leben sowie den Kindern und Jugendlichen darzulegen, wie wertvoll und lebensnotwendig dieser Glaube sei. Es lasse sich nichts aufzwingen, sondern man könne nur einladen.

Vorreiter in Lam

Der Priester war der Meinung, dass junge und ältere Frauen mehr Begeisterung an den Tag legen und eine persönliche Chance für sich erkennen müssten. Doch daran fehle es. Noch schlimmer sei, dass die Gefahr bestehe, dass sich in Zukunft anderen Weltanschauungen anschließen könnten. „65 Jahre Frauenbund heißt anpacken, suchen und kämpfen“, sagte Trummer.

Bürgermeister Paul Roßberger gratulierte im Namen der Marktgemeinde. Als der Frauenbund vor 65 Jahren in Lam gegründet wurde, ging es den Verantwortlichen darum, eigene Ziele zu verfolgen. „In Lam war der Frauenbund ein Vorreiter.“ Am klassischen Familienmodell in den Anfangsjahren habe sich einiges geändert. Die meisten Frauen seien heute berufstätig. Andererseits übernehmen auch Männer die Kindererziehung. Die Gleichberechtigung habe Einzug gehalten.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht