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Freie Wähler für offene Zusammenarbeit

Wolfgang Bergmann will alte Strukturen auflösen. Der Listenführer stellte seine Ziele bei der Wahlveranstaltung vor.
von Maria Frisch

Wolfgang Bergmann sprach sich für Transparenz in der Gemeindepolitik aus. Foto: Maria Frisch
Wolfgang Bergmann sprach sich für Transparenz in der Gemeindepolitik aus. Foto: Maria Frisch

Lam.Bei der Wahlinformationsveranstaltung der Freien Wähler am Freitagabend im Hotel „Zur Post“ kam zunächst Landratskandidat Julian Preidl zu Wort. Der Bad Kötztinger unterbreitete seine Ideen und ging bei einigen auch ins Detail, um zu demonstrieren, dass dies keine „Spaßkandidatur“ sei, sondern dass er ein handfestes Konzept hat, wie er den Landkreis vorwärts bringen möchte.

Die Freien Wähler in Lam treten an, um alte Strukturen aufzulösen, definierte Wolfgang Pilz. Oberste Maxime sei, miteinander und nicht gegeneinander zu reden. „Wir wollen mit allen Listen innovativ, konstruktiv, offen und transparent zusammenarbeiten“, so Listenführer Wolfgang Bergmann. Bislang, so Bergmann, zimmerte sich die CSU mit ihrer Fraktionsgemeinschaft die absolute Mehrheit im Gemeinderat.

Es gebe einige Probleme in Lam, gegen die die Freien Wähler vorgehen möchten. Die Einwohnerzahl in Lam gehe massiv zurück. „Von 1987 bis 2018 haben wir 528 Einwohner verloren“, bezifferte Bergmann. Zudem gebe es in Lam eine Überalterung: 26 Prozent der Einwohner seien über 65 Jahre alt. „Wenn wir uns nicht anstrengen, junge Leute nach Lam zu bringen, kommen wir zu einem Punkt wie Bayerisch Eisenstein“, ist der Listenführer überzeugt. Die Gemeinde Drachselsried mache es vor, wie man junge Leute anlockt und hält. Beispielsweise erhalten junge Familien bei einer Ansiedelung eine Förderung von 10 000 Euro von der Gemeinde.

Um das Leben für die junge Generation attraktiver zu gestalten, wäre es angebracht, eine Lokalität für diese Altersschicht zu schaffen. Absolut notwendig wäre der Ruf- bzw. Discobus. Bergmann sprach sich dafür aus, eine Wirtschaftsförderung für grenznahe Räume ähnlich der Grenzlandhilfe früherer Jahre, neu zu starten. Die Feuerwehr sei qualifiziert, gut ausgebildet und werde bestens von der Gemeinde gefördert.

Schade finde es Bergmann, dass Lam im Gegensatz zu Engelshütt keine Mädchen und Frauen in die Wehr aufnehme. Jugendtreff und Jugendrat wäre ein schöner Fortschritt. Vermisst wurde von Wolfgang Bergmann die Transparenz in der Gemeindepolitik. „In Lam werden Projekte als Erfolg verkauft, tatsächlich wird nur das Notwendigste getan“, behauptete der Listenführer. Dementsprechend sehe es in Lam aus. Er plädierte dafür, einen übersichtlichen Haushaltsplan zu veröffentlichen.

Bei den Gemeindefinanzen gehen nach seinen Berechnungen 84 Prozent für die Verwaltung drauf, für Investitionen bleiben nur noch 16 Prozent übrig. „Das gräbt uns etwas die Luft ab“, fand der Redner. Man spare bei klassischen Pflichtaufgaben der Gemeinde, nämlich der Sanierung und Instandhaltung von Gemeindestraßen, die er als nicht ausreichend empfand. Andere Gemeinde steckten in ihre Strecken dreimal soviel wie Lam.

Diskussionsbeiträge

  • Sylvia Raab:

    Sie war bereits drei Jahre Markträtin und monierte die Einschränkung der persönlichen Neutralität durch die Zugehörigkeit zu einer Fraktion. Man könnte mehr bewegen, wenn man zusammen arbeitet. Durch die Querelen werde viel zu viel Kraft vergeudet.

  • Emmi Kollross:

    Sie plädierte dafür, künftig auf Augenhöhe zu diskutieren. Dass sie vor sechs Jahren charakterlich nicht passend als 1. Bürgermeister befunden wurde, befand sie als Rufschädigung.

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