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Tradition

Hier regierten die Teufel und Dämonen

Schrecklich und sagenhaft ging es bei der 15. Rauhnacht in Engelshütt zu, bei der wieder furchterregende Gestalten auftraten.

Eine wilde Gestalt war diese Gestalt aus der Gruppe der Vorwoidteife. Fotos: Maria Frisch
Eine wilde Gestalt war diese Gestalt aus der Gruppe der Vorwoidteife. Fotos: Maria Frisch

Lam.Lautstarke Salven der Chambtaler Böllerschützen eröffneten die 15. Engelshütter Rauhnacht Und dann gab es extremen Lärm im Umfeld der Arena auf dem Engelshütter Dorfanger, als die Drachselsrieder Wolfsausläuter mit ihren Glöcken aufmarschierten. Stephan Jarosch moderierte die Veranstaltung und klärte zunächst über die Zeit zwischen den Jahren auf, über die Losnächte und viele alte Geschichten, die in Nächten mit kalten Winden und Schneegestöber in der warmen Stube erzählt wurden.

Auch eine teuflische Majestät, die per Kutsche angefahren kam, wurde bei der Rauhnacht gesichtet. Fotos: Maria Frisch
Auch eine teuflische Majestät, die per Kutsche angefahren kam, wurde bei der Rauhnacht gesichtet. Fotos: Maria Frisch

Neue und altbekannte Gruppen traten im Programm auf. In Rituale der Vergangenheit ließ das „Gäubodn-Gschwerl“ aus Mallersdorf-Pfaffenberg die Zuschauer eintauchen. Da wurde ein Bub durch den Klaubauf geraubt. „So kloane Fratzn hab i scho oft mitgnomma“, behauptete der furchterregende Krampus. Die Familie wandte sich an die Hexe Gertrud, die ein wenig Hoffnung machte. Allerdings musste auch sie sich den finsteren Mächten beugen; aber sie hatte einen Plan, braute einen Trank, der das Schicksal wenden konnte und beorderte die „Majestät“ herbei. Diese in der Hierarchie der Hexen an oberster Stelle stehende Gestalt fuhr mit der Kutsche in die Arena und alle Untertänigen huldigten ihr. „Wer hat es gewagt, mich zu rufen?“, war sie erbost. Die Hexe Gertrud forderte, das Kind zu befreien. Dafür sollte die Anführerin ihr lebensverlängerndes Gebräu erhalten. „Das Leben ist das höchste Gut, das man leider nur zu sehr verschwendet“, erinnerte die Dienerin ihre Herrscherin, die ihre Beziehungen spielen ließ und tatsächlich die Freilassung des Buben erwirkte.

Das war die 15. Engelshütter Rauhnacht

Ein wundersames Gebräu stellte die Hexe Gertrud her. Fotos: Maria Frisch
Ein wundersames Gebräu stellte die Hexe Gertrud her. Fotos: Maria Frisch

„Die Rauhnächte sind in der Tat nichts für die Zartbesaiteten“, warnte Jarosch, bevor das Spektakel weiterging. Dämonen und Bestien besetzten den Anger, so wie die Unholde früher laut und lärmend durch die Dörfer gezogen sein sollen. Die Vorwoidteifen steckten ein uneinsichtiges Kind in einen Fellsack, in dem es sich zum Kramperl verwandelte. Die Macht des Bösen kosteten die Engelshütter Teifen aus, die Gefangene im Wagen mitnahmen. Die Feuerkünstler von Ameno Signum hatten faszinierende Machenschaften mit dem Element Feuer auf Lager.

Nur eine Kleinigkeit ging leider daneben: Der Gruppe „Schwarzachtalpass“ blieb nach Kartenspiel und Saufen leider det Knalleffekt versagt: Die Schatzkiste explodierte nicht und das wilde Heer wurde nicht entfesselt. Doch auch so war es ein schön-schaurig-schrecklicher Abend. (kli)

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