MyMz
Anzeige

Katharina Maurer feierte 106. Geburtstag

Die älteste Bürgerin im Landkreis Cham bewahrte sich ihr fröhliches Wesen und fand nette Worte für ihre Gäste in Lam.
Regina Pfeffer

Bürgermeister Paul Roßberger, Maria Reiner (re.) und Andrea May vom Frauenbund Haibühl-Ottenzell gratulierten Katharina Maurer am Montag zu ihrem Geburtstag.  Foto: Regina Pfeffer
Bürgermeister Paul Roßberger, Maria Reiner (re.) und Andrea May vom Frauenbund Haibühl-Ottenzell gratulierten Katharina Maurer am Montag zu ihrem Geburtstag. Foto: Regina Pfeffer

Lam.„Omei, a so a schneena Geburtstag!“: So war des Öfteren aus dem Mund von Jubilarin Katharina Maurer, geborene Fischer aus Ottenzell, zu hören, als sie ihren 106. Geburtstag feierte. Seit fünf Jahren lebt sie im Pflegestift St. Ulrich in Lam. Sie ist nicht nur die älteste Einwohnerin Lams, sondern auch die älteste Landkreisbürgerin.

Aus diesem Grund ließ Landrat Franz Löffler – er war krankheitsbedingt verhindert – Blumen sprechen. Ministerpräsident Markus Söder schickte ihr einen Glückwunschbrief. Die Glückwünsche der Marktgemeinde Lam überbrachte Bürgermeister Paul Roßberger. Er wurde von der Jubilarin mit einem Gläschen Sekt empfangen. Vom KDFB Haibühl-Ottenzell gratulierten Vorsitzende Maria Reiner und Andrea May. Pfarrer Johann Wutz überreichte der Jubilarin eine Kerze mit dem Bild der Haibühler Kirche.

Der Aufenthaltsraum im Seniorenheim war festlich hergerichtet, als Katharina Maurer ihre Gäste empfing. Die Feier setzte sich am Nachmittag im Speisesaal fort, als ihr beim Rosenmontagsball ein Ständchen gespielt wurde. Stets hatte die Jubilarin ein Lächeln im Gesicht. Sie suchte das Gespräch mit all ihren Gästen. Gerade die kleinen Alltäglichkeiten des Lebens sind es, die sie glücklich stimmen. Dabei herrschte für die Jubilarin nicht immer eitel Sonnenschein.

1914 erblickte die Kathl in Ottenzell das Licht der Welt. Sie wuchs mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf, die aber bereits verstorben sind. Vater Karl fiel 1916 im Krieg, und so musste sie schon früh ihrer Mutter zur Hand gehen. 1932 trat sie mit Xaver Maurer aus Haibühl vor den Traualtar. Das alte Elternhaus von Xaver rissen die Eheleute ab und erbauten in den 50er-Jahren an gleicher Stelle ein neues Eigenheim. Katharina Maurer wusste zuzupacken, kümmerte sich um ihre drei Kinder, um Landwirtschaft und Haushalt und sorgte auch für den Lebensunterhalt der Familie, als ihr Mann krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte. Bis zu ihrem Ruhestand arbeitete sie in den örtlichen Fabriken Mühlbauer, Gaschler und Eichinger. Gerne und viel ging sie „in d’Hoiba“, um mit deren Verkauf den Lebensunterhalt zu unterstützen.

Sehr getroffen hat sie der Tod lieber Menschen. Ihr Mann Xaver starb 1977, Sohn Josef 2003, Schwiegertochter Erna 2004, Schwiegersohn Hans 2009 und Tochter Erna 2010. Mit Gottvertrauen meisterte sie die Schicksalsschläge. Zu ihrer großen Familie zählen zehn Enkel, 15 Urenkel und 17 Ur-Urenkel. Ein Sturz mit nachfolgendem Krankenhausaufenthalt schränkte sie im Gehvermögen ein, und so ist ihr der Rollstuhl ein ständiger Begleiter geworden. Drei Jahre wurde die hochbetagte Frau von Tochter Maria Sperl und deren Mann Anton in Mais umsorgt, bevor sie im Lamer Pflegestift ein neues Zuhause fand.

Wenngleich das Gehör nicht mehr so gut ist wie früher, so hat sich die Maurer Kathl ihr fröhliches Wesen doch erhalten. Die Gratulanten zeigten sich begeistert, wie geistig rüstig die Seniorin noch ist. Während der Feier stimmte sie zur Freude ihrer Gäste das eine oder andere Heimatlied an, bei dem sie noch alle Strophen fehlerfrei zitierte. (krp)

Zur Person

  • Familie:

    1932 trat sie mit Xaver Maurer aus Haibühl vor den Traualtar. Sie versorgte ihre drei Kinder, kümmerte sich um Landwirtschaft und Haushalt und arbeitete in den örtlichen Fabriken Mühlbauer, Gaschler und Eichinger, als ihr Mann krank wurde.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht