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Heimat

Schutz Gottes für Schutzhütte

Neustart für neues Pächterehepaar Hatzinger im Osserschutzhaus: Alleine das Energiekonzept kostet etwa 250000 Euro.
von Maria Frisch

  • Markus Kerner (von links), Alois Vogl, Franz Löffler, Georg Hatzinger, Wolfgang Böhm, Klaus Butz, Alexander Ritzinger und Franz Müller freuten sich über den Einstand.Foto: Frisch
  • Das Osserschutzhaus wurde 1897 erbaut. Foto: Archiv/Altmann
  • Klaus Butz beschenkte die künftigen Wirtsleute mit einer Bildtafel und einem Blumenstrauß. Foto: Maria Frisch

Lam.Pfarrer Ambros Trummer sprach am Samstagvormittag das Segensgebet auf dem Gipfel des Hausberges. Die Männer des Waldvereins Lam/Lohberg fingen 1885 erstmals damit an, eine Hütte auf dem Osser zu errichten. Sie wurde einige Male um- und angebaut. Am Samstag empfingen der Stützpunkt und all jene, die sich künftig darin aufhalten, anlässlich des Neustarts den kirchlichen Segen. Mundartdichter Hermann Dachs steuerte passende Verszeilen bei.

Das Aufgabenfeld einer Hütte auf dem Berg seien der Schutz der Wanderer und speziell auf dem Osser die Begegnung an der Grenze. Am 1. April habe die Ära der neuen Pächter offiziell begonnen. „Menschliches Planen und Arbeiten ist Voraussetzung für die Betriebsführung, aber es reicht nicht aus“, verwies der Priester auf mögliche Naturgewalten. Darüber hinaus könne das menschliche Miteinander und das Leben an sich von Krankheit, Unglücks- oder gar Todesfällen getrübt werden.

Haus ist Stolz des Bayerwaldes

Das Segensgebet am Samstag sollte helfen, dass auf dem Hüttenstandort ein guter Geist herrscht, dass Menschen gerne ein- und ausgehen und der Wirt gute Geschäfte macht. „Der Wunsch aller ist, dass das Osserschutzhaus der Stolz in der Bergwelt des Bayerischen Waldes bleibt“, zitierte Pfarrer Trummer den Osserliebhaber Ernst Plötz, bevor er die Schutzhütte mit Weihwasser und Weihrauch besprengte. Sektionschef Klaus Butz wünschte den neuen Betreibern ebenfalls eine glückliche Hand.

Butz freute sich über einige Ehrengäste, etwa Landrat Franz Löffler, den stellvertretenden Bürgermeister von Lam, Alois Vogl, den Lohberger Rathauschef Franz Müller, den bischöflichen Administrator Harald Eiffler sowie Markus Kerner vom Hauptverein.

„Es gehört viel Idealismus dazu, die Schutzhütte zu bewirtschaften“, zollte der Sektionschef Anerkennung. Große Anstrengungen musste der Waldverein für einen neuen Aufzug als Stahlkonstruktion aufwenden. „Vieles war nur möglich durch großzügige Unterstützung“ – etwa durch die bischöfliche Administration oder durch den Bierlieferungsvertrag der Löwenbrauerei, die ebenfalls Geld beisteuerte. „Hätten wir diese Leistungen nicht erhalten, wäre der Aufzug aus eigenen Mitten nicht zu stemmen gewesen“, machte Butz keinen Hehl daraus. Deshalb zollte er allen, die ihr Scherflein beitrugen, herzliche Dankesworte. Drei Schüler der Technikerschule in Waldmünchen haben ein Energiekonzept für das Osserschutzhaus entwickelt. „Wir werden es in einer gesonderten Veranstaltung vorstellen“, versicherte der Sektionschef. Zwei Spender-Boxen im Gebäude-Inneren sollen zum einen Geld für das Dach der Künischen Kapelle, und zum anderen für Verbesserungen am Osserschutzhaus sammeln. „Kleingeld macht Krach und bringt wenig. Scheine bewirken das glatte Gegenteil“, gab Klaus Butz lachend einen Wink mit dem Zaunpfahl. Als Erinnerung an den Einstand überreichte er an Claudia Hatzinger einen Blumenstrauß und an ihren Mann Georg eine Bildtafel.

„Der Osser hat eine Symbolkraft weit über die Grenzen der Gemeinden und des Landkreises hinaus“, drückte es Landrat Löffler aus. Als Bezirkstagspräsident wisse er nicht viele Plätze, die noch markanter und schöner sind. Solche Gebäudlichkeiten müssen sich weiterentwickeln. Deshalb zollte der Landkreischef dem Waldverein Lam ein großes Lob. „Die Schutzhütte ist beileibe kein Selbstläufer“, wusste der Redner. Deshalb habe er darauf gedrängt, dass die Technikerschule in Waldmünchen ein Energiekonzept auf die Beine stellt, das allerdings auf 250.000 Euro veranschlagt ist. „Die nächste Aufgabe ist, eine Lösung für die Umsetzung zu finden“, unterstrich der Landrat. Das Pächterehepaar vermittle den Besuchern auf dem Gipfel, dass hier Bayern und Böhmen aufeinandertreffen. Außerdem stellen sie einen Bezug der Menschen zur Natur her. Löffler hatte ein Landkreiswappen aus Glas aus der Lohberger Glashütte mitgebracht.

Landrat zapfte Einstandsbier

Stellvertretender Bürgermeister Alois Vogl betonte, dass der Osser zwei Völker verbinde. Er bedankte sich bei der Waldvereinssektion für die Investitionen. Der Markt Lam habe immer ein offenes Ohr für die Belange am Osser. Zum Einstand händigte er eine gläserne Miniaturausgabe des Osserriesen aus. Markus Kerner vom Hauptverein zollte der Sektion Lam alle Ehre, so ein Haus zu führen. Es sei immer lohnenswert, hierher zu kommen. Georg Hatzinger dankte allen für die Unterstützung. „Wir fühlen uns hier schon dahoam“, war er froh über seine getroffene Entscheidung. Ein Lob galt Klaus Neuberger, allen Freunden für die Hilfe beim Transport des Equipments, den Bergwachtlern, die auch in ihrer Hütte einiges zwischenlagern ließen, dem Chefkoch Gabriel, dem Osserstammtisch, den Vorgängern Sebastian und Angela Augustin und zu guter Letzt seinen Musikerkollegen, den Bayerisch-Böhmischen. Der Landrat zapfte noch ein Fass Festbier an, bevor er das Glas zum Prosit erhob.

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