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Eröffnung

Stolz auf „Maler des Waldes“

Eine Ausstellung in Lam erinnert an den 50. Todestag des Künstlers Rupert Zach. Menschen kommen auf seinen Bildern nie vor.
Von Maria Frisch

Die Ausstellung umfasst 70 Bilder, die bis einschließlich Sonntag zu sehen sind. Foto: Maria Frisch
Die Ausstellung umfasst 70 Bilder, die bis einschließlich Sonntag zu sehen sind. Foto: Maria Frisch

Lam.Zu den Ehrengästen bei der Ausstellungseröffnung zum 50. Todestag des Malers Rupert Zach am Dienstagabend zählten neben den Trägern der Bürgermedaille auch BRK-Präsident Theo Zellner mit Frau und Mitglieder aus den Familien Zach und Scharf. Bürgermeister Paul Roßberger freute sich, so viele Kunstliebhaber im Rathaus begrüßen zu dürfen. „Wir befinden uns hier an der damaligen Wirkungsstätte von Rupert Zach“, spielte er auf die frühere Zweckbestimmung als Schulgebäude an.

Roßberger bedankte sich bei einigen Leuten, die im Vorfeld zu dieser Bilderausstellung beitrugen oder das gesamte Jahr hindurch ehrenamtlich ihren Beitrag leisten. Etliche hatten ihre Rupert-Zach-Gemälde zur Ausleihe zur Verfügung gestellt. Dem Markt Lam sei es ein Anliegen, das Gedenken an Rupert Zach wach zu halten. Dankenswerterweise kümmere sich Johanna Huber um die Grabpflege. Zum Sterbetag des Künstlers legte Roßberger eine Blumenschale nieder.

Besonderes Engagement

Rupert Zach – ein Selbstporträt Foto: Maria Frisch
Rupert Zach – ein Selbstporträt Foto: Maria Frisch

Für die Bilderausstellung engagierten sich einige Personen besonders. Georg Neumaier und Andreas Roider haben die zur Verfügung gestellten Bilder mit sehr viel Liebe aufgehängt. Zudem hat sich Paul Roßberger sen. um die Absprache mit den Leihgebern gekümmert. Andreas Roider steuerte zudem die Glasvitrine im Ausstellungsraum mit interessanten Bildern, Dokumenten sowie Linol- und Holzschnitten bei. Demnächst erscheint auch ein Buch über Rupert Zach. Mit handwerklichen Arbeiten unterstützten Bürgermeister-Stellvertreter Alois Vogl und Marktrat Willi Zitzl das Vorhaben. Viele Arbeiten wurden von der Tourist-Info erledigt, allen voran von Christine Vogl und Peter Rohrbacher. Für einen Umtrunk sorgten weitere Mitarbeiter. Die Laudatio auf Rupert Zach hielt Altbürgermeister Klaus Bergbauer mit dem Lamer-Winkel-Viergsang, die insgesamt zwölf Lieder einstreuten.

Genau vor 50 Jahren starb ein Mann, nur 41 Jahre alt, der weit über die Grenzen des Marktes Lam bekannt war. Rupert Zach folgte seinem Freund Hugo Pokorny, der ebenfalls 1927 geboren und am 4. September 1967 verstorben war. Beide waren gebürtige Straubinger, deren Heimat der Lamer Winkel wurde. Die Hiobsbotschaft von seinem Tod hörten alle im Lamer Winkel, sie konnten sie aber nicht fassen. Alle Nachrufredner stimmten mit Geistlichem Rat, Johann Eindorfer, bei der Beerdigung überein, dass Rupert Zach ein Wesen hatte, das Wärme und Güte aus tiefstem Herzen ausstrahlte. Er war bei den Kindern ein äußerst beliebter Lehrer, ein aufgeschlossener, hilfsbereiter Kollege, vielen ein guter Freund, ein ausgezeichneter Skifahrer, der die Gesellschaft mit Gleichgesinnten schätzte. Zach ging gerne mit Frau ins Hotel „Zur Post“ zum Essen und malte die Faschingsdekoration für dieses Haus. Der Maler des Waldes, wie er genannt wurde, war ein Liebhaber der Natur und emotional engstens mit seiner Heimat zwischen Osser und Arber verbunden.

„Der Markt Lam ist stolz auf den Maler des Waldes, Rupert Zach“, sagte Laudator Altbürgermeister Klaus Bergbauer. Foto: Maria Frisch
„Der Markt Lam ist stolz auf den Maler des Waldes, Rupert Zach“, sagte Laudator Altbürgermeister Klaus Bergbauer. Foto: Maria Frisch

Rupert Zach wurde am 2. November 1927 in Fierlbach bei Mönchshöfen im Landkreis Straubing als jüngstes von drei Kindern geboren. Sein Vater Georg war Zimmermann, der aber nach einem Unfall den Beruf wechseln musste und zum Postschaffner ausgebildet wurde. Um den Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen, zog die Familie 1938 in ein kleines Eigenheim nach Straubing Antoniusberg. „Das sollte für Rupert ein entscheidender Schritt für seine Zukunft werden“, so Laudator Klaus Bergbauer.

Das von den Eltern erworbene Haus stand nämlich in der Nachbarschaft der Wohnung des akademischen Kunstmalers Ernst Brüggemann. Mit dessen Sohn schloss Rupert bald enge Freundschaft. So bekam er Kontakt mit dem bekannten Maler, der bald das Interesse und die Begabung von Rupert erkannte. Er nahm sich seiner an, förderte ihn und wurde bald für ihn ein kritischer Lehrmeister. Rupert Zach besuchte die Aufbauschule in Straubing – später Oberschule genannt – und studierte dann 1943/44 an der Pädagogischen Hochschule in München Pasing, um Lehrer an Volksschulen zu werden.

Hochzeit mit Elisabeth Scharf

An der Volksschule in Gleißenberg lernte Rupert seine Kollegin Elisabeth Scharf kennen, die er später heiratete. Nach der zweiten Lehramtsprüfung unterrichtete er in Böbrach. Hier entstanden von 1950 bis 1954 die ersten Wald- und Landschaftsbilder, die sein künstlerisches Schaffen bestimmten. „In den fünfziger Jahren kam die Zeit der Ablösung von den Vorbildern und der Entwicklung des eigenen, unverwechselbaren Stils“, wusste Klaus Bergbauer. Erst 1954 wurde Rupert Zach nach Lam versetzt – in den schönsten Winkel des Bayerischen Waldes, wie er selbst sagte. Am Fuße seine Lieblingsberges, des Ossers, fand er seine endgültige Heimat.

Sein liebstes Motiv war die charakteristische Landschaft des Lamer Winkels mit Bauernhöfen und Waldlerhütten, von Not und Sorge vergangener Jahrzehnte gezeichnet. Die Bilder zeigen aber nie Menschen. Gerne gewählte Motive waren ebenso Blumen, meist Sonnenblumen, die in Aquarell oder Öl die Schönheit der Form demonstrieren. Rupert Zach malte seine Bilder immer nach den eigenen Vorstellungen. Deshalb war er kein Freund von Auftragsarbeiten, die ihn zu sehr einengten. Geschäftstüchtig war Rupert Zach nie. Das lässt sich daran erkennen, dass er seine Bilder nur ungern verkaufte. Er hätte sie alle am liebsten selbst behalten. Freunden gab er gerne Bilder ab, wenn sie ihn darum baten. Der Markt Lam hat sowohl einen Raum in der Tourist-Info als auch die Straße bei seinem Eigenheim nach dem Künstler benannt. Entsprechende Beschilderungen werden noch angebracht.

Anlässlich des 50. Todestages des Malers Rupert Zach findet eine Sonderausstellung im Rathaus statt. Die Werke sind noch am Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr, am Samstag, 27. April, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 28. April, von 9 bis 12 sowie von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen.

  • Ausstellung: Anlässlich des 50. Todestages des Malers Rupert Zach findet eine Sonderausstellung von Werken des Künstlers im Rathaus in Lam statt.
  • Öffnungszeiten: Die Werke von Rupert Zach sind noch an diesem Freitag von 16 bis 18 Uhr zu besichtigen, am Samstag, 27. April, von 14 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 28. April, von 9 bis 12 sowie von 14 bis 18 Uhr. (kli)

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