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Lam
Freitag, 17. August 2018 28° 2

Trailrunning

UTLW: Fast wie bei Tour de France

Die Läufer waren begeistert, das Publikum machte mit – die Organisatoren des U.TLW 2018 ziehen eine rundum positive Bilanz.

Beim Zieleinlauf in Lam sorgten hunderte von Zuschauern für Gänsehautgefühl bei den Trailrunnern. Foto: Team Felgenhauer
Beim Zieleinlauf in Lam sorgten hunderte von Zuschauern für Gänsehautgefühl bei den Trailrunnern. Foto: Team Felgenhauer

Lam. Lam. „Der emotionalste Moment war mit Sicherheit, als 1000 Menschen am Marktplatz in Lam aufgestanden sind und es für die Helfer stehende Ovationen gab. So etwas habe ich noch nie bei einem Sportevent erlebt. Dieses Bild hat sich bei mir in der Netzhaut eingebrannt“, ist Johannes Schmid, Organisator des Ultratrails Lamer Winkel, überglücklich über das vergangene Wochenende.

Die fünf Organisatoren des U. Trail Lamer Winkel, Maria Koller, Max und Wolfgang Hochholzer, Markus Mingo und Johannes Schmid ziehen wenige Tage danach ein „überragend positives Fazit“, wie sie sagen. Vom Auftakt am Freitagmittag im Seepark in Arrach bis zur Afterparty in Lam bis in die frühen Morgenstunden am Sonntag war es eine perfekte Veranstaltung für alle Beteiligten.

Manch ein Läufer verglich die Stimmung mit dem Triathlon in Roth. Foto: Team Felgenhauer
Manch ein Läufer verglich die Stimmung mit dem Triathlon in Roth. Foto: Team Felgenhauer

Dazu beigetragen haben nicht zuletzt mehr als 140 freiwillige Helfer aus mehr als zehn Vereinen sowie die drei Gemeinden Arrach, Lam und Lohberg mit ihren Bürgermeistern. Garniert wurde diese Kombination mit einem überwältigenden Zuschauerinteresse entlang der Strecke.

Zuschauer-Spalier am Eck

Bereits bei der Bergwertung am Eck erwartete die Läuferinnen und Läufer „ein Tour de France-ähnliches Spalier“ von lautstark anfeuernden Zuschauern auf dem Weg zur ersten Verpflegungsstation. Die erfahrenen Organisatoren wissen, dass es für Trailrunning-Veranstaltungen im deutschsprachigen Alpenraum völlig außergewöhnlich ist, dass den Läufern eine so großartige Unterstützung zuteilwird. Mit Kuhglocken und Instrumenten machten hunderte Zuschauer die Bergwertung am Eck, die Stationen am Großen Arber und auf der Scheiben, aber vor allem den Zieleinlauf in Lam zum Hexenkessel. Diese Stimmung lasse sich europaweit nur mit den ganz großen Rennen vergleichen.

Ultratrail Lamer Winkel

Läufer Philipp Harrer aus dem Bereich Neumarkt erinnerte die Stimmung an die Challenge Roth. Harrer nennt als Beispiel für „Gänsehaut-Stimmung“ die Verpflegungsstation am Eck, wo rund 500 Zuschauer die Athleten anfeuerten. Dann adelt er den U.TLW als Laufpendant des legendären Challenge Roth. „Mich hat das sofort an den Solarer Berg erinnert hat, den wir letztes Jahr erleben durften. Der U.TLW entwickelt sich zum Roth des Trailrunnings“, findet Harrer. Er und sein Mitstreiter Christopher Urbansky sind schon auf einigen Ultratrails herumgekommen, der U.TLW im Bayerischen Wald steht aber mittlerweile weit oben in ihrer Gunst – nicht nur des anspruchsvollen und abwechslungsreichen Trails wegen, vor allem aufgrund der außergewöhnlichen Atmosphäre.

„Das Wochenende hat allen Beteiligten gezeigt, wie viel Kraft und Energie im Lamer Winkel steckt“, sagt Johannes Schmid. 700 Teilnehmer mit ihren Freunden und Familien aus zehn Nationen und 16 Bundesländern haben den Lamer Winkel von seiner besten und schönsten Seite kennengelernt – und darauf können alle, die zum Erfolg beitrugen, stolz sein.

Klassentreffen der Trailrunner

„Der Lamer Winkel hat mit dem U.TLW ein Gesamterlebnis geschaffen, das im deutschsprachigen Alpenraum seines Gleichen sucht. Viele der Läufer verstehen ihn als das Klassentreffen der Trailrunning-Szene – dementsprechend ausgelassen war die Stimmung tagsüber und vor allem abends und nachts“, bestätigte auch Max Hochholzer vom Team Gamsbock.

Neben vielen Hobbysportlern aus der Region haben auch die besten deutschen Läuferinnen und Läufer den Weg in den Bayerischen Wald gefunden. Es sei eine Auszeichnung für den U.TLW, dass sich die Besten untereinander und mit der technisch höchstanspruchsvollen Strecke messen wollen.

„Die Lamer Wirte haben uns bestätigt, dass der Marktplatz noch nie so gut besucht war und ganz selten so lange und intensiv in Lam gefeiert wurde, wie am Samstag nach dem Rennen“, sagen die Organisatoren.

Die U.TLW-Organisatoren genießen eine kleine Auszeit mitten in der Menge. Foto: Felegenhauer
Die U.TLW-Organisatoren genießen eine kleine Auszeit mitten in der Menge. Foto: Felegenhauer

„Unter dem Strich hat der U.TLW 2018 unsere Erwartungen als Organisatoren weit übertroffen“, ist sich das Team Gamsbock einig. Natürlich stecke im Vorfeld der Veranstaltung viel Arbeit in einem ehrenamtlichen Projekt dieser Größenordnung. „Der Aufwand rückt aber am Renntag völlig in den Hintergrund. Wenn du beim Zieleinlauf und an der Strecke hunderte glückliche Menschen siehst, dann merkst du, dass irgendetwas richtig gut gelaufen sein muss“, betonen Max Hochholzer und Johannes Schmid unisono. Die konstruktive Kritik der Helfer und Läufer werden sich die Organisatoren für den U.TLW 2020 zu Herzen nehmen. (kli/kh)

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