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Medien

Viele Fallstricke sind zu beachten

Präventionsveranstaltung über Medienführerschein soll Vereinsvertreter für Datenpreisgabe sensibilisieren
Maria Frisch

Torsten Panjok bei seinen interessanten Ausführungen Foto: Maria Frisch
Torsten Panjok bei seinen interessanten Ausführungen Foto: Maria Frisch

Lam.Ein Thema, das zweifellos ein wenig polarisiert, griff der Präventionsvortrag „Medienführerschein Selbstdarstellung“ am Dienstagabend in der Aula der Lamer Mittelschule auf. Hierzu waren die Jugendbeauftragten und zahlreiche Vereinsvertreter aus den drei Lamer-Winkel-Gemeinden erschienen. Der Referent des Abends war Torsten Panjok, Medienreferent des Bezirksjugendrings der Oberpfalz.

„Wer in der Jugendarbeit tätig ist, wird unweigerlich mit der mobilen Kommunikation konfrontiert, wobei die Betreuer und Trainer genau an der Schnittstelle sitzen, weil sie weder Erziehungsberechtigte noch Lehrer sind“, wusste der Gast aus eigener Erfahrung. Die verschiedenen Module des Medienführerscheins zielen darauf ab, gewisse Kompetenzen zu vermitteln, Denkanstöße und Orientierungshilfe aufgrund von Erfahrungswerten zu geben. „Es sollen keine starren Richtlinien sein, weil es auf diesem Gebiet einfach kein richtig oder falsch gibt“, stellte der Referent klar, der zur Recherche auch auf die Internetseite www.medienführerschein.bayern verwies.

Im Modul zwei ging es hauptsächlich um die Selbstdarstellung im Netz, speziell um Selfies. „Das persönliche Smartphone ist eine kleine Medienzentrale, mit der der Besitzer jederzeit auf die ganze Welt Zugriff hat“, machte der 36-jährige bewusst. Vorteile seien, die ständige Erreichbarkeit, die Unterstützung durch das Herunterladen von Apps und die Möglichkeit der Kontaktpflege. „Außerdem kann der Nutzer generell kreativer und unterwegs produktiv sein“, so der Insider. Als Nachteil werde allgemein die mediale Überforderung empfunden. „Die Menschen sind mehr Einflüssen als es früher ausgesetzt“, führte der hauptberuflich als Filmproduzent und Cutter Tätige aus.

Der Medienreferent klärte das altersgemischte Publikum auch über Begriffe wie die Filterblase (auch Informationsblase) auf. Dieser beschreibt das Phänomen, dass Webseite und Plattformen mit Hilfe entsprechender Algorithmen den Einzelnen nur oder hauptsächlich Informationen und Meinungen einblenden, die mit den bisherigen Ansichten und Interessen weitgehend übereinstimmen. „Jeder hat eine eigene Onlinewelt“, so das Fazit des 36-jährigen.

Die mobile Kommunikation hat in der Gesellschaft, egal ob beruflich oder privat, einen hohen Stellenwert. Die Sprach- oder Datenkommunikation der Nutzer mobiler, drahtloser und internetfähiger Endgeräte kann die Jugendarbeit grundsätzlich auch unterstützen, zeigte Torsten Panjok an Beispielen auf.

Selfie sei nicht gleich Selfie. Manche sind problematisch andere nicht. Die erhoffte Anerkennung nach Posts könne aber leicht ins Gegenteil umschlagen. „Das Selbstwertgefühl wird von den Reaktionen anderer Personen beeinflusst“, kannte Torsten Panjok die Gefahr. Es trete eine starke Verunsicherung durch negative Rückmeldungen ein. Zu beachten sei auch das Recht am eigenen Bild bzw. Urheberrecht. „Allein der Urheber kann entscheiden, was mit seinem Werk passiert“, bekräftigte der Medienreferent. Im Prinzip gelte: „Wo kein Kläger, da kein Richter!“ Allerdings lasse sich die Sache bei Zuwiderhandlungen nur schwer bereinigen. „Aus dem Internet zu löschen ist schwierig!“ Es gibt aber auch Ausnahmen: Gewisse Portale bieten an, Fotos zu nutzen, weil die Urheber die Rechte abgetreten haben. Diese Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.

Vor allem den Jugendlichen sollte bewusst gemacht werden, dass die Schnappschüsse die ganze Welt sehen. Bei Facebook lasse sich einstellen, ob Fotos zur Veröffentlichung freigegeben werden oder sie nur die Freunde sehen können. „Man kann das ganze noch zusätzlich durch das Anlegen einer Benutzergruppe „Enge Freunde“ einschränken“, empfahl der Fachmann ein solches Management. (kli)

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