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Kultur

Zwei Wirtstöchter bringen Pop nach Lam

Zwei junge Lamerinnen stellen ein großes Konzert im Herzen ihrer Heimat auf die Beine. Sie wollen zeigen, dass hier was geht.
Von Maria Frisch

Die beiden innovativen Wirtstöchter Hanna Späth (l.) und Evi Lemberger haben den Kulturverein für den Lamer Winkel gegründet und wollen am 7. September junge Kultur auf den Lamer Marktplatz bringen. Foto: Frisch
Die beiden innovativen Wirtstöchter Hanna Späth (l.) und Evi Lemberger haben den Kulturverein für den Lamer Winkel gegründet und wollen am 7. September junge Kultur auf den Lamer Marktplatz bringen. Foto: Frisch

Lam.Es tut sich was am Fuß des Ossers: Der Lamer Winkel hat seit letzten Freitag einen eingetragenen Kulturverein. Da steigt natürlich die Spannung, was sich unter dessen „Dach“ in Zukunft alles abspielen wird. Die beiden Gründerinnen Evi Lemberger und Hanna Späth geben uns einen exklusiven Einblick in ihre Pläne – und insbesondere in den großen Auftakt für die Vereins-Arbeit: das „Moaktblotzmettn“-Fest am 7. September. Da soll die gute Stube des Marktes Lam proppenvoll werden.

Mit Marktplatzfesten haben die beiden Macherinnen des Kulturvereins schon einige Erfahrung. „Wir waren ja oft als Wirtstöchter dabei und haben mitgeholfen“, erinnern sich die jungen Frauen. Abgesehen von so manchen Unwettern, die ihren Eltern das Leben und Bewirtung, schwer gemacht haben, traf der Musikstil nicht gerade den Geschmack der jungen Wirtsgeneration. „Covermäßige Volksmusik ist eben nicht ganz unsere Sache. Da stimmen wir voll mit unseren Altersgenossen überein“, so die Fotografin Evi Lemberger und die Studentin Hanna Späth.

„Wir wollen zeigen, was Lam so alles drauf hat.“

Evi Lemberger und Hanna Späth

Da das überwiegende Publikum 50 plus war, konnte von einer Annäherung nicht die Rede sein. „Wir wünschten uns einfach authentische, populäre und junge Musik“, schildern die zwei die schier unüberwindbare Kluft zwischen den Generationen. Pam Pam Ida hat Hanna Späth durch die Radio-Sendung von Matuschke kennengelernt. Evi Lemberger kam auf die Idee, einmal schriftlich anzufragen, ob Pam Pam Ida auch in Lam spielen würden. Sie glaubte aber nicht ernsthaft, dass es funktioniert. „Weit gefehlt: Die haben sich tatsächlich gemeldet und ihr Kommen zugesichert“, war Evi Lemberger erst einmal baff.

Drei Bands als Zugpferd

Pam Pam Ida ist eine aufstrebende Gruppe aus dem Raum Regensburg Foto: Rebecca Schwarzmeier
Pam Pam Ida ist eine aufstrebende Gruppe aus dem Raum Regensburg Foto: Rebecca Schwarzmeier

„Jetzt konnten wir doch nicht mehr zurück, wir mussten die Katze aus dem Sack lassen und unsere Idee publik machen“, blicken die beiden Initiatoren zurück. Die Idee ist das Eine, das Ganze veranstaltungstechnisch auf sichere Beine zu stellen, das Andere. „Gut, dass es Freunde gibt“, ist Evi Lemberger froh für den entscheidenden Tipp, einen Kulturverein Lamer Winkel ins Leben zu rufen. Der Plan der beiden Partnerinnen ist, mit maßgeschneiderten Veranstaltungen kulturelle und soziale Akzente zu setzen.

Bad Kötzting

„D’Kadei“ Evi eröffnet Fotoladen

Evi Lemberger erfüllte sich in Lam den Wunsch nach einem eigenen Fotoladen in der Engelshütter Straße 4.

„Das Event am 7. September ist unser Hauptprojekt. Erst hinterher stellt sich die Frage, wie es weitergeht und welche Ideen wir noch anstoßen“, gehen die Organisatorinnen Schritt für Schritt vor. Der Fortgang hängt davon ab, wie die Idee einschlägt. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir das Interesse der Einheimischen besser wecken können“, so das Duo.

Zugpferde genug müssten die drei Bands sein. „Wir haben Sunlit Pyramide engagiert. Das ist die Band von Max Liebl von der Blaslhöhe“, erzählen die Zwei und ihre Helfer. Der September ist ideal, weil der Marktplatz frei ist. „Es haben grundsätzlich alle Zeit“, schwelgen die Veranstalter schon in Vorfreude. Die Bands erhalten natürlich Gage, machen aber obendrein Urlaub in Lam.

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Zwei junge Frauen organisieren in Lam im September ein großes Konzert. Bisher gab es dort zu wenige Angebote für das jüngere Publikum, erklären die beiden Frauen. Finden Sie, dass die Kritik generell auf den Landkreis Cham zutrifft?

Die Express Brass Band Foto: Wolfgang Ramadan
Die Express Brass Band Foto: Wolfgang Ramadan

Sofie Späth, die Schwester von Hanna Späth und Ben Seidl aus Lam fertigen Video-Clips an. Der TTC richtet am Nachmittag Spiele aus. „Wir suchen noch Mitspieler. Einziger Parameter ist, dass ein Team aus vier Mitgliedern gemischten Alters bestehen muss. Details stehen auf der Webseite.“

Zur After-Show des „Moaktblotzmettn“ geht es in den Stadl von Thomas Penzkofer. Zur Bewirtung der Gäste werden Essensstände aufgebaut. „Wir suchen Interessierte, die Lust haben, Bayerisches Fingerfood beizusteuern – von der Leberkässemmel bis zum bayerischen Kebab. Bitte unter moarktblotzmettn@email.com melden.“

„Von Lamern für Lamer“

Die Devise der beiden Antreiberinnen heißt: von Lamern für Lamer. Hanna Späth und Evi Lemberger ziehen hauptsächlich die Fäden, haben aber von Anfang an möglichst viel delegiert. Erfreulich waren die Zusagen der Sponsoren, die Mut machten. „Eine Webseite gibt es auch schon“ erklärte Evi Lemberger.

Ein Abend – drei Bands – freier Eintritt

  • Programm

    Die drei Gruppen sind Sunlit Pyramid, eine lokale Band aus den Landkreisen Cham und Regen, die Express Brass Band sowie Pam Pam Ida, eine sehr aufstrebende Gruppe aus dem Raum Regensburg.

  • Finanzen

    Finanzielle Unterstützung erhalten die Organisatorinnen von unterschiedlichen Sponsoren, etwa vom Konzerthaus in Blaibach. Darüber hinaus arbeiten die Vereine TTC und TC mit.

Die offizielle Vereinsgründung ist am Freitag erfolgt, die Gemeinnützigkeit ist schon anerkannt. „Wir wollen zeigen, was unsere Lam so alles drauf hat, wenn viele an einer Sache arbeiten“, verrät Evi Lemberger. Natürlich haben auch die Eltern ein waches Auge drauf, obwohl sie ihre Töchter grundsätzlich gewähren lassen und von der Idee beeindruckt sind. „Frischer Wind schadet nie“, kann Beate Späth die Initiative von Hanna Späth und Evi Lemberger nur gutheißen, zumal die eingestandenen Lamer Wirte einfach zu wenig Zeit hatten, um etwas Neues aufzuziehen.

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