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Fasching

Rollende Manege und Top-Wäscherei

Der 25. Faschingszug durch Lohberg glänzte durch Ideenfülle. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Ehrengast: Angela Merkel.

  • Auf der Zirkus-Bühne bekamen die Schaulustigen allerlei Kunststücke zu sehen. Foto: kfl
  • Die Tiere des Lohberger Tierparks hatten beim Faschingszug Freigang. Foto: kfl

Lohberg.Wenn die Bundeskanzlerin trotz ihres Versuchs, die Welt zu retten, im nachgebildeten Fiat Panda von Bürgermeister Franz Müller sitzt, während Ministerpräsident Horst Seehofer sich als weiterer Fahrgast dazugesellt und der geschäftsführende Beamte Franz Seidl als Chauffeur einspringt, kann nur der Faschingszug des Sportvereins im Gange sein. Die Mutter der Nation war aber nur eine der tollen Ideen. Die aufwendigste war der Faschingszirkus.

Das 25. Jubiläum des Korsos hatte nur einen Schönheitsfehler: Die Tenne stand nicht mehr für die legendäre Faschingshochzeit zur Verfügung und mangels Ersatz konnten die Besucher nur zum Teil von den umliegenden Gasthäusern aufgefangen werden. Die fehlende Unterkunft für Vereine brannte mehreren Darbietern auf den Nägeln, beispielsweise den Trachtlern, die Lady Gaga, Conchita Wurst oder Joe Cocker nach Lohberg holen wollten und händeringend eine Bühne suchten. Ein Bürgerhaus müsse her, dann gäbe es wieder „Rock in Lohberg“. „Die Tenne ist jetzt alle, drum brauch ma ne neue Halle.“

Auf zum Ultra Trail!

„De Streck mej ma bezwinga, dann werd ma den Ultra Trail gwinga“, motivierten sich die Wintersportler. „Am Arber samma glei om, da kimma mit da Gondelbahn fahrn“, prangte es an einer Wagenseite. Ob da wohl einer an eine Abkürzung dachte? Das 25. Jubiläum des Bayerwald-Tierparks inspirierte die Nachbarn der Lohberger Gehegeanlagen, nämlich die FFW, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Die Elche „Victor“ und „Bavaria“ sowie die Esel „Paula“ und „Max“ scharten die übrigen Artgenossen um sich, und somit hatte es den Anschein, als hätte die bunte Tierfamilie Freigang.

„Warum sadsan es so blau?“, fragten sich die Fußballdamen im Schlumpfkostüm. „Wa ma feiern wie die Sau“, gaben sie gleich selbst die Antwort. Dafür gab es allen Grund, wie „Papa Schlumpf“ (Trainer Werner Wellisch) zufrieden feststellte: „In da Tabelle san ma besser wai d’Manna (Platz drei).“ Wie es sich für die Comicfiguren gehörte, hatten sie originelle Beinamen wie „Beauty“ oder „Vosumpf“. „D’Huawaegan is gspiat, drum wird in Schlumpfhausen trainiert“, wusste sich die Wellisch-Elf zu helfen. In die Wagenkolonne mischten sich auch Fußgruppen wie eine Schafherde nebst Hüter (Wollraupen).

„Waschen ist eine Kunst, ob für Banker, Chefs oder Kleinkunsthasser“, spielten die Fußballfreunde auf die Ansiedlung einer Wäscherei in der ehemaligen Abfüllerei der Heimatbrauerei an. Das Flop-Team aus tschechischen Mitarbeiterinnen wäscht mit Bergquellwasser nach bayerischem „Rein-Heiz-Gebot“. Dahinter hatten sich Angie, Franz (Müller) und Horst (Seehofer) in den orangen Panda des Bürgermeisters gezwängt. „Ich ziehe durch die Straßen, bin von Deutschland der Boss, mach coole Politik, Dank mir ist dieses Land groß“, sang die Regierungschefin den abgewandelten Helene-Fischer-Hit „Atemlos“.

Manege frei

Die Unentschlossenheit der SV-Führung, ob sie überhaupt einen Faschingszug initiiert, griff der „Wendl-Clan mit de Schleiferer“ für ihre Namensgebung auf. Wegen des Hin und Hers inszenierten sie einen Faschingszirkus, dessen Manege auf einem geräumigen Anhänger platziert war. Und darauf war gerade die Vorstellung, moderiert vom schlagfertigen Zirkusdirektor, angelaufen.

Für Imbiss, heiße und kalte Getränke hatte beim Bahnhof „Pfarrhof“ sowohl der Veranstalter als auch die Pfarrei Vorkehrungen getroffen; sie verköstigen. Unterwegs konnte sich wirklich jeder auf der Schleife zum Gasthof „Zur Linde“ die Taschen mit Zuckerln vollstopfen, die sich unentwegt auf die Menge ergossen. (kfl)

Faschings-Stimmung in Lohberg

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