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Fasching

Florentine und zotterter Hans sagten Ja

300 Schaulustige ließen sich die Faschingshochzeit in Vorderbuchberg nicht entgehen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Die Festgesellschaft zog die Blicke der Zuschauer in Vorderbuchberg auf sich.
Die Festgesellschaft zog die Blicke der Zuschauer in Vorderbuchberg auf sich.Foto: kbr

Neukirchen beim Heiligen Blut.Originelle Gewänder und vertauschte Rollen beim Schauspiel einer fingierten Eheschließung kamen am Faschingssonntag bei der Vorderbuchberger Faschingshochzeit zum Einsatz, die den gesamten Ort in den Ausnahmezustand versetzte.

Umfassende Hochzeitsplanungen

Obwohl es sich um eine humoristische Veranstaltung handelte, bedurfte diese einer umfassenden Planung durch Musikantenstammtisch, Feuerwehr und Schützenverein. Bereits am Vormittag kamen viele Gäste ins Gasthaus „Zum Wirt“, um die Parodie einer Bauernhochzeit mit der „Gaglhenn“ zu starten. Unter den Klängen junger Musiker führten die Hochzeitslader – da „Grouß“ (Albert Maller) und da „Kloa“ (Alexander Neumaier) – den Kirchenzug zum FFW-Zentrum an, in den sich neben den fahrbaren Untersätzen des Brautpaares und der Jubelpaare die Musikanten sowie die übrige Hochzeitsgesellschaft einreihten.

300 Schaulustige verfolgten das Spektakel und verharrten in Stille, als der Mesner (Martina Weber) seine Glocke läutete. Monsignore Bärhos (Markus Mühlbauer) begrüßte die wahrhaft liebreizende Jungfrau „Florentine vom Angerspitz“ (Florian Breu) und den „zottertn Hans vo da Schneiderhöh“ (Rosi Bauer). Unfreiwillig gezwungen nahm der Bräutigam im Beisein seines Ehrenvaters (Silvia Weber), der Brautmutter (Franz Pongratz) und der beiden Kranzljungfrauen (Alois Simeth und Christian Schütz) die schiache Florentine zum Weibe und will ihren acht Kindern ein gut erziehendes Bagage-Oberhaupt sein.

Nach einem zögerlichen „Noja“ bestätigte die Braut ihre Absicht, ihrem zottertn Mann untertänigst zu jeder Tages- und Nachtzeit Bier und Wohltuendes darzubringen. Monsignore Bärhos segnete die Ringe im Namen des Faschings, des Saufens und des geistreichen Treibens. Das Brautpaar sprach ein deftiges Vermählungswort: „Trag diesen Kupferdichtungsring als Zeichen meiner Untreue bis zur Stunde unserer Scheidung.“

Die Brautleute

Als Faschingsbrautpaare der früheren Jahre wurden „Franz Freiherr von Anger“ und „Aloisia von Hinterberg“ (1981), „Frailein Baronesse Aloisia von und zum Glockenturm“ und „Graf Fürscht Freiherr Hans von Odom“ (1986) sowie „Graf Michael von der Druckerhöhe“ und die „Baroness Josefa von da Bärnhöhe“ vorgestellt.

Musikalisch erfolgte der Rückmarsch zum „Wirt“, wo die „Weiberleut“ zum „Ofaschüsslrennen“ an den Start gingen. Nach heftiger Jagd ergatterte die Kranzljungfrau (Christian Schütz) den Stock des Hochzeitsladers und siegte. Rappelvoll waren die Gasträume, als nach den Ehrentänzen das Hochzeitsmahl eingenommen wurde.

Musikanten spielten zünftig auf

„De narrischn Aufgspuit-Musikanten vom Stammtisch Vorderbuchberg“ trugen mit ihren Instrumenten, Gesang und Gstanzln zur Unterhaltung bei. Eifrig schwang die illustre Gästeschar das Tanzbein. Nach altem Brauch geht es ohne das obligatorische „Brautstehlen“ nicht ab. Dazu wurde das zarte Wesen Richtung FFW-Haus entführt. Das Einholen der Braut erfolgte mit Musik.

Ganz nach dem Geschmack des Publikums baten die Organisatoren zum „Tanz beim Wirt“. Dann löste sich das närrische Treiben auf, in der Hoffnung, dass der kommende Tag frei sei von Kopfweh und Schimpfereien sämtlicher Weiber und dass die Jungfrauen sich den vereinsamten Mannsbildern in Vorder- und Hinterbuchberg annahmen, damit die Junggesellen nicht noch mehr überhandnehmen, wie es in den Fürbitten treffend formuliert war.(kbr)

Die Faschingshochzeit in Vorderbuchberg

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