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Kunst

Ulmenrausch – die Liebe zum Holz

Verena Kerscher lebt auf einer Einöde und hat ihren großen Traum verwirklicht: ein Ulmenrausch-Haisl für ihre Leidenschaft.
Von Claudia Peinelt

Verena Kerschers Leidenschaft spiegelt sich in ihren Schmuckstücken wieder. Alles mit Hand gemacht und jedes Stück ein Unikat. Fotos: Peinelt

Neukirchen b. Hl. Blut.„Sie verlassen die Straße“, meldet das Navi. Eine schmale Straße führt uns inmitten von Wiesen und Feldern zu einem alten Bauernhaus. Ein kleiner Bach fließt durch das Grundstück, Hühner scharren in der Erde, drei Schafe grasen so vor sich hin und Hööckergänse geben seltsame Laute von sich. Wir sind in im Dachsweg 52 gelandet.

Während auf der linken Seite ein altes Bauernhaus steht, davor ein Wassergrand vor dem sich die Katze gerade sonnt, ist auf der rechten Seite ein großes Holzhaisl. Als Tür ist eine alte Haustüre von früher eingebaut und in den Boden hinauf führt von außen eine Holztreppe. Tontöpfe mit Hauswurzen und anderen Pflanzen schmücken den Eingang. „Ja grias eich“, spricht eine auf Anhieb sympathische Frau, die mit buntem Rock und Jeansjacke aus dem Garten kommt. Auffallend ist das große Holzherz, das sie als Kette um den Hals trägt. „Des is mei erster Herzanhänger, den ich gemacht habe“, erzählt sie und lacht. Jetzt, nach Jahren hat sich die 40 Jährige, gebürtige Traitschingerin ihren großen Traum erfüllt. Sie hat ihr eigenes Haisl. „Mei Haisl, wo ich mit meinem Holz arbeiten kann. Wo ich die Kunden aber auch auf eine Tasse Kaffee einladen kann, wo ich meinen „Lonbudl“ hab“, erzählt sie und kommt so richtig ins Schwärmen. Ihr Papa, der Hammerer Georg, ist ein Hobbyschreiner.

Liebe auf den ersten Blick

Akribisch arbeitet Verena Kerscher an ihren Stücken.

Als der mal ein Ulmenholz in seiner Werkstatt hatte, kam Verena gerade dazu. „Und da war es geschehen um mich.“ Sie verliebte sich in das Holz und vor allem in diese wunderschöne Rinde. Als sie wieder bei ihrer Familie in Neukirchen daheim war, hat sie die ganze Nacht Pläne geschmiedet. „Ich hab hin und her gedacht und überlegt, was ich aus diesem tollen Naturmaterial machen könnte. Und dann plötzlich, kurz bevor ich eingeschlafen bin, kam mir die Idee, daraus ein Geschäft zu machen“. In der Werkstatt vom Papa entstand dann schließlich das Holzherz mit den Swarovski Steinchen drauf. Eine winzige Anzeige in einer ländlichen Zeitung brachte Verane immer wieder Aufträge. 2012 war sie dann zum ersten Mal auf einem Stadtfest mit Kunsthandwerk.

Verschiedenste Objekte nutzt Kerscher zum Basteln.

„Es war für mich ein ganz komisches Gefühl, hinter einem Verkaufsstand zu stehen. Eine Freundin begleitete mich und es war schließlich ein tolles Erlebnis für mich“. In der ganzen Zeit kreierte die zweifache Mama immer wieder Neues. Ringe, Ketten, Ohrringe, Serviettenringe, aber auch kleine Teelichthalter und ganz besondere kleinere Taschen aus Filz mit einem Holzverschluss gehörten dazu. Momentan hat sie die Nähmaschine ihres Schwiegervaters lahm gelegt. „Ich glaube, dass ich beim Nähen mit Kork ihr etwas zuviel zugemutet habe. Kork, das ist nämlich momentan angesagt.

Wieder Platz in der Küche

Mitten in der Natur liegt Kerschers Reich.

In ihrem Kopf hat sie bereits ein Armband aus Kork, verziert mit Holzringen zusammengestellt. Daneben liegt ein fast fertiges Korktäschchen. „Da muss ich noch überlegen, wie ich den Tragegriff befestige. Noch arbeitet sie viel in der großen Wohnküche. Der große Holztisch ist auf einer Ecke noch mit ihren vielen Bastelutensilien belagert. Einen kleinen Seitenhieb bekommt Verena von ihrem Ehemann Marco. „Jetzt hast ja viel Platz in deinem Haisl und wir kriegen wieder viel Platz in unserer Küche, wenn du heute oder morgen die Sachen dort alle hinbringst“, er grinst und schenkt ihr ein verliebtes Lächeln.

Ja - ihr Haisl. Da ist jetzt wirklich ein Traum wahr geworden. Ein großes Holzofen steht darun und an ihm ist ein mindestens fünf Meter großes Ofenrohr angeschlossen. „Da ist es sehr schnell angenehm warm“, so Verena. Eine lange Werkbank steht im hinteren Teil des großen Raums und gegenüber hat Verenas Papa eine Eckbank und einen großen Tisch aus hellem Holz gemacht. Und in der Form eines L hat sie ihre Schmuckstücke sehr ansehnlich aufgebaut. Die Kette, in der man auch die Namen der Familienmitglieder ins Holz schreiben kann, das schöne Armband mit den vielen runden Holzkugeln und die doppelreihige Kette. Aber auch die Herzerlohrringe stechen dem Beschauer sofort ins Auge. „Ich hab noch viel zu tun bis zum 13. Mai“, meint sie.

Kerschers Angebot besticht auch durch außergewöhliche Objekte.

Denn da hat sie ihren eigenen Markt organisiert. „Mei Moarkt“ lädt zum Stöbern, Entdecken und einer kleinen Brotzeit ein. Verena Kerscher lebt mit ihrern beiden Töchtern und ihrem Ehemann an einem Platz, wo man meinen könnte, dass die Welt noch in Ordnung ist.

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Schmuck-Unikate aus Ulmenrinde

  • Handarbeit:

    Handarbeit mit Unterstützung einiger Geräte, das ist Verenas große Leidenschaft geworden. Angefangen hat alles in der Hobbywerkstatt ihres Papas Georg Hammerer. Der ist ihr auch jetzt noch eine große Stütze, wenns mal wieder eng im Terminkalender wird.

  • Material:

    Bastelmaterial liegt momentan noch auf dem großen Esszimmertisch in der Wohnküche. Das war jetzt lange Zeit Verenas Arbeitsraum. Hier inmitten ihrer Familie fühlt sich die fast 40-Jährige wohl und hat die besten Ideen mit ihrer Ulmenrinde entwickelt.

  • Holzhaus:

    Ulmenrausch-Haisl - ein Traum wurde endlich wahr. Nur mit Stroh gedämmt ist nach langer Zeit endlich das Holzhaisl fast fertig. Kleinigkeiten fehlen noch, doch der Innenraum ist fast fertig, und ein Besuch lohnt sich allemal zum Stöbern und Entdekcen.

  • Schmuck:

    Holzschmuck, liebevoll hergestellt und dekoriert. Verena Kerscher freut sich, wenn die Kunden begeistert von ihrern Kreationen sind. Es gbit keine zwei völlig identischen Schmuckstücke, jedes ist ein Unikat. Unter www.ulmenrausch.de ist einiges zu sehen.

  • Natur:

    Natur pur ist rund um den Dachsweg 52 zu sehen. Und Holz, das Naturmaterial ist zu Verenas Leidenschaft geworden. Ulmen-, Kirsch- und Zwetschgenholz, aber auch andere heimische Holzarten verwandelt die gelernte PTA zu wunderschönen Holzstücken.

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