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Politik

ÖDP zu Besuch in der Klostermühle

Regional und saisonal essen und einkaufen ist das Bestreben.

Landratskandidat Sönke Siebold (2 v. r.), Melanie Rauscher (3. v. r.), Kreisvorsitzender Dr. Stefan Scheingraber (l.) und Stadtratskandidat Florian Gruber (2. v. l) Foto: Scheingraber
Landratskandidat Sönke Siebold (2 v. r.), Melanie Rauscher (3. v. r.), Kreisvorsitzender Dr. Stefan Scheingraber (l.) und Stadtratskandidat Florian Gruber (2. v. l) Foto: Scheingraber

Cham.Wenn Melanie Rauscher den Besuchern von der ÖDP davon erzählt, wie ihr Traum Wirklichkeit geworden ist, leuchten ihre die Augen. Die Diplom-Ökotrophologin wollte zusammen mit ihrem Mann, einem Lebensmittelchemiker, „einheimische Produkte erlebbar und erfahrbar machen“.

Dazu hat sich das Ehepaar auf das Abenteuer eingelassen, die verfallene Klostermühle in Altenmarkt zu erwerben und diese mit Hilfe von Mitteln des Denkmalschutzes und viel Eigenleistung zu sanieren. 1135 wurde erstmals urkundlich „Altenmarkt mit seiner Mühle“ erwähnt. Der Name Klostermühle kommt daher, weil das Anwesen bis zur Säkularisation im Jahr 1803 dem Kloster Reichenbach gehörte und dieses mit bewirtschaftete. Seitdem war es zusammen mit einigem Ackerland, mittlerweile als Bauland genutzt, in Privatbesitz.

Vier Jahre dauerte die Sanierung der Klostermühle. „Meist half die ganze Familie mit, manchmal auch das halbe Dorf“, schilderte Melanie Rauscher. Dabei war neben Improvisationsgeschick auch reichlich Glück nötig. Ihr Mann sammelte z.B. barocke Türbeschläge. Als sie vom Abriss eines alten Hauses in Roding hörten, stellten sie dort gut 20 000 „Biberschwänze“ sicher. In mühsamer Handarbeit wurden alle Dachziegel einzeln nacheinander geschrubbt und damit das Dach der Klostermühle neu abgedeckt.

Das Ehepaar Rauscher wollte die Nutzung der Mühle an die vorhandenen Räume anpassen. Im ehemaligen Getreidespeicher findet sich Platz für Vortrags- und Gymnastikräume, im unteren Stockwerk, der „guten Stube“, bekocht Melanie Rauscher ihre Gäste regional und saisonal, und im ersten Stock ist das Büro der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz untergebracht.

Das Wasserrad der Mühle ist an einer alten Turbine angeschlossen, die heute noch gut sechs kW Strom produziert. Den Rest besorgt die Photovoltaikanlage. Familie Rauscher ist stolz darauf, energieautark mit Ökostrom zu sein. Zum dritten Mal kandiert Melanie Rauscher auf der Kreisliste für die ÖDP. Besonders freut sie, dass die ÖDP unter den sechs Hauptzielen für die Kommunalwahl „Bewusst Essen und Einkaufen“ zum Thema gemacht hat.

Im einstigen Austragshaus der Mühle ist heute der kleine Einkaufsladen untergebracht. Rauscher beklagt, dass durch die großen Discountmärkte das Gefühl verloren gegangen sei, dass es eben nicht zu jeder Jahreszeit alles gibt. Viele gute Produkte seien in Vergessenheit geraten. In ihrem Laden jedenfalls vermarkte sie nur regionale Produkte, oftmals, aber nicht ausschließlich aus Ökolandbau. Eine Ausnahme macht sie allerdings. Sie will auf Kakao und Kaffee nicht verzichten. „Aber wenn ich schon überregional dazukaufen muss, dann auf jeden Fall aus fairem Handel“, gibt sich die Diplom-Ökotrophologin überzeugt.

Am 9. März lädt die ÖDP die Bevölkerung zu einem Vortrag von Melanie Rauscher über nachhaltige Ernährung in der Klostermühle ein.

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