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Glaube

Herbergssuche erlebte eine Neuaufführung

Familie Stautner ließ auf Wunsch einen alten Brauch neu aufleben – und viele Grafenkirchener waren dabei.
Werner Weiß

Maria und Josef bitten um Einlass.  Foto: Werner Weiß
Maria und Josef bitten um Einlass. Foto: Werner Weiß

Pemfling.Vor etlichen Jahren, als Josef Stautner noch Vorsitzender der Obst- und Gartenbauvereins Grafenkirchen gewesen war, war erstmals die Herbergssuche von der Familie Stautner in Grafenkirchen unter großer Beteiligung aufgeführt worden. Nun erinnerte man sich an diese Begebenheit und ersuchte die Familie Stautner, die Herbergssuche erneut aufzuführen.

Bei Anbruch der Dunkelheit trafen sich am Freitag auf dem Dorfplatz die drei Protagonisten Katharina Stautner als Maria, Mathias Alt als Josef und Christian Stautner als Wirt. Begleitet wurden sie auf ihrem Weg von einer großen Schar von Bewohnern, die mit Laternen dem Heiligen Paar auf dessen beschwerlichem Weg folgten.

Ziel ihrer Herbergssuche war das Anwesen Dax. Noch frischen Mutes und hoffnungsvoll klopfte Josef an das Tor. Mit ihrer Bitte „O zwei gar arme Leut, o gebt uns Herberg heut“ wurden sie vom Wirt schroff abgewiesen. Der Dreigesang Stautner in der Besetzung Mathilde, Katharina und Christian Stautner beendete das erste Begehren um Einlass mit dem Lied „Maria, sieh das Wunder an“. Mit dem gesamten Gefolge stimmte man das Lied „Tauet Himmel den Gerechten“ an.

Betrübt begab man sich auf den Weg zur nächsten Herberge, dem Anwesen Reil. Kraftvoll klopfte Josef mit seinem Stock an das Tor, so dass sich sogleich Hundegebell vernehmen ließ. Zögerlich öffnete sich die Tür, und der Wirt fragte, was ihr Begehren sei. Auch hier erteilte ihnen der „Hausl“ eine Absage. Vom Dreigesang Stautner wurde eine weitere Strophe von „Maria, sieh das Wunder an“ zum Besten gegeben. Bevor man sich auf den Weg zur nächsten Herberge begab, stimmten die Begleiter „Macht hoch die Tür“ an.

Nachdem man kein Gehör gefunden hatte, machte man sich auf den Weg zum Anwesen Schmaderer in der Bachstraße. Erwartungsvoll klopfte man am Tor an und bat „Vor Kält erstarren wir, o gebt uns doch Quartier“. Auch hier hatte der Wirt kein Erbarmen mit den Quartiersuchenden, und so mussten sie sich weiter um eine Herberge umschauen. Auch bei dieser Station sang der Dreigesang Stautner zunächst eine Strophe vom Lied: „Es mag net finster wern“, bevor man gemeinsam „Herr send herab uns deinen Sohn“ erklingen ließ.

Müde und vor Kälte zitternd zog das Heilige Paar zum Hause Wendschuh und bat abermals um Quartier. Doch auch hier wurden sie ausgesperrt und an ein anderes Haus verwiesen. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied: „O Heiland reiß den Himmel auf“ zog man zur nächsten Herberge. (cpf)

Abschluss

  • Ausklang:

    Diese besinnliche Herbergssuche fand ihren Ausklang bei einem gemütlichen Beisammensein beim Wirts-Wast. (cpf)

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