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Fest

Patenwehr gibt Diebergern ihre Zusage

Drei Aufgaben musste die Feuerwehr erfüllen, ehe die Reichenbacher „Ja“ sagten. Sie steht für das 125. Jubiläum bereit.
Von Ulrike Niklas

Die Feuerwehr Dieberg mit Festmutter, Ehrenfestmutter, Festbraut, Schirmherrn und Ehrenschirmherrn sowie Festleiter freuen sich auf das Gründungsfest Mitte Juni. Foto: Ulrike Niklas
Die Feuerwehr Dieberg mit Festmutter, Ehrenfestmutter, Festbraut, Schirmherrn und Ehrenschirmherrn sowie Festleiter freuen sich auf das Gründungsfest Mitte Juni. Foto: Ulrike Niklas

Reichenbach.Mit dem erfolgreichen Patenbitten konnte nicht nur die Feuerwehr Reichenbach erneut als Patenverein für das 125-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Dieberg gewonnen werden – vielmehr ist das Fest Mitte Juni in greifbare Nähe gerückt. Die Dieberger Wehr präsentierte sich an Samstag mit den bezaubernden Festmädchen und Damen, den schneidigen Festbuben und der Feuerwehrjugend, den Feuerwehrdamen und den stattlichen Kameraden zum ersten Mal als schick ausgestatteter Jubelverein. Nicht zu vergessen der Festausschuss sowie Schirmherr Josef Höcherl und Ehrenschirmherr Franz Löffler.

Doch was wäre ein Feuerwehrfest ohne eine passende Patenwehr? Die Dieberger wussten ganz genau, bei wem sie um dieses Amt bitten werden. Denn bereits beim 100-jährigen Gründungsfest im Jahr 1994 war die Feuerwehr Reichenbach der Patenverein der Dieberger. So wurde die Anfahrt nach Reichenbach angetreten und mit musikalischer Umrahmung die Pfister hochmarschiert zum Feuerwehrwehrhaus.

Nach 1994 erneut im Boot

Nach erfolgreicher Patenbitte wurde zum Feiern ins Paulus-Schmid-Haus gezogen. Foto: Ulrike Niklas
Nach erfolgreicher Patenbitte wurde zum Feiern ins Paulus-Schmid-Haus gezogen. Foto: Ulrike Niklas

Dort wurde der Tross vom Reichenbacher Feuerwehrvorstand Christian Nerl empfangen: „Ja Kameraden von der Deiberger Wehr, wos is denn do laous und welche Ehr!“ Was denn da dahinter stecken würde, wollte Nerl wissen, weil „sinst wart‘s es ned mit an soan haufa Leit zu uns nach Reichaboch ober kemma“. Die Antwort kam prompt von Feuerwehrvorstand und Festleiter Alfons Schwarzfischer, der die „Not“ der Dieberger zum Ausdruck brachte: „Ihr wisst‘s es ja sicher scho, ogfangt von de Junga bis zu de Alten, dass d’Dieberger im Juni ehrer 125-jähriges Gründungsfest abhalten. Dazu brauch ma freile und ganz gwies, wia kannt‘s anders sein, an sau guaten und verlässlichen Patenwehrverein!“

Und dass sie es 1994 schon ganz gut gemacht hatten, stellte Schwarzfischer wie folgt fest: „Wer des scho amol so pfennigguat hod bestritten, den konnst mit besten Gewissen wieda darum bitten.“ Mit einem Schubkarrn mit zwei Fässer Bier und dem halben Dorf sei man hier und werde sich sehr bemühn, und wenn es wirklich sein müsste auch „Holzscheitl knian“. Auch zu jeder anderer Schandtat sei man bereit, wenn die Dieberger ein „Ja“ von den Reichenbach hören heit. Einen Blumenstrauß für die Festmutter Veronika Senft habe man auch mitgebracht.

Mehrere Aufgaben – hier singen – musste die Dieberger Wehr bewältigen. Foto: Ulrike Niklas
Mehrere Aufgaben – hier singen – musste die Dieberger Wehr bewältigen. Foto: Ulrike Niklas

Bevor die Reichenbacher die Patenschaft besiegeln und nachher „mitanander begießn, miast’s eich noch drei Test’s unterziehn“. So erfüllten die Dieberger drei Aufgaben. Als erste musste über einen Verteiler ein Herzluftballon zum Platzen gebracht werden. Dabei hatte Kommandant Harald Höcherl den längsten Atem, so dass der Ballon mit einem lauten Knall zerplatzte. Weiter musste ein eigenes von der Reichenbacher Wehr geschriebenes Lied „Lösch ma heit Nacht“ gesungen werden. Hier gab Rosi Fries den Rhythmus vor und die Dieberger sangen: „Ja, wir möchten eich als Patenverein, denn es kannt für uns koa besserer sei!“ Freudig hieß es: „Der Aufstieg is bold in Sicht, des wird a super Gschicht!“

Weiter mussten auf einem Brett fixierte Goaßhalbe synchron von der Feuerwehrführung „auf ex“ ausgetrunken werden. Auch diese Aufgabe wurde mit Bravour gemeistert. Abschließend wurde noch das Band, sprich ein alter Schlauch, zerschnitten. Damit war die Patenschaft für das 125-jährige Jubiläum der Dieberger Wehr besiegelt. Die Feuerwehr Reichenbach lud noch zu einer Stärkung und zum Verweilen im Feuerwehrhaus ein, ehe sich der Zug hinauf zum Paulus-Schmid-Haus bewegte. Dort begrüßte Reichenbachs Vorstand Nerl die zahlreichen Gäste und bat: „Bleibts lang do!“

Alle Generationen vertreten

Die Feuerwehren aus Dieberg und Reichenbach gehen erneut ein Patenbündnis ein. Foto: Ulrike Niklas
Die Feuerwehren aus Dieberg und Reichenbach gehen erneut ein Patenbündnis ein. Foto: Ulrike Niklas

Ehrenschirmherr Landrat Franz Löffler ließ es sich nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen. Ihn beeindruckte sehr, dass am Samstagnachmittag so viele Leute, Feuerwehrler, zuerst in Dieberg und dann auch noch in Reichenbach zusammenkommen. Dies zeige deutlich, dass die Feuerwehr in der Mitte der Gesellschaft fest verankert ist. „Ich bin stolz, dass ich in Dieberg Ehrenschirmherr sein und das Fest begleiten darf“, betonte er. Dass heute so viele Leute da sind, habe ihn wirklich beeindruckt. In den Feuerwehren seien zudem alle Generationen vertreten – von den Älteren bis hin zu den kleinen Kindern. Dabei sei schön, welcher Zusammenhalt in einer Dorfgemeinschaft gepflegt werde.

Just zum Patenbitten erklang die Feuerwehrsirene in Reichenbach und die Wehr wurde einem Einsatz gerufen. Hierbei wird lau Landrat gezeigt, worauf es eben ankomme in einer Wehr, dass man dann helfen muss, wenn Menschen in Not sind. Man habe allen Grund zu feiern und freue sich auf die Festtage. Gebührend gefeiert wurde beim Patenbitte als Vorgeschmack quasi auf das große Fest. Der Katholische Burschenverein Reichenbach kümmerte sich um den Ausschank und D‘Zellpreller spielten zünftig auf.

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„Der Berg brennt“ vom 14. bis 17. Juni

  • Gründungsfest:

    Mit dem Patenbitten ist das 125. Jubiläum in greifbare Nähe gerückt.

  • Programm:

    Auftakt ist am 14. Juni mit „Donnaweda“, am Samstag ist Familiennachmittag und am Abend spielen die „Lausbuam“. Am Sonntag ist Gipfeltreffen mit Festgottesdienst, Festzug und den „Gewekiner Buam + Madl“. Am Montag ist Ausklang im „Freien Fall“ mit der Band „Power“.

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