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Lob für Rimbacher Gläubige

Regionaldekan Holger Kruschina sprach bei der Visitation über die prekäre Lage der Kirchen und diskutierte Grundlegendes.
von Siegfried Volkner

Regionaldekan Holger Kruschina feierte zusammen mit Pfarrer Johann Tauer, Pfarrvikar Petr Chettaniyil und Diakon Thomas Bauer den Gottesdienst zur Großen Visitation in Rimbach Foto: Siegfried Volkner
Regionaldekan Holger Kruschina feierte zusammen mit Pfarrer Johann Tauer, Pfarrvikar Petr Chettaniyil und Diakon Thomas Bauer den Gottesdienst zur Großen Visitation in Rimbach Foto: Siegfried Volkner

Rimbach.Im Auftrag von Bischof Rudolf Voderholzer führte Regionaldekan Pfarrer Holger Kruschina aus Roding am Dienstag in der Pfarreiengemeinschaft die sogenannte Große Visitation durch.

Das ist gewissermaßen eine Bestandsaufnahme, was in den Pfarreien positiv ist oder zu verbessern wäre. Zweifelsfrei durchlebt die Kirche aktuell stürmische Zeiten aber auch in der Vergangenheit war nicht automatisch alles besser, sagte der Regionaldekan beim Gottesdienst.

Pfarrer Tauer habe sich sehr viel Mühe gegeben, den Fragebogen auszufüllen. Ziel sei, herauszufinden, was sich seit der letzten Visitation vor zehn Jahren verändert hat. Zur Situation in der Pfarreiengemeinschaft stellte er heraus, dass vor 20 Jahren Rimbach und Grafenwiesen jeweils einen Pfarrer hatten, Zenching aber schon seit fast 50 Jahren von Rimbach aus mitbetreut werde, seit dort der letzte Pfarrer verstarb. Vor zehn Jahren kam es dann zur Gründung der Pfarreiengemeinschaft.

In der Vergangenheit habe es mehrfach Zeiten gegeben in denen sich Menschen für einen geistlichen Weg als Priester oder zum Eintritt in einen Orden entschieden haben.

Trend ist aktuell unaufhaltsam

Aktuell werde es immer seltener, dass sich Menschen für einen geistlichen Beruf entscheiden. Die veränderten Familienstrukturen mit weniger Kindern und auch das schwinden des Glaubens seien hier besonders zu erwähnen. Auch sei der Priester nicht mehr so angesehen wie früher. Es sind also Rahmenbedingungen weggebrochen und mit diesen Veränderungen müsse man zurechtkommen um Kirche zu gestalten. Dabei neigen wir meistens dazu, nur das schlechte zu sehen, nicht das Positive und Gute. Mit Blick auf die Pfarreien stellte Pfarrer Kruschina dann auch einige Zahlen in den Raum. Die Zahlen sind insgesamt rückläufig, ein Trend der derzeit nicht aufzuhalten sei.

Aus eigener Erfahrung in Roding berichtete der Regionaldekan, dass die Kirche noch zweimal im Jahr voll sei, an Weihnachten. Aber selbst da kämen weit mehr als die Hälfte der Gläubigen nicht mehr zu den Gottesdiensten. So stelle sich trotz der steigenden Zahl von Kirchenaustritten aber dennoch die Frage, warum doch noch so viele der Kirche angehören. Er verglich die Kirche mit einem Lagerfeuer in der Nacht. Einige sitzen ganz eng am Feuer, andere bilden einen weiteren Kreis und wieder andere sitzen weiter weg in der Dunkelheit, aber sie orientieren sich noch am Schein des Feuers. Für die, welche eng um das Feuer sitzen, die Seelsorger und die engagierten Christen, sei es nun die Aufgabe, das Feuer zu schüren und zu hüten.

Als besonders positiv bewertete Pfarrer Kruschina den Besuch der Schülermessen und die Chorarbeit in den Pfarreien. Weiter regte der Regionaldekan an, die Gottesdienstzeiten zeitlich etwas zu entzerren. Aufgrund der Vielfalt der Aufgaben, die die Seelsorger zu bewältigen haben, nicht zuletzt durch die Anforderungen der Bürokratie, sei eine „nachgehende Seelsorge“ nicht mehr möglich. So sei eine Möglichkeit, punktuell an die Lebenssituation der Menschen anzuknüpfen, Zielgruppen z.B. neu Zugezogene, Senioren, Ministranten usw. besonders anzusprechen. Lobend äußerte er sich auch über die gute und lebendige Homepage der Pfarreien. Er könne die Pfarreiengemeinschaft beglückwünschen für das, was da ist, so der Visitator und dankte für alle Mitarbeit in den Pfarreien.

Was die Gläubigen bewegt

In der anschließenden Diskussion wurden durchaus auch Themen angesprochen wie sie die Gläubigen ganz offensichtlich bewegen. Das Wegbleiben vor allem der Jüngeren, Missbrauchsfälle, Dienste von Frauen in der Kirche, die größer werdende Kluft zwischen Oberhirten und Schafen, die Überforderung der Pfarrer und deren Vereinsamung. Solche Themen waren in einem Brief zusammengefasst, den der Regionaldekan an den Bischof weiterleiten wird.

Wenn die Große Visitation im Dekanat Kötzting abgeschlossen ist, wird der Bischof zum offiziellen Abschluss kommen. (kvo)

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