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Glaube

Segen für Antonius-Kapelle in Thürnhofen

Abt Wolfgang Maria Hagl weihte die Antonius-Kapelle der Familie Gartner ein. Viele Gläubige waren zur Kapellenweihe gekommen.
Siegfried Volkner

Pfarrer Peter Chettaniyil, Diakon Thomas Bauer, Abt Wolfgang Maria Hagl und Pfarrer Johann Tauer hielten den Gottesdienst in Konzelebration Foto: Siegfried Volkner
Pfarrer Peter Chettaniyil, Diakon Thomas Bauer, Abt Wolfgang Maria Hagl und Pfarrer Johann Tauer hielten den Gottesdienst in Konzelebration Foto: Siegfried Volkner

Rimbach.Es mögen wohl gut 300 Menschen gewesen sein, die am Fest Christi Himmelfahrt nach Thürnhofen gekommen waren, um die Weihe der neu erbauten Privatkapelle der Familie Dr. Gartner mitzuerleben und mitzufeiern. Dr. Joachim Gartner schilderte anfangs die lange Planungszeit und nannte vor allem den Grund, warum die Kapelle dem heiligen Antonius geweiht werden solle.

Abt Wolfgang Maria Hagl vom Kloster Metten, der den Gottesdienst in Konzelebration mit Pfarrer Tauer, Pfarrer Peter und Diakon Bauer hielt und die Weihe vollzog, wünschte, dass Gläubige, die sich hier der Fürsprache des Heiligen erbitten, Trost und Hilfe erfahren dürfen.

Große Freude beim Besitzer

Sicher war auch das schöne Wetter mit ein Grund, dass sich am Himmelfahrtstag so viele Menschen auf den weg nach Thürnhofen gemacht haben, wo am Nachmittag die neu erbaute Kapelle der Familie Dr. Gartner geweiht wurde. Die Freude über die vielen Mitfeiernden war dann auch Dr. Joachim Gartner anzusehen, als er seine Grüße an alle aussprach. Seine besonderen Grüße richtete er aber an den Abt des Klosters Metten, Wolfgang Maria Hagl, Monsignore Dr. Johann Tauer aus Rimbach, Pfarrer Peter Chettaniyil aus Grafenwiesen und Diakon Thomas Bauer aus Zenching.

Die Familienangehörigen von Dr. Joachim Gartner beim Gottesdienst mit Weihe der Kapelle Foto: Siegfried Volkner
Die Familienangehörigen von Dr. Joachim Gartner beim Gottesdienst mit Weihe der Kapelle Foto: Siegfried Volkner

Ebenso galten seine Grüße Bürgermeister Josef Dachs aus Grafenwiesen und seinen Gemeinderäten sowie seinem Schulkameraden, Architekt Carl Schnabel und Christof Bayer. Bereits vor 20 Jahren war der Plan, eine Kapelle zu errichten, geboren worden. Erste Planungen wurden wieder aufgegeben, neue gemacht und wieder verworfen. Auch wurde daran gedacht, einen Rundbau zu erstellen, letztendlich wurde aber doch der traditionellen Bauweise der Vorzug gegeben. „Was lange währt wird, endlich gut, und so kann nun die neue Kapelle geweiht werden“, so Dr. Gartner, der dazu auch seine Verwandten, Freunde und Bekannte willkommen hieß, die teilweise eine sehr weite Anfahrt auf sich genommen hatten. Auch den bauausführenden Handwerkern galten seine besonderen Grüße.

An zwei Personen richtete er seinen besonderen Dank, nämlich an seine Frau Astrid und an Rudi Greisinger, die nach 20 Jahren Planung zuletzt besonders „angetrieben“ hatten, die Kapelle zu bauen, damit sie Glück bringe. Weiter führte Dr. Joachim Gartner aus, warum er als Patron den Heiligen Antonius gewählt habe. Viele kennen den heiligen Antonius als den „Schlamperpatron“, auf dessen Fürbitte man verlorene Gegenstände wieder findet. Aber Antonius sei auch Patron für Verliebte, Familien, und habe auch die Aufgabe, ideelle, moralische und ideologische Dinge zu regulieren.

Antonius werde aber besonders auch um eine gute Geburt und Nachgeburt angerufen, und hier komme für ihn als Gynäkologen die besondere Verbindung zu diesem Heiligen zustande. Oft habe er als Geburtshelfer zu Antonius gebetet und seine Hilfe erbeten, und es sei immer gut gegangen. Er habe auch kleine Figuren des heiligen Antonius schnitzen lassen und diese in den Kreißsaal gestellt, weil er so sehr auf die Hilfe dieses Heiligen vertraue. Auch wenn Antonius klein von Gestalt war, habe er eine große Stimme gehabt und habe, so wird berichtet, sogar den Fischen gepredigt. Antonius sei ein Fürbitter mit kräftiger Stimme und starkem Arm.

Mit Weihwasser und Weihrauch wurde die Kapelle innen und außen geweiht Foto: Siegfried Volkner
Mit Weihwasser und Weihrauch wurde die Kapelle innen und außen geweiht Foto: Siegfried Volkner

Er habe oft hier gestanden, wo jetzt die Kapelle stehe, so Dr. Gartner, habe auf die Höhenzüge des Bayerwaldes geschaut, und manchmal habe es den Anschein gehabt, dass sich dort der Himmel auftue, und er mit der starken Stimme des Antonius Kontakt mit dem Herrgott aufnehmen konnte. Alle Menschen, die in Zukunft zu dieser Kapelle und auf diesen Platz kämen, der so gesegnet sei und Kraft ausströme, und hier ihre Bitten an den heiligen Antonius herantragen, sollten Erfüllung ihrer Anliegen erfahren, so der Wunsch von Dr. Gartner, der dann auch noch dem Rittsteiger Dreigesang für die musikalische Mitgestaltung des Gottesdienstes und der FF Voggendorf für die Verkehrsregelung dankte.

Auch der Abt des Klosters Metten zeigte sich erfreut, dass so viele Menschen zu dieser Kapellenweihe gekommen waren, und der Himmel so wunderbares Wetter beschert habe. Der Gottesdienst wurde von Abt Wolfgang Maria Hagl, Monsignore Pfarrer Johann Tauer, Pfarrer Peter Chettanyil und Diakon Thomas Bauer in Konzelebration gefeiert. In seiner Predigt erwähnte der Abt, dass Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und Bildstöcke das Bild unserer Heimat prägten. Sie seien hölzerne oder steinerne Zeugen unerschütterlichen Glaubens, dass Gott der Herr nicht fern sei, sondern mitten unter den Menschen lebe.

Auch diese neue Kapelle sei ein steingewordenes Zeugnis des Glaubens, und die Heimat sei um ein Stück reicher und schöner geworden. So gelte der Dank der Familie Dr. Gartner für die Errichtung dieser Kapelle. In einer Zeit, in der viele Schwierigkeiten mit der Kirche hätten und sich aufgrund vieler Skandale nicht mehr mit ihr identifizieren könnten, sei hier eine neue Kirche aus Stein errichtet worden in dem Wissen, dass die Kirche aus lebendigen Steinen immer wieder einer Erneuerung bedürfe.

Es braucht neue Evangelisten

„Wir sind zur Neuevangelisierung aufgerufen, aber wir brauchen kein neues Evangelium aber neue Evangelisten, die heute Zeugnis geben vom machtvollen Wirken des Herrn in unserer Zeit und in unserem Leben. Möge von dieser Kapelle ein neuer Impuls der Hoffnung und der Liebe zur Kirche ausgehen, so Abt Hagl.

Der heilige Antonius sei einer der wichtigsten und bedeutendsten Gefährten des heiligen Franz von Assisi gewesen. Er wurde in Lissabon geboren und wollte nach dem Eintritt in den Orden eigentlich nach Afrika in die Mission gehen. Wegen einer Krankheit habe er dieses Vorhaben aber aufgegeben und kam nach Assisi. Er wurde zu einem wortgewandten Prediger und setzte sich für einen Sinneswandel im religiösen und sozialen Leben ein.

Bereits ein Jahr nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen und 1946 zum Kirchenlehrer erhoben. Antonius von Padua gehöre zu den am öftesten angerufenen Heiligen in der Volksfrömmigkeit. Er sei nicht nur zuständig für verlorene Dinge, sondern auch Patron für Bergleute, für Sterbende, Helfer gegen teuflische Mächte, gegen Fieber und Viehseuchen, aber eben vor allem auch Patron der Liebenden, der Ehe und der Gynäkologen.

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