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Architektur

Ulrichshof für Designpreis nominiert

Im November wird in Singapur der wichtigste Architekturpreis verliehen. Das Oberpfälzer Hotel ist unter den Finalisten.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Das Baby- und Kinderhotel Ulrichshof in Rimbach (Lkr. Cham) ist beim World Architecture Festival unter den Nominierten für das "Schönste Hotel der Welt".

Rimbach.Für Kinder ist das Bioresort Ulrichshof in Zettisch (Lkr. Cham) schon seit seiner Eröffnung vor über 20 Jahren einer der schönsten Orte der Welt. Jetzt macht sich das Hotel auch in Architektenkreisen einen Namen. Der moderne Erweiterungsbau aus Holz, Glas und Stahl, den Hotelier Ulrich N. Brandl dem rustikalen Bauernhaus zur Seite stellte, ist beim World Architecture Festival (WAF) als „Schönstes Hotel der Welt“ nominiert. „WAF ist der wichtigste Architekturpreis, allein dass wir unter den letzten zehn Kandidaten sind, ist die Erfüllung eines Traumes“, sagt Hotelier Brandl der MZ.

Altes und Neues verbinden

Rund 12,5 Millionen Euro hat der Unternehmer in sein Projekt investiert. Eine verglaste Holzständerkonstruktion verbindet seit der Fertigstellung 2014 alte und neue Bereiche der Hotelanlage mit insgesamt 12 Berührungspunkten und 17 Höhenlevel. Der Neubau wurde so gestaltet, dass sich die Gäste wie auf einem Waldwanderweg fühlen. Schon bei der Ankunft im neuen Empfangsbereich kommen sie mit dem Leitthema Wald in Berührung.

Die Design-Idee stammte vom Architekturbüro NOA aus Südtirol. Die Liste der Vorgaben von Hotelier Brandl war nicht besonders lang, aber von großer Bedeutung für die Umsetzung. „Ich wollte mit dem Design punkten, mit einer möglichst reduzierten aber hochwertigen Materialauswahl arbeiten und dabei weiterhin die Anforderungen an ein Kinderhotel erfüllen“, zählt er auf. Er habe, so sagt Brandl, aus Fehlern in der Vergangenheit gelernt und wollte sich nicht mehr ständig wechselnden Trends unterwerfen. „Hier die Steinwand, dort die rote und drüben die blaue Farbe, das wollte ich so nicht mehr.“

Brandl wählte eine dunkle Granitstein-Fliese, die nun auf 4000 der 12 000 Quadratmeter Fläche im Neubau verlegt ist. „Vom Wellnessbereich bis in die Familienappartements.“ Als zweiter Bodenbelag wurde Eichenholz verlegt, das zudem in allen Einbauten verwendet wurde. „Das war schon vor hundert Jahren schön und ist es heute auch.“ Dass sämtliche Materialien auch rein biologisch sein mussten, war für den Unternehmer, der mit dem Ulrichshof das einzige zertifizierte Bio-Kinderhotel Europas führt, eine Selbstverständlichkeit.

Beim World Architecture Festival muss sich der Ulrichshof nun mit ganz großen Namen der Branche messen, darunter dem Yacht Club von Monaco (Architekten Foster + Partners) oder dem G-Kelawai-Hotel auf der malaysischen Insel Penan, einem Neubau von K2LD Architects. Mit dem Lanserhof am Tegernsee (Ingenhoven Architects) ist zudem ein weiteres Hotel aus Deutschland im Rennen. Die renommierte, weltweit größte Architekturveranstaltung findet in diesem Jahr vom 4. bis 6. November in Singapur statt. Mehr als 2200 Architekten aus über 60 Ländern haben ihre Werke eingereicht – in 30 Kategorien. Neben dem Hotel-Award werden auch Preise für schick gestaltete Bürogebäude, Schulen, Museen und Kliniken verliehen.

Design-Preis in London geholt

Wie gut die Chancen für den Ulrichshof stehen, kann Brandl schwer abschätzen. „Wir haben eine Investitionssumme von gut 12 Millionen und müssen uns mit Häusern messen, die 60 oder 80 Millionen verbaut haben.“ Dass das Haus die Konkurrenz aber nicht scheuen muss, hat sich in der vergangenen Woche gezeigt. In London hat der Ulrichshof den „Interior Design Award“ für das beste Innendesign gewonnen.

Weitaus wichtiger als Preise ist dem Hotelier, dass sich seine Gäste im neuen Ambiente wohl fühlen. „Tatsächlich ist es uns gelungen, mit dem neuen Design und der neuen Ausstattung auch eine neue Klientel anzusprechen“, sagt Brandl. Er habe damit den Beweis angetreten, dass der Bayerische Wald auch als Urlaubsziel für ein anspruchsvolles Publikum in Frage komme. „Wenn die Urlauber im Bayerischen Wald ausbleiben, liegt es jedenfalls nicht am Preisniveau.“

Kommentar

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