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Der Palmsonntagsbrauch in Corona-Zeiten

Die Palmbüschel wurden im vergangenen Jahr beim Haus Maria im Kloster gesegnet, anschließend gab es eine Palmprozession im Innenhof.
Jakob Moro

Die Strahlfelder brachten zahlreiche selbst gefertigte Palmbüschel zum Altar. Pfarrer Siegmund Kastner segnete diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit.  Foto: Jakob Moro
Die Strahlfelder brachten zahlreiche selbst gefertigte Palmbüschel zum Altar. Pfarrer Siegmund Kastner segnete diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Foto: Jakob Moro

Roding.Das war in Zeiten von Corona heuer nicht möglich. Die Strahlfelder wollten sich trotz allem nicht vom Palmbüschel-Brauch abbringen lassen und kamen auf eine Idee. Sie boten den Gläubigen an, ihre Palmbüschel in die Expositurkirche zu bringen. Davon machten viele Gebrauch, nicht nur die Strahlfelder. Pfarrer Siegmund Kastner segnete sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dann holten die Gläubigen die Büschel wieder ab. So konnten viele Familien zu Hause den Palmsonntag feiern.

Palmkätzchen sind die ersten Boten des Frühlings. Der Palm wird aus Buchs, Zeder, Efeu, Palmkätzchen und bunten Bändern in den Farben Rot, Grün, Gelb, Weiß und Lila gebunden. Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Die Bewohner Jerusalems huldigten Jesus und begrüßten ihn mit Palmzweigen als ihren König. Traditionell werden am Palmsonntag die Palmkätzchen mit Weihwasser gesegnet und zu Hause hinter das Kruzifix gesteckt. Sie sollen das Haus und seine Bewohner schützen. Aus der Überlieferung gelten drei verzweigte Ausläufer eines Palmzweigs als Sinnbild für die Dreifaltigkeit Gottes.

Ein weiterer Brauch hält sich gelegentlich bei älteren Menschen: drei geweihte Palmkätzchen verschlucken; man darf sie nicht kauen. Das soll vor Halsleiden schützen. Palmzweige im Auto (versteckt) sollen vor Unfällen schützen. Auch eine heitere Seite ist über den Palmsonntag bekannt: Wer am Morgen als Letzter aus dem Bett kommt, ist der „Palmesel“. Das wird ihm den ganzen Tag nachgerufen.

Traditionsbewusste Bauern stecken noch heute auf alle vier Ecken ihrer Felder einen Palmzweig, damit die Ernte von bösen Feinden verschont bleibe. So ein böser Feind war der Teufel. Er und sein Anhang (Bilmesschneider und Hexen) mieden die Felder und deren Erträge. Das war die Zeit, als ein Bauernhof noch Selbstversorger war – und sein musste.

Der Überlieferung nach war Jesus Christus bei seinem Einzug in Jerusalem kurz vor seinem Tod mit Palmzweigen begrüßt worden; daran erinnert der Palmsonntag eine Woche vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die österliche Karwoche mit dem Osterfest als Höhepunkt des Kirchenjahres. Der Palmsonntag wird in Europa seit dem 8. Jahrhundert begangen. Namensgeber des Festes ist der Palmzweig als Symbol für Heil und Segen. (rjm)

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