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Der richtige Weg für den TB Roding

Große Zufriedenheit herrscht im Rodinger Lager nach der ersten eingleisigen Bundesligasaison. Athleten halten sich fit.
Von Georg Hecht

Ein positiver Saisonabschluss gelang den TB-Hebern mit dem 7. Tabellenplatz und einem neuen Vereinsrekord von 835,5 Punkten.  Foto: Georg Hecht
Ein positiver Saisonabschluss gelang den TB-Hebern mit dem 7. Tabellenplatz und einem neuen Vereinsrekord von 835,5 Punkten. Foto: Georg Hecht

Roding.Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) hat die Bundesligasaison 2019/20 für beendet erklärt. Die abgesagten Wettkämpfe vom 14. März werden nicht mehr nachgeholt und auch das Bundesliga Finale sowie der Aufstiegskampf zur 1. Bundesliga finden nicht statt. Aus diesem Grund wird in diesem Jahr kein Deutscher Meister gekürt. Wie die Ligeneinteilung in der nächsten Saison aussieht, werden die Ausschüsse des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG) in den nächsten Wochen entscheiden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der TB 03 Roding auch in der nächsten Saison wieder der höchsten deutschen Wettkampfklasse angehört.

Hebertrainer Gregor Nowara stellte die Truppe bestens ein und wartete selbst mit bayerischen Rekorden auf.  Foto: Georg Hecht
Hebertrainer Gregor Nowara stellte die Truppe bestens ein und wartete selbst mit bayerischen Rekorden auf. Foto: Georg Hecht

Und auf die höchste deutsche Liga im Gewichtheben, die erstmals eingleisige 1. Bundesliga, blicken die Rodinger Gewichtheber trotz Abbruch wegen Corona positiv zurück. Abteilungsleiter Matthias Hecht, den Team-Kapitän Simon Brandhuber und Hebertrainer Gregor Nowara nahmen in ihrem Fazit zur ersten eingleisigen Bundesligasaison 2019/20 auch zum aktuellen Stand der Dinge Stellung..

Gute Zuschauerresonanz

„Für uns war die Entscheidung zur eingleisigen 1. Liga absolut der richtige Schritt. Wir hatten zahlreiche spannende Wettkämpfe, auch wenn wir nicht immer als Sieger von der Bühne gingen. Dies hat sich bei den drei Heimkämpfen im Januar und Februar auch bei Zuschauerzahl sehr positiv ausgewirkt“, bilanzierte Abteilungsleiter Matthias Hecht.

Abteilungsleiter Matthias Hecht zieht die Fäden, ob als Organisator, Jugendtrainer oder wie hier bei der Ehrung von Steffen Pilz (rechts).  Foto: Georg Hecht
Abteilungsleiter Matthias Hecht zieht die Fäden, ob als Organisator, Jugendtrainer oder wie hier bei der Ehrung von Steffen Pilz (rechts). Foto: Georg Hecht

Zum aktuellen Jugendtraining, für das er ja seit der Neustrukturierung und dem Ausscheiden des langjährigen Jugendtrainers Anton Hecht neben der Abteilungsleitung verantwortlich ist, sagte er: „Aktuell findet natürlich auch bei uns kein Jugendtraining statt. Einen Trainingsplan für zu Hause gibt es bislang nicht. Je nachdem, wie lange die Ausgangsbeschränkung gilt, könnte das aber noch kommen. Ich habe bislang über unsere WhatsApp Gruppe einige Videos von anderen Anbietern geteilt.“ Dabei habe er darauf geachtet, dass sie auch für die Jugendlichen geeignet sind. Die kurzen Work-outs in den Videos könnten die Jungs nachmachen. Auch Kniebeugen mit Bücher gefülltem Schulrucksack seien zuhause möglich oder Klimmzüge und Anristen an der Wäschestange der Mutter. „Mit zusätzlichen Ausdauertraining bleiben die Jungs allgemein fit. Ein paar Jugendliche haben sich auch eine Hantel für das Homegym besorgt und können da einige Übungen machen“, weiß Matthias Hecht.

Der Rodinger Teamkapitän und Olympia-Aspirant Simon Brandhuber war von Anfang an ein großer Fan der eingleisigen Liga. „Und jetzt hat auch jeder Kritiker gesehen, dass es die richtige Entscheidung war. Viele spannende Begegnungen, hautenge Endergebnisse und auch die ein oder andere Überraschung gab es. Also alles, was eine tolle Saison braucht. Für uns stand der Klassenerhalt an oberster Stelle. Mit dem 7. Platz haben wir dieses Ziel souverän erreicht. Wir haben eine fantastische Saison gehoben und ich bin sehr stolz auf mein Team“, freut sich Brandhuber. Besonders freute ihn, dass sich die Rodinger kontinuierlich gesteigert haben und sich weder durch Verletzungen noch durch Krankheiten aus dem Tritt bringen ließen. Die Highlights für ihn waren der Überraschungssieg gegen Obrigheim sowie der Mannschaftsrekord von 835,5 Punkten gegen Mutterstadt.

Olympia-Verschiebung begrüßt

Bundesliga und Olympiavorbereitung waren ein hartes Stück Arbeit für den Rodinger Teamkapitän Simon Brandhuber.  Foto: Georg Hecht
Bundesliga und Olympiavorbereitung waren ein hartes Stück Arbeit für den Rodinger Teamkapitän Simon Brandhuber. Foto: Georg Hecht

Simon Brandhuber zeigte sich sehr erleichtert, dass die Olympischen Spiele verschoben wurden. „Jetzt herrscht endlich Klarheit für uns Sportler, wir hängen nicht mehr in der Luft, und können uns jetzt wieder gezielt vorbereiten. Die Verschiebung war der einzige Weg, um die Chancengleichheit für die Sportler zu wahren. In den meisten Ländern werden keine Dopingkontrollen mehr durchgeführt, vielerorts ist der Trainingsbetrieb bestenfalls eingeschränkt möglich, und die letzten Qualifikationswettkämpfe wurden natürlich abgesagt.“ Für Simon Brandhuber heißt es jetzt abzuwarten, bis die neuen Qualifikationskriterien veröffentlicht werden. „Ich nutze die Zeit, um wieder Kraft zu tanken und an dem einen oder anderen Problem bei der Technik und Stabilität zu arbeiten“, sagt der Rodinger Ausnahmeheber..

Auch in der Beurteilung von Hebertrainer Gregor Nowara verlief die Saison für den TB Roding überwiegend sehr gut. „Natürlich hätten wir uns am Ende eine noch bessere Platzierung erhofft, allerdings war dies aufgrund von extrem starken Gegner und der Olympiavorbereitung von Simon Brandhuber nicht möglich. Dennoch muss ich den Heberinnen und Hebern ein Kompliment aussprechen, denn alle waren hochmotiviert und haben tolle Leistungen erzielt. Zudem konnten wir mit 835 Punkten eine Bundesligaspitzenleistung abrufen; darauf bin ich sehr stolz.“

Derzeit würden alle Heber versuchen, sich zuhause fit zu halten. Einige hätten eine Hantel daheim und können weiter trainieren; andere sind viel an der frischen Luft und versuchen ihr Immunsystem zu stärken. „Da momentan keine direkte Saisonvorbereitung stattfindet, kann sich jeder individuell fit halten. Wann der Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder aufgenommen werden kann, muss abgewartet werden“, sagt Nowara. Von Bezirkssportwart Ben Tisowsky wurde auch die Oberpfalzmeisterschaft am 25. April abgesagt.

Bayerische Rekorde

Die Rodinger Heber haben eine ganze Menge bayerischer Rekorde aufgestellt. Diese hat Abteilungsleiter Matthias Hecht in der „staaden“ Coronazeit gemeldet.

  • -61 kg: Simon Brandhuber, Reißen 129, Stoßen 150, Zweikampf 279, KG 60,7; aufgestellt beim Weltcup auf Malta am 29. Februar 2020
  • -73 kg: Simon Brandhuber, Reißen 143, KG 69,0; aufgestellt 1. Bundesliga am 9. März 2019
  • -89 kg: Hans Brandhuber, Reißen 140, KG 88,7; aufgestellt 1. Bundesliga am 12. Oktober 2019
  • -89 kg: Hans Brandhuber, Stoßen 174, Zweikampf 311, KG 88,4; aufgestellt 1. Bundesliga am 26. Oktober 2019
  • -96 kg: Gregor Nowara, Reißen 153, KG 92,6; aufgestellt 1. Bundesliga am 29. Februar 2020
  • -96 kg: Gregor Nowara, Stoßen 190, Zweikampf 340, KG 92,6; aufgestellt 1. Bundesliga am 18. Januar 2020
  • -102 kg: Peter Kulzer, Stoßen 180, Zweikampf 326, KG 101,6; aufgestellt 1. Bundesliga am 29. Februar 2020
  • -109 kg: Peter Kulzer, Stoßen 183, KG 102,9; aufgestellt 1. Bundesliga am 15. Februar 2020
  • -55 kg: Annika Pilz, Reißen 75, Stoßen 87, Zweikampf 162, KG 53,6; aufgestellt bei der Jugend-Europameisterschaft am 10. Dezember 2019 – Rekorde gelten auch bei den Juniorinnen und der Jugend
  • -64 kg: Annabell Jahn, Stoßen 90, Zweikampf 163, KG 61,5; aufgestellt 1. Bundesliga am 12. Oktober 2019
  • Masters AK III:
  • -73 kg: Steffen Pilz, Reißen 92, KG 72,9; aufgestellt 2. Bundesliga am 1. Februar 2020
  • -73 kg: Steffen Pilz, Stoßen 120, Zweikampf 210, KG 72,9; aufgestellt 2. Bundesliga am 18. Januar 2020

Abschlusstabelle 1. Bundesliga

  • 1. SV Samswegen 18:3 Punkte/881,2 BL
  • 2. AV Speyer 16:5 Punkte/884,9 BL
  • 3.AC Mutterstadt 15:6 Punkte/907,0 BL
  • 4. SV Obrigheim 14:7 Punkte/885,0 BL
  • 5. Chemnitzer AC 12:9 Punkte/826,6 BL
  • 6. KSV Durlach 9:15 Punkte/823,7 BL
  • 7. TB 03 Roding 7:14 Punkte/835,5 BL
  • 8. TSC Berlin 5:16 Punkte/774,2 BL
  • 9. AC Weinheim 0:21 Punkte/607,6 BL

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