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Gesichtsschutz aus Rodinger 3D-Drucker

Trovus Tech produziert einen Bausatz für ein Schutzschild. In der Corona-Krise profitieren davon Ärzte und Firmen.
Von Bastian Schreiner

Hilfe aus dem 3D-Drucker: Trovus Tech produziert einen Bausatz für Gesichtsschilder, die vor dem Corona-Virus schützen sollen. Foto: Trovus Tech
Hilfe aus dem 3D-Drucker: Trovus Tech produziert einen Bausatz für Gesichtsschilder, die vor dem Corona-Virus schützen sollen. Foto: Trovus Tech

Roding.Trovus Tech hat aufgrund der aktuellen Corona-Situation seine Produktion umgestellt und bietet nun Arztpraxen und Firmen schützende Gesichtsschilder an. Der Bausatz dafür kommt aus dem 3D-Drucker. Damit springt das Start-up aus Roding-Altenkreith auf den Zug derjenigen Unternehmen im Landkreis Cham auf, die ihr Know-how während der Epidemie zur Verfügung stellen möchten.

„Schon mehrere Arztpraxen sowie Alten- und Pflegeheime nutzen unser Gesichtsvisier, um Mitarbeiter und Patienten zu schützen“, berichtet Gerd Pesendorfer, Gesellschafter und Vertriebsleiter, im Gespräch mit unserem Medienhaus. Darüber hinaus würden die Schutzschilder bei Betrieben in der Industrie für Mitarbeiter im Büro und der Produktion zum Einsatz kommen. „Es gibt regionale, aber auch überregionale Abnehmer“, sagt Pesendorfer. Man sei überzeugt, dass die Visiere auf jeden Fall zur Aufrechterhaltung des Betriebs beitragen können.

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Hunderte Bausätze pro Woche

Auch mit dem Bayerischen Roten Kreuz sei man in Gesprächen. Trovus Tech möchte die Gesichtsvisiere in dieser Ausnahmesituation zum Selbstkostenpreis abgeben. Wie Pesendorfer mitteilt, werden wöchentlich mehrere Hundert Bausätze produziert. Die Sichtscheiben und die Gummibänder werden zugekauft. Der Rest werde vor Ort im Drucker angefertigt, verpackt und verschickt.

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Die Teile werden aus den bekannten 3D-Druckmaterialien PETG und PLA hergestellt. Ein Vorteil: Der Bausatz, der aus nur wenigen Teilen besteht, könne mehrfach verwendet werden und lasse sich mit wenigen Handgriffen zusammensetzen. Die Schilder dienen laut Trovus Tech als Schutz vor direkter Tröpfcheninfektion, die über die Schleimhäute Covid-19 auslösen.

Auf die Idee sei das junge Start-up bei Recherchen im Internet gestoßen. „Wir wollen mit dem Bausatz aus dem 3D-Drucker in dieser Krise helfen und damit keinen Gewinn machen“, betont der Gesellschafter.

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Krise als Chance sehen

Zudem will Trovus Tech „ein kleines Signal setzen, um die Krise als Chance zu sehen und gestärkt daraus hervorzugehen.“ Als spezialisierter Dienstleister im Bereich der additiven Fertigung von und verschiedenen Kunststoffen werde die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt – von der Idee bis zum fertigen Bauteil.

Über das Start-up

  • Unternehmen:

    Die Trovus Tech GmbH ist ein Start-up aus Roding, das Theresa Stangl im Januar 2017 im IGZ Altenkreith gegründet hat. Im Sommer 2019 zog sie sich familienbedingt zurück und übergab die Geschäftsleitung an Patrick Wilden.

  • 3D-Druck:

    Mit dieser Technologie will Trovus Tech Kunden Rund-um-Lösungen anbieten. Im Bereich Laserschmelzen und 3D-Druck sieht die Firma die Technik der Zukunft. Vorteile seien dabei die Gewichtsreduzierung und Geometriefreiheit.

„Als Zulieferer stellen wir in Krisenzeiten neueste Technologie zum Nulltarif zur Verfügung“, sagt Pesendorfer und gibt dabei zu bedenken, dass solche Maschinen Millionen kosten. Im Klartext heißt das: Wegen der Epidemie frei gewordene Kapazitäten bei Partnern wie möglichen Kunden sollen dazu genutzt werden, deren Produktportfolio mit der 3D-Druck-Technologie von Trovus Tech zukunftssicher zu ergänzen. „Daraus entstehende Prototypen stellen wir dann kostenfrei bereit“, erklärt er.

Die aktuelle Corona-Lage treffe auch das 2017 von Theresa Stangl im Gründerzentrum in Altenkreith begonnene Start-up. „Es kommen kaum Auftrage, die Kunden sind momentan zurückhaltend“, berichtet Pesendorfer und hofft auf ein schnelles Ende der Krise. Denn mehrere Monate könne das kleine Unternehmen so nicht überleben. Für die 3D-Druck-Technik sieht der Gesellschafter für die Zukunft dennoch großes Potenzial.

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