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Justiz

Mann saß mit 1,4 Promille am Steuer

Der 34-Jährige legte Einspruch gegen den Strafbefehl nach der Trunkenheitsfahrt ein. Deshalb musste der in Cham vor Gericht.
Von Andreas May

Das Gericht sah die besonderen Umstände einer Trunkenheitsfahrt nicht und riet dem Angeklagten, den Strafbefehl zu akzeptieren. Foto: David Ebener/dpa
Das Gericht sah die besonderen Umstände einer Trunkenheitsfahrt nicht und riet dem Angeklagten, den Strafbefehl zu akzeptieren. Foto: David Ebener/dpa

Roding.Großes Pech schien ein 34-Jähriger Anfang des Jahres zu haben, als er nur 500 Meter nach dem Fahrtbeginn in eine Polizeikontrolle geriet. Mit immerhin 1,4 Promille hätte sich der Mann nicht ans Steuer setzen dürfen, die Quittung bekam er durch eine Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr.

Mit dem Strafbefehl offensichtlich nicht einverstanden, hatte er am 2. Mai Einspruch eingelegt, so dass die Sache nun vor dem Chamer Amtsgericht in Hauptverhandlung ging. Rechtsanwalt Marko Heimann gab vorab eine Erklärung für seinen Mandanten ein. Die Trunkenheit samt Örtlichkeiten und Wert wurden eingeräumt, jedoch seien die besonderen Umstände des Abends im Strafbefehl nicht ausreichend gewürdigt worden.

Nach Streit ins Auto gesetzt

Der Angeklagte habe ursprünglich bei einem Freund übernachten wollen, jedoch sei es im Verlauf des Abends zu Streitigkeiten gekommen, was den Mandanten zu früherem Aufbrechen veranlasst habe. In diesem Zusammenhang habe er sich keine Gedanken über seinen Alkoholkonsum gemacht und sich noch fahrtüchtig gefühlt. Man befinde sich im unteren Bereich der Fahrlässigkeit, so der Verteidiger. Die kurze Strecke und das geringe Verkehrsaufkommen habe zusätzlich im Strafbefehl keine Berücksichtigung bekommen.

Es sei ohne Vorwegnahme wenig nachvollziehbar, warum ein solcher Verlauf atypisch sein solle, bemerkte Richterin Birgit Fischer. Sie stellte die Frage, wann denn dann eine Fahrt typisch sei: „Er hätte es erkennen können, hat er aber nicht“, entgegnete Verteidiger Marko Heimann.

Die Sperrfrist von insgesamt zehn Monaten sei angesichts von 1,4 Promille durchaus schon gering, sagte die Richterin bei der Verhandlung. Es könne auch noch schlimmer werden und es sei definitiv kein atypischer Sonderfall, sagte sie und verwies auf die Möglichkeit einer Strafverschärfung bei einem etwaigen neuen Urteil. Von einer kurzen Fahrtstrecke könne nur durch Glück gesprochen werden, schließlich sei es reiner Zufall, wann und wo die Polizei ihre Kontrollen durchführe. Die geplante Strecke von 15 Kilometern sei angesichts des Promillewertes sportlich.

Zur Beratung zurückgezogen

Mit klarer Richtung riet auch die Staatsanwaltschaft zu einer Rücknahme des Einspruchs: „Ich würde ein höheres Strafmaß beantragen“, ließ Staatsanwältin Holzer durchblicken. Auf den Hinweis der Richterin, dass ihr auch juristisch die Hände gebunden seien, zogen sich Rechtsanwalt Heimann und der Angeklagte zu einer Beratung zurück.

Es werde nicht zur Regel, aber in diesem Fall werde der Einspruch zurückgenommen, erklärte der Rechtsanwalt fast schon scherzhaft. Neben den noch verbleibenden Monaten Sperrfrist bleibt die Geldstrafe in Höhe von 45 Tagessätzen zu je 40 Euro bestehen.

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