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Vorweihnachtszeit

Mit viel Schwung zum Christbaum

Doris Neumann-Wengler verkauft Christbäume in Roding. Sie gibt Tipps, wie der Baum gut durch die Weihnachtstage kommt.
Von Martin Kellermeier

Das Christbaum-Verkaufen ist ihr großes Hobby. Doris Neumann-Wengler netzt gerade eine Nordmanntanne ein. Die Bäume wachsen auf der eigenen Plantage in Windfäng bei Regenpeilstein.
Das Christbaum-Verkaufen ist ihr großes Hobby. Doris Neumann-Wengler netzt gerade eine Nordmanntanne ein. Die Bäume wachsen auf der eigenen Plantage in Windfäng bei Regenpeilstein. Foto: Kellermeier

Roding.Die Messlatte hat Doris Neumann-Wengler aus dem Rodinger Stadtteil Regenpeilstein im Auge: Die Christbaum-Verkäuferin sieht auf den ersten Blick, wie groß jede ihrer Nordmanntannen ist. Das ist wichtig: Denn die Größe des Baums bestimmt den Preis. 35 bis 40 Euro verlangt Doris Neumann-Wengler für die zwei Meter hohe Nordmanntanne. Sieben Jahre lang musste der Baum dafür in der eigenen Christbaum-Plantage in Windfäng wachsen. Jeden Samstagvormittag werden dort die Bäume frisch abgeschnitten und zum Verkaufsstand in Regenpeilstein gefahren. Seit 23 Jahren macht das die Familie Wengler so. „Man kann das als Hobby bezeichnen“, sagt Doris Neumann-Wengler.

Jeden Samstag und Sonntag verkauft sie mit ihrem Mann die Bäume. Sie stellt fest: „Junge Leute möchten mehr die buschigen Exemplare. Die reiferen Kunden legen auf große Abstände zwischen den Ästen ihren Wert.“ Das hat mit der Deko zu tun. Aufgereiht wie Zinnsoldaten stehen die diesjährigen Christbäume in Regenpeilstein. Manche Bäume wird niemand kaufen wollen.

„Die reuen mich dann schon.“, sagt Neumann-Wengler. Die Expertin hat auch einige Tipps, wie der Christbaum lange hält. „Wer das Nadeln hinauszögern will, sollte den Baum nicht vor die Heizung stellen.“ Und weiter: „Ein zwei Meter hoher Christbaum benötigt bis zu zwei Liter Wasser am Tag.“ Deshalb sollte ein Baum-Ständer mit Wasserbehälter gewählt werden. Wichtig ist auch, den Baum schon einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. „Diese Zeit braucht er, um die Äste in die richtige Position zu bringen.“

Silberne Kugeln mit Glimmer sind in

Silberne Kugeln passen vor allem in modern eingerichtete Wohnungen.
Silberne Kugeln passen vor allem in modern eingerichtete Wohnungen. Foto: Kellermeier

Die Deko-Expertin Hannelore Bergfeld mag‘s eher traditionell. Rot mit viel Gold sind ihre Kugeln am Christbaum. In den Regalen in ihrem Geschäft in Roding sind in diesem Jahr aber vor allem silberne Kugeln zu finden. Hannelore Bergfeld sieht diese Exemplare aber nicht in jeder Wohnung: „Die passen vor allem in modern eingerichtete Zimmer.“ Wer seine Wohnung eher im Landhaus-Stil oder Altdeutsch eingerichtet hat, der fährt mit roten Kugeln am Besten. „Mit kleiner Häkel-Spitze sehen die Kugeln noch besser aus“, sagt Hannelore Bergfeld. Was der Expertin auffällt: „Glimmer und ausgefallene Formen, wie Glocken, sind immer mehr im Kommen.“ Glänzen muss nicht alles: „Matte Kugeln liegen weiter im Trend!“ Zum Schmuck gehört für Bergfeld die richtige Musik beim Baum-Anhängen. Sie hört da immer „Aus der neuen Welt“ von Antonin Dvorák.

LED-Lichterketten sind der Renner

Matthias Janker empfiehlt den Griff zur LED-Beleuchtung.
Matthias Janker empfiehlt den Griff zur LED-Beleuchtung. Foto: Kellermeier

Die Technik-Branche hat ihre Hausaufgaben gemacht: Pünktlich zum Fest gibt es in Sachen Christbaum-Beleuchtung einige Neuheiten. Kerzen mit Batteriebetrieb zum Beispiel. Die kann man ganz leicht an den Baum klemmen. Euronics-Verkäufer Matthias Janker sieht da einen Vorteil: „Mit den Batterie-Kerzen gibt es keinen Kabelsalat mehr.“ Wahlweise mit dem altbekannten Glühdraht oder in der modernen LED-Ausführung gibt es die Hightech-Christbaumbeleuchtung. Kostenpunkt: 50 Euro für zehn Kerzen. Dafür kann die Beleuchtung bequem mit einer mitgelieferten Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden. Wer eine LED-Beleuchtung kauft, spart auch am Fest. „Der Stromverbrauch sinkt um rund 95 Prozent“, sagt Janker. LED-Leuchtmittel gibt es nicht mehr nur mit kaltem, blauen Licht, sondern auch mit dem gewohnten warmen, gelben Licht.

Böse Überraschungen zum Fest

Der Christbaum kann leichte Allergien auslösen.
Der Christbaum kann leichte Allergien auslösen. Foto: dpa

Nicht jeder verträgt den Tannenbaum – das sagt Dr. Albert Eisenreich vom Chamer Gesundheitsamt. Auf vielen Christbaum-Plantagen kommen Unkrautvernichter, Fungizide oder Insektizide zum Einsatz. Dr. Eisenreiter kennt die Folge: „Das kann beim Baum-Anhängen Hautreizungen verursachen.“ Eine Anti-Allergische-Salbe, wie das Fenistil-Gel, können dann schnell helfen. Unverträglichkeiten können auch die sogenannten ätherischen Öle des Baums hervorrufen. Husten oder Augentränen sind die Reaktion des Körpers darauf. Zu Verletzungen, vor allem bei Kindern, können Fichten mit ihren spitzen Nadeln sorgen. „Die Kinderhaut ist sehr anfällig was solche Mikro-Verletzungen angeht“, sagt Dr. Albert Eisenreich. Beim Allergiefall rät der Mediziner: „Den Baum schnell entfernen und auf eine andere Sorte umsteigen.“

Baum bis zum 10. Januar stehen lassen

Pfarrer Kruschina schmückt seinen Baum mit Gotteslob-Engeln.
Pfarrer Kruschina schmückt seinen Baum mit Gotteslob-Engeln. Foto: Kellermeier

Den Christbaum gibt‘s in den Häusern und Wohnungen erst seit dem 18. Jahrhundert und er war sogar eine deutsche Erfindung. „Die Kinder haben den Baum früher richtig geleert. Da hingen noch Äpfel und Plätzchen dran“, sagt der Rodinger Pfarrer Holger Kruschina. Heute ist das anders. Der Pfarrer stellt fest: „Der Christbaum ist eine echte Deko-Ikone geworden.“ Wer es in diesem Jahr ganz richtig machen will, der lässt seinen Baum bis zum 10. Januar stehen. Dann feiert die Kirche das Fest „Taufe des Herrn“ und somit das Ende der Weihnachtszeit. Kruschina ergänzt: „Die Krippe bleibt aber bis Mariä Lichtmess am 02. Februar stehen.“ „Als Herrgottswinkel während der Weihnachtszeit“ sieht Kruschina die Krippe als Gebetsort. Der Pfarrer schmückt seinen Baum übrigens selbst – mit gebastelten Engeln aus den alten Gotteslob-Büchern.

Eine Übersicht zu allen Christkindlmärkten in der Region finden Sie hier.

Verblüffende Fakten über das Christkind

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